Durch Nutzung dieses Diensts und der damit zusammenhängenden Inhalte stimmen Sie der Verwendung von Cookies für Analysezwecke, personalisierte Inhalte und Werbung zu.
Sie verwenden eine veraltete Browserversion. Bitte verwenden Sie eine unterstütze Versiondamit Sie MSN optimal nutzen können.

Warum verliebe ich mich immer in den Falschen?

Freundin-Logo Freundin 16.02.2017 freundin Redaktion

Eine Psychologin erklärt, was hinter diesem Verhaltensmuster steckt. Außerdem: Alles, was man übers Verlieben wissen muss

Können wir für immer verliebt bleiben? © Bereitgestellt von Freundin Verlag GmbH Können wir für immer verliebt bleiben?

Stefanie Stahl ist Psychotherapeutin in Trier und Buchautorin. Spezialisiert ist sie auf die Behandlung von Bindungsphobien. (stefaniestahl.de)

Frau Stahl, sind Beziehungen, die mit großer Verliebtheit beginnen, stabiler?

Nein. Sehr glückliche und gute Beziehungen können sich auch ohne große Verliebtheit in der Anfangsphase entwickeln. Denn wenn wir verliebt sind, sind wir geneigt, all unsere unbewussten Sehnsüchte und Gefühle auf den neuen Partner zu projizieren – und können uns dabei gewaltig irren. So hoch wir in der ersten Verliebtheit fliegen, so tief können wir auch wieder stürzen, wenn sich die Beziehung im Alltag bewähren muss. Manche Menschen scheitern häufig genau in dieser Phase, und die Liebe zerbricht.

Woran liegt das?

Dahinter kann sich die Angst vor einer verbindlichen und nahen Liebesbeziehung verbergen. Menschen, die unter Bindungsangst leiden, fühlen sich häufig am verliebtesten, wenn die Beziehung noch neu ist oder noch gar nicht begonnen hat. Wenn die Beziehung jedoch in ein sicheres und verbindliches Stadium gerät, dann lassen die Gefühle auf einmal auffallend stark nach. Wiederholt sich diese Erfahrung öfter, dann verbirgt sich dahinter möglicherweise ein destruktives Bindungsmuster, das es erschwert, eine längere Partnerschaft aufrechtzuerhalten.

Welche Ursachen gibt es dafür?

Man nimmt in spätere Beziehungen immer frühe Kindheitserfahrungen mit. War ein Elternteil – oder beide – eher distanziert und nicht in der Lage, eine vertrauensvolle, wertschätzende Bindung aufzubauen, ist man es gewohnt, dass das eigene Bedürfnis nach Nähe und Geborgenheit nicht erfüllt wird. Dann verliebt man sich später zum Beispiel in Partner, die schwer zu kriegen oder nicht liebesfähig sind. Oder man traut den Gefühlen des anderen nicht über den Weg und klammert sehr stark.

Warum ist es so wichtig, sich solche Bindungsängste bewusst zu machen?

Wenn ich mein psychisches Muster nicht erkenne, dann kann ich auch nichts daran verändern. Wenn ich immer wieder auf den Richtigen warte, dann suche ich die Lösung für mein Problem beim Partner, was häufig nicht funktioniert. Das Problem bei Bindungsangst ist, dass sie so tief im Unbewussten der Betroffenen verankert ist, dass es für viele schwer ist, sie als solche zu erkennen. Sie kann sich zum Beispiel als große Freiheitsliebe tarnen. Oder man ist geradezu süchtig nach dem Gefühl des Verliebtseins.

Kann man diese Muster verändern?

Ja, denn dahinter verbirgt sich immer ein Selbstwertproblem: die tiefe Sorge, nicht zu genügen, nicht gut genug zu sein und deswegen den Partner letztlich zu verlieren. Den Selbstwert aber kann man aufbauen und stabilisieren. Eine Therapie kann dabei helfen. Denn ein Therapeut erkennt viel eher unbewusste Mechanismen, die einem selbst erst einmal gar nicht zugänglich sind. Gemeinsam mit dem Therapeuten kann der Klient dann daran arbeiten, sein Selbstwertgefühl zu stärken und auf diese Weise endlich eine erfüllendere Beziehung zum Partner aufzubauen.

5 spannende Gründe, warum ER sich verliebt, lesen Sie hier.

3 wichtige Fragen von Wissenschaftlern beantwortet

Gibt es Liebe auf den ersten Blick?

Ja, sie kommt aber eher selten vor. Bei den meisten Paaren entsteht das Verliebtsein über einen etwas längeren Zeitraum, belegt eine Studie der State University of New York.

Ziehen Gegensätze sich an?

Nein. Für eine stabile Partnerschaft sind gemeinsame Werte und Lebensziele wichtig. Die große Mehrheit findet ihren Partner in der gleichen Kultur und dem gleichen sozialen Umfeld: 90 Prozent aller deutschen Ehen werden zwischen Menschen geschlossen, die nicht weiter als 30 Kilometer voneinander entfernt geboren wurden. Interessant: Beim Online-Dating entstehen häufig Beziehungen, wenn die Kandidaten auf die folgenden Fragen gleich antworten: 1. Magst du Horrorfilme? 2. Bist du je allein durch ein fremdes Land gereist? 3. Würdest du gerne mal ein Jahr um die Welt segeln?

Kann ich für immer verliebt bleiben?

Ein gewisser Grad an prickelnden Gefühlen bleibt auch in langjährigen Partnerschaften erhalten, bewies US-Forscher Art Aron anhand der Gehirnaktivität von Langzeitpaaren. Das besonders, wenn immer wieder gemeinsam Dinge unternommen werden, die für beide neu und mit körperlicher Aufregung verbunden sind, wie Klettern oder Tanzen.

Die Wissenschaft beweist: So verliebt er sich schneller.

Verliebtes Paar © iStockphoto Verliebtes Paar
| Anzeige
| Anzeige
| Anzeige
image beaconimage beaconimage beacon