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Denis, 24, verdient sein Geld mit Counter-Strike

ZEITjUNG-Logo ZEITjUNG 08.02.2019 Veronika Reinhold
© ZEITjUNG

League of Legends, Overwatch, Fifa oder Counter-Strike: Games wie diese werden längst nicht mehr nur zuhause gezockt, sondern auf der großen Bühne. Und dort geht es nicht nur um Sieg oder Niederlage, sondern auch um verdammt viel Geld. Einer der besten deutschen E-Sportler ist Denis Howell, der seit ein paar Jahren „Counter-Strike: Global Offensive“ im Team Sprout spielt. Gemeinsam mit seinen Teamkollegen reist er um Welt – von Tunier zu Tunier.

Im Interview mit ZEITjUNG erzählt der professionelle E-Sportler von Vorurteilen, Teamarbeit und wieso auch Zocker ins Fitnessstudio gehen. Kleiner Spoiler: Weil Computerspielen ein Leistungssport ist.

 

ZEITjUNG: Würdest du dich als Zocker-Nerd bezeichnen?

Denis: Nein, aber das Klischee hatte ich früher auch im Kopf. Nun aber weiß ich, dass professionelle Spieler sehr sportlich sind und sich ganz bewusst ernähren. Das hat wenig mit dem Klischee des Nerds zu tun.

Hast du schon als Kind viele Games gespielt?

Schon immer habe ich gerne Konsole gespielt, aber eben nicht nur. Ich war auch viel draußen unterwegs, früher war ich im Fußballverein.

War Gamer zu sein schon immer dein Traumberuf?

Als ich mit dem Spielen angefangen habe, war das nur zum Spaß, weil ich eben gerne gespielt habe. Ich wollte zwar immer besser werden, aber ich habe mir nie im Traum vorgestellen können, dass das Spielen mein Beruf wird, ich deshalb um die Welt reise und mein Geld damit verdienen kann.

© Bereitgestellt von Z-Live GmbH

Inzwischen bist du professioneller E-Sportler. Wie kam es dazu?

Ein guter Freund zeigte mir „Counter-Strike: Source“, was wir gerne zusammen spielten. Dann kam eines zum anderen: Wir haben in der Amateurliga angefangen, andere fünf Spieler im Internet kennengelernt und uns zusammen hochgespielt. Später, in meiner ersten Profi-Saison, sind bessere Teams und Organisationen auf mich aufmerksam geworden und ich schlug diesen Weg ein.

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Und nun verdienst du mit Zocken dein Geld.

Ich kann sehr gut davon leben. Bei den größten Turnieren, dem Major, kriegt der erste Platz 500.000 Euro. Das Preisgeld wird dann natürlich noch durch fünf oder sechs Spieler geteilt und einen Teil bekommt, je nach vertraglicher Regelung, auch noch die Organisation. Neben den Preisgeldern gibt es ausserdem feste Gehälter, Prämien und Sponsorengelder.

Was sagen deine Freunde zu deinem Beruf?

Bis sie mich auf einem Turnier gesehen haben, konnte sich keiner was darunter vorstellen. Aber nun untersützen mich meine Freunde und Familie. Vor allem auch weil sie merken, dass das nun mein Leben ist: Ich arbeite Vollzeit als E-Sportler, Leute erkennen mich auf der Straße.

Was waren deine größten Erfolge bisher?

Wir haben schon zwei kleinere Turniere gewonnen, aber Anfang 2015 war ich im ersten deutschen Team, das es geschafft hat, in die Top 8 eines großen Major-Turniers zu kommen. Und 2016 waren wir im Halbfinale vom E-League-Turnier, das ist überall auf der Welt live übertragen worden.

Counter-Strike ist ein Ego-Shooter, die Liste der Vorurteile ist ewig. Bekommst du oft Kritik deswegen?

Es ist weniger geworden, aber in Deutschland immer noch problematisch. Das Spiel steht vor allem bei der älteren Generation als Ballerspiel in der Kritik. Ja, du musst Leute töten, um ans Ziel zu kommen – aber im Grunde geht es nicht darum, sondern vielmehr um Taktik und Teamgeist. Da steckt viel mehr dahinter als einfach nur mit Waffen rumzuschießen. Es ist strategischer und anspruchsvoller als es aussieht. In Dänemark zum Beispiel ist es anders: Da hat der Premierminister das Turnier eröffnet, die Politik steht dahinter und gratuliert den Teams öffentlich.

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Wie sieht dein Berufs-Alltag aus?

Ich gehe morgens ins Fitnessstudio, denn durch das Ausdauertraining bin ich konzentrierter und leistungsfähiger. Mittags treffen wir uns zur Theoriebesprechung. Es gibt etliche Taktiken und wir besprechen verschiedene Spielzüge auf den unterschiedlichen Karten. Dann haben wir noch sechs bis sieben Stunden Trainingsspiel inklusive Nachbesprechung. Danach kann ich noch individuell trainieren.

Hast du wie jeder andere auch ab und zu keinen Bock auf deinen Job?

Als das Spiel noch ein Hobby war, habe ich gern so oft gespielt wie es ging. Jetzt macht es mir natürlich immer noch Spaß, aber klar gibt es Tage, an denen ich lieber was mit meiner Freundin machen will. Natürlich ist es manchmal anstrengend und nach dem Teamtraining mache ich nicht immer nochmal ein Einzeltraining. Aber es ist eben mein Beruf. Ich könnte ja auch in einer „normalen Arbeit“ nicht sagen: Heute komme ich nicht.

Willst du diesen Job langfristig machen oder planst du in ein paar Jahren was anderes?

Es wäre mein Traum, weiter in der Branche zu bleiben – vorausgesetzt, es lohnt sich später noch und ich will das noch machen. Alternativ käme dann auch ein Studium in Frage, aber zuerst fokussiere ich mich aufs Spielen.

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Bildquelle: Gennadii Veselkov im Auftrag von RushB Esports

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