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So finden Sie das perfekte Herrenhemd. Wirklich!

DIE WELT-Logo DIE WELT 16.03.2017

Was um Himmels willen ist der Unterschied zwischen "Custom" und "Regular Fit"? Falls Sie beim Kauf von Herrenhemden nicht mehr richtig durchblicken: Wir erklären, wie Sie alles richtig machen.

1. Welche Hemdgröße brauche ich und wie misst man diese?

Maßstab ist Ihr Halsumfang, auch die Kragenweite genannt. Je größer sie ist, desto mehr Volumen hat auch das ganze Hemd. Die zweite wichtige Bezugsgröße ist die Ärmellänge – die meisten Konfektionäre haben extralange Ärmel im Programm. Wenn das Stück mit Sakko getragen wird, sollte immer mindestens ein Zentimeter der Manschette unter dem Jackett-Ärmel hervorragen. Das hat nicht nur einen ästhetischen, sondern auch einen praktischen Zweck: Der Schweiß läuft dann ins waschbare Hemd – und nicht in die schwieriger zu reinigende Oberbekleidung.

2. Warum ist die Hemdengröße von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich?

Das ist ähnlich wie bei Jeans – Italiener arbeiten gern körperbetont, Amerikaner mögen es luftiger, entsprechend werden die Grenzen gedehnt. Am korrektesten messen wohl die klassischen englischen Edelmarken wie Turnbull & Asser. Wichtig ist, dass die Knopfleiste nicht spannt und nackte Haut freilegt. Dieses Hemd ist dann zu klein.

3. Welcher Schnitt steht mir – und welche Unterschiede gibt es zwischen Super Slim Fit, Slim Fit, Modern Fit, Custom, Body und Regular Fit?

UNITED KINGDOM - FEBRUARY 10: Man and woman with curtains, c.1950. Photographic Advertising Limited was founded in 1926 by a group experienced in photojournalism and film. The company created multi-purpose stock images with the potential for selling a range of products. Whilst enjoying its greatest success during the 1930s, it continued in business until 1977. Photographic Advertising Limited's trademark, the staged studio photograph resembling a film still, was its selling point and, later, its downfall. Sophisticated, adaptable and generic, this kind of image gradually fell out of favour as clients increasingly demanded targeted advertising campaigns with specific photographs. (Photo by Science & Society Picture Library/SSPL/Getty Images) © SSPL via Getty Images UNITED KINGDOM - FEBRUARY 10: Man and woman with curtains, c.1950. Photographic Advertising Limited was founded in 1926 by a group experienced in photojournalism and film. The company created multi-purpose stock images with the potential for selling a range of products. Whilst enjoying its greatest success during the 1930s, it continued in business until 1977. Photographic Advertising Limited's trademark, the staged studio photograph resembling a film still, was its selling point and, later, its downfall. Sophisticated, adaptable and generic, this kind of image gradually fell out of favour as clients increasingly demanded targeted advertising campaigns with specific photographs. (Photo by Science & Society Picture Library/SSPL/Getty Images) PARIS, FRANCE - JANUARY 19: Model Giovanni Pani wears Italian vintage day 5 of Paris Mens Fashion Week Autumn/Winter 2014, on January 19, 2014 in Paris, France. (Photo by Kirstin Sinclair/Getty Images) © Getty Images PARIS, FRANCE - JANUARY 19: Model Giovanni Pani wears Italian vintage day 5 of Paris Mens Fashion Week Autumn/Winter 2014, on January 19, 2014 in Paris, France. (Photo by Kirstin Sinclair/Getty Images)

Zunächst gilt wie bei jedem Kleidungsstück: Der Träger macht das Hemd, nicht das Hemd den Träger. Insofern sollten Persönlichkeit und Körperbau in das Stück einfließen – Sie sollten schon ehrlich zu sich sein. Super Slim, Slim und Tailor Fit sind für Menschen mit schmalen Hüften gedacht, sodass das Hemd an Gentlemen mit Birnenfigur nicht wirkt. Hier wäre eher Regular Fit angebracht – "regulär" ist ein schöner Euphemismus der Bekleidungsindustrie für fülligere Zeitgenossen. Modern Fit bezeichnet meistens leichte Modelle, die sich gut an den Körper schmiegen, weil das Stärken von Hemden schon recht lange aus der Mode gekommen ist. Und Custom hat weniger mit dem Schnitt zu tun – eigentlich verbirgt sich dahinter ein Qualitätsversprechen: Maßschneiderei heißt in den USA "Custom Tailoring". Der Begriff ist allerdings nicht geschützt, deshalb verwenden ihn auch Konfektionäre.

4. Mit welchem Kragen mache ich mich nicht lächerlich?

Klassisch und formal ist der spitz zulaufende Kentkragen, das Gegenteil ist der Haifischkragen. Er lässt mehr Hals erkennen, sollte dieses Körperteil nicht sonderlich ästhetisch ausfallen, wäre das wohl die falsche Wahl. Dazwischen gibt es jede Menge Variationen. Prinzipiell sollte der Kragen, wenn er geschlossen ist, so viel Luft lassen, dass man den Zeigefinger gerade noch hereinstecken kann. Geschmackssache sind Button-Down-Krägen, die man, wie der Name sagt, vorne knöpft.

Vom amerikanischen Hersteller Brooks Brothers erfunden, sind sie wenig förmlich und rufen unterschiedlichste Reaktionen hervor: Gianni Agnelli, der Urvater aller italienischen Stilikonen, hat sie geliebt – und dazu gern seine Armbanduhr über der Manschette getragen. John F. Kennedy dagegen hat sie gehasst, obwohl sie im Milieu der US-Ostküsten-Elitestudenten traditionell sehr populär sind. Finden Sie also heraus, was Ihnen steht!

5. Welche Farben und Muster sind angemessen für Freizeit, Beruf und besondere Anlässe?

Generell nehmen Farben und Muster seit Jahren zu; selbst in England ersetzt das Hemd inzwischen häufig die Krawatte. Da die Dresscodes für den Beruf immer lockerer werden, ist es heute erlaubt, Karos oder Streifen, die man früher nur am Wochenende tragen durfte, in vielen Branchen mit ins Büro zu bringen. Trauen Sie sich – mehr, als sich in der Kombination zu vertun, kann man in den allermeisten Branchen nicht mehr falsch machen. Und ein stockkonservativer Flanellzweireiher mit Kreidestreifen kann durch ein knallpinkes Hemd einen gewissen Glamourfaktor gewinnen.

Sollte die Oberbekleidung allerdings sehr grell daherkommen oder stark gemustert sein, sind unifarbene Hemden zu empfehlen. Lediglich bei großen Abendveranstaltungen sollte man noch immer zum weißen Teil greifen – Smokinghemden sind nicht umsonst in diesem Ton gehalten. Ein Zeichen des Respekts gegenüber dem Gastgeber – was aber nicht heißt, dass ein weißes Hemd nicht auch zur Jeans cool wirken kann.

Noch mehr Männermode-Themen finden Sie übrigens HIER.

6. Wie viel muss ein gutes Hemd kosten?

Gutes Baumwollgewebe mit echten Perlmuttknöpfen und sauber verarbeiteten Knopflöchern kostet von 90 Euro an aufwärts und taugt dann mindestens vier Jahre für den täglichen Gebrauch. Im Schlussverkauf gibt es diese Ware oft für die Hälfte des Preises – und da sich die Männermode nicht so schnell ändert wie Frauenmode, ist es gar nicht so dumm, sich während der Abverkäufe auszustatten.

7. Welche Marken taugen was?

circa 1960: Portrait of American politician John F Kennedy (1917-1963) leaning his elbow on a table and holding his blazer under his arm. He is wearing an oxford shirt, a tie, and light-colored pants. Kennedy was elected president in 1960. (Photo by Al Greene/Hulton Archive/Getty Images) © Getty Images circa 1960: Portrait of American politician John F Kennedy (1917-1963) leaning his elbow on a table and holding his blazer under his arm. He is wearing an oxford shirt, a tie, and light-colored pants. Kennedy was elected president in 1960. (Photo by Al Greene/Hulton Archive/Getty Images)

Mittelklasse: Eterna, Olymp, Christian Berg. Oberklasse: van Laack, Brooks Brothers, Emanuel Berg. Luxushemden: Turnbull & Asser, Thomas Pink, Larusmiani.

8. Umschlagmanschette oder nicht?

Die Faustregel: Für alles, was festlich oder geschäftlich wichtig ist, sollte man die Umschlagmanschette mit entsprechenden Knöpfen wählen. Da die häufig aus Messing sind, achten Sie bitte darauf, dass sich kein Grünspan auf ihnen findet. Ansonsten sind normale, knöpfbare Manschetten wesentlich praktischer – sie lassen sich bei Bedarf hochkrempeln. Es gibt ja Branchen, in denen das noch immer für Tatkraft steht.

9. Mit oder ohne was drunter?

Zunächst ist das Geschmacksache. Italiener, die gern mal einen Knopf mehr öffnen, würden niemals etwas unter das Hemd anziehen. Und gerade im Sommer schwitzt man mit einer weitere Schicht am Körper natürlich mehr. Der Vorteil der Unterwäsche ist allerdings, dass der Schweiß nicht ins Oberteil läuft und dadurch die Lebensdauer erhöht. Keinesfalls sollten die Konturen eines Feinripp-Unterhemds durch das Oberhemd zu erkennen sein, das zerstört jeden Look. Sorgen Sie also dafür, dass der Stoff blickdicht ist. Am lässigsten wirkt wohl ein weißes T-Shirt mit V-Ausschnitt, denn das kann man wieder etwas weiter aufknöpfen, ohne dass es sichtbar würde.

10. Wie pflege ich Hemden?

Das Untershirt nur einmal tragen, dann so warm waschen, wie es möglich ist – und austauschen, sobald es einen Grauschleier hat. Das Oberhemd kann man je nach Beanspruchung für einen zweiten Tag noch einmal aufbügeln, aber nur, wenn man sich nicht in verrauchten Schuppen oder an heißen, geruchsintensiven Orten herumgetrieben hat. In der Maschine Feinwaschmittel benutzen, auf die Temperatur achten und nicht zu hochtourig schleudern.

Am besten bügeln sich Hemden, wenn sie noch eine Spur Feuchtigkeit in sich tragen. Reihenfolge: Arme, Brustpartie links, Rücken, Brustpartie rechts, Schultern, Kragen. Hochwertige Baumwollgewebe vertragen Dampf. Beim Gang in die Reinigung darauf achten, dass sich das Wort "Handgebügelt" findet – sonst wird das Stück nur auch einer Schneiderpuppe trockengepustet, das ist nicht das gleiche Ergebnis.

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