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Was hilft gegen Haarausfall? Mit diesen Experten-Tipps sieht Ihr Haar wieder gut aus

GQ-Logo GQ 23.10.2020 Ann-Sophie Friedrich, Cordula Funke
1040532902 © Getty Images 1040532902

Was hilft gegen Haarausfall? Viele Männer stellen sich diese Frage im Laufe ihres Lebens mindestens einmal und das auch häufig früher als Ihnen lieb ist. Aber bitte nicht verzweifeln: Mittlerweile gibt es einige (auch natürliche) Mittel gegen Haarausfall. (Auf welche Frisuren sollte Sie bei beginnendem Haarausfall setzen? Wir haben die Top 5!)

Drei Arten von Haarausfall

Man unterscheidet insgesamt drei Formen von Haarausfall:

  1. Den genetisch bedingten, der mit über 90% die häufigste Form ist, vor allem bei Männern auftritt und sich als allmählich lichtende Geheimratsecken oder leichte Glatze zeigt.
  1. Den weitaus selteneren entzündlichen, bei dem die Haare in kleinen runden Flächen ausfallen. Diese kreisrunde Haarausfall wird auch Alopecia genannt.
  1. Und den diffusen, der die Haare gleichmäßig ausdünnt und eher bei Frauen auftritt. Wer unter Form 2 oder 3 leidet, sollte sich umgehend von einem Hautarzt beraten lassen.

Für alle anderen hat GQ die wichtigsten 5 Behandlungsmethoden und nützliche Tipps zusammengestellt! (Was eine gesunde Kopfhaut mit Haarausfall zu tun hat, lesen Sie hier)

GQ Tipp: Shampoos und Haarkuren können nur vorbeugend helfen. Einen guten Erfolg verzeichnen medizinische Haartinkturen mit dem Wirkstoff Minoxidil (rezeptfrei) sowie das Präparat Propecia zum Einnehmen (verschreibungspflichtig). Eine ärztliche Beratung empfiehlt sich.

Ursachen für Haarausfall

Der häufigste Grund für den genetisch bedingten Haarausfall ist – ja, Sie ahnen es bereits – das Hormon Testosteron. Wem jetzt ein breites Grinsen im Gesicht steht, den müssen wir leider enttäuschen: Das weitverbreitete Gerücht, ein Überschuss der Männlichkeitshormone sei Schuld am Haarausfall, ist nämlich keineswegs belegt. 

Vielmehr handelt es sich um eine erbliche Veranlagung der Haarwurzeln, mit einer Überempfindlichkeit auf das Hormon zu reagieren und im schlimmsten Fall eben auszufallen. Außerdem können Stress, die falsche Haarpflege oder eine einseitige Ernährung den Haarausfall hervorrufen.

Mittel gegen Haarausfall – so können Sie vorbeugen

Tipp #1: Shampoos und sonstige Pflegeprodukte

Hochwertige Shampoos und Haarkuren sind beim Frisör erhältlich und jedem zu empfehlen, der dem vorzeitigen Haarausfall vorbeugen möchte. Sie regen die Durchblutung der Kopfhaut an und führen verschiedene Vitamine zu, wodurch die Haarwurzel gekräftigt und der Haarwuchs stimuliert werden soll. 

Wer bereits sichtbaren Haarausfall hat, sollte sich von Haarpflegeprodukten allerdings keinen allzu großen Erfolg erhoffen, denn sie wirken vor allem als Intensivkur für glänzendes, kräftiges Haar. (Diesen Mythen über Haarausfall sollten Sie nicht unbedingt glauben)

Tipp #2: Medizinische Tinkturen gegen Haarausfall

Haarwasser versuchen das Problem im wahrsten Sinne des Wortes an der Wurzel zu packen. Je nach Zusammensetzung stimulieren sie die Durchblutung der Kopfhaut, fördern das Haarwachstum und verhindern die Umwandlung des Testosterons in seine aktive, die Haarwurzel reizende Form DHT, um so die vererbte Unverträglichkeit auszutricksen. 

Hierbei möchten wir drei Wirkstoffe empfehlen: Hormonell wirkende Präparate, wie z.B. Ell-Cranell alpha, dessen Wirkstoff Alfatradiol das für den oben beschriebenen Testosteron-Stoffwechsel notwendige Enzym hemmt. Ebenfalls sehr erfolgsversprechend sind Tinkturen, deren Hauptwirkstoff Minoxidil ist. Ursprünglich zur Behandlung von Bluthochdruck entwickelt, zeigt es eine nachweislich positive Wirkung bei Haarausfall. Und Präparate mit dem Wirkstoff Aminexil, welches der Verhärtung der Collagenschicht an der Haarwurzel entgegen wirkt und so verhindert, dass das Haar an der Haarwurzel abstirbt. 


Video: Schlafprobleme: Die 5 häufigsten Ursachen (inFranken.de)

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Bei allen drei Wirkstoffen kann bei regelmäßiger Anwendung eine Verdickung der Haarstruktur bzw. eine Verdichtung der Haare festgestellt werden. Voraussetzung: Die Tinktur sollte über einen längeren Zeitraum (mind. 6 Wochen) angewendet werden. Die Präparate sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Kosten: Ell-Cranell alpha (Alfatradiol) 100 ml ab 26,30 Euro, Regaine (Minoxidil) 3 x 60 ml 65 Euro,  Vichy Dercap (Aminexil) Shampoo, 20 Euro.

Tipp #3: Tabletten bei Haarausfall

Wem Haartinkturen nicht weiterhelfen, der kann auf Präparate zum Einnehmen setzen. Mit Inhaltsstoffen wie z.B. Finasterid versuchen auch diese Pillen, die Umwandlung des Testosterons aktiv zu hemmen und so den genetisch bedingten Haarausfall positiv zu beeinflussen. Da das Präparat die vererbte Empfindlichkeit der Haarwurzeln lediglich austricksen, sie jedoch nicht kurieren kann, müssen Sie es so lange täglich einnehmen, wie Sie den Haarausfall hinauszögern möchten. 

Finasterid-haltige Präparate, wie z.B. Propecia, zeigen eine vergleichsweise hohe Erfolgsquote. Da sie verschreibungspflichtig sind und mögliche Nebenwirkungen unbedingt abgeklärt werden sollten, ist ein Arztbesuch immer Voraussetzung. (Alopecia: Das hilft wirklich bei kreisrundem Haarausfall)

Tipp #4: Laserlicht-Therapie bei Haarausfall

Laserlicht hat eine nachweislich heilende und stimulierende Wirkung auf Zellen. Speziell für die Behandlung von Haarproblemen wurde daher ein Laserkamm entwickelt, der langsam durchs Haar geführt wird, um gezielt die Haarwurzeln zu stimulieren. Da das Laserlicht die Durchblutung der Kopfhaut anregt und so die Nährstoff- und Sauerstoffversorgung verbessert, wird auch die Wirkung von Haarwuchspräparaten begünstigt. 

Das Haar wird gekräftigt und bekommt einen gesunden Glanz, der Haarausfall kann in seiner Intensität minimiert werden. Für einen sichtbaren Erfolg ist die regelmäßige Anwendung notwendig, idealerweise 3-5 mal wöchentlich für 5-10 Minuten. Laserkammbehandlungen werden von spezialisierten Hautärzten durchgeführt. (So kaschieren Sie Ihre Geheimratsecken am besten)

Methode 5: Haartransplantation

Eine Transplantation kommt vor allem für diejenigen in Frage, bei denen der Haarausfall nur an einer Stelle, z.B. am Hinterkopf, sichtbar wird, das Resthaar jedoch in einem dichten Haarkranz bestehen bleibt. Der Chirurg entnimmt an einer unauffälligen Stelle im Haarkranz einen schmalen Streifen. Dieser wird zur Gewinnung möglichst vieler Haarwurzeln weiter verkleinert und die so gewonnenen, winzigen Eigenhaarteile wiederum in einem letzten Operationsschritt in bereits vorbereitete Öffnungen der kahlen Stelle eingesetzt, wo sie ihre normale Haarproduktion fortsetzen sollen. 

Das ist jedoch nicht die einzige Möglichkeit – mittlerweile gibt es drei besonders beliebte Möglichkeiten zur Haartransplantation. Wir stellen diese Verfahren Ihnen hier vor.

Was sagen die Haarausfall-Experten?

Der Friseur

Laserlichttherapie und Pflegeprodukte können nur das vorhandene Haar aufpeppeln und sollten begleitend eingesetzt werden. Wirklich helfen können Präparate wie Propecia.

Der Apotheker

Wenn ein Mangel an Vitaminen besteht, sollten Sie es zunächst mit einer Biotin- oder Aminosäure-Kur versuchen. Ist der Mangel behoben, müsste der Haarausfall auch nach Absetzen des Präparates nachlassen. Generell empfehlen sich Regaine, Ell Cranell alpha und Propecia. Tipp: Birkenwasser stimuliert nachweislich den Haarwuchs. (Auch bei kurzen Haaren ideal: Trendfrisur Buzz Cut)

Der Hautarzt

Lassen Sie von Ihrem Hautarzt ein Blutbild anfertigen, um die Ursache möglichst präzise feststellen zu können. Wer auf eigene Faust herum experimentiert, verliert kostbare Zeit und gerät im Zweifelsfall an die falschen Produkte. Empfehlenswert sind Parallel-Therapien, also eine Umstellung der Ernährung, die tägliche Anwendung von einem lokal wirkenden Präparat, wie z.B. Regaine, sowie die Stimulation durch Laserlicht. Ein Präparat wie Propecia wäre der zweite Schritt.

GQ-Tipps:

  • Bevor Sie zu stärkeren Mitteln greifen, checken Sie Ihre Ernährung! Haarausfall kann ein Zeichen von Eisen- oder Vitaminmangel sein.
  • Das stärkt die Haare von innen: Zink, Folsäure und Biotin. Mit Obst und Gemüse, Vollkorn- und Milchprodukten tun Sie viel für eine gesunde Haarpracht.
  • Bei aller Liebe zum Haar: Bitte entscheiden Sie sich für eine selbstbewusste 4mm-Frisur, den Buzz Cut, anstatt die verbleibenden Strähnen über sichtbare Lichtungen zu kämmen.
  • Ob im Shopping-TV oder per Werbe-E-Mail: Lassen Sie die Finger von angeblichen Wundermitteln, die mit gefälschten Vorher-/Nachher-Bildern Unglaubliches versprechen. Lassen Sie sich lieber von verschiedenen Ärzten beraten, um so das ideale Produkt zu finden.
  • Eine umfassende Information und Beratung ist für jeden Pflicht, der ernsthaft an eine Haartransplantation denkt. Vielerlei mehr oder weniger seriöse Institute werben mit den größten Erfolgschancen ihrer Methoden.

Weitere Tipps für die ultimative Haarpflege finden Sie im großen GQ Haar-Guide

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