Sie verwenden eine veraltete Browserversion. Bitte verwenden Sie eine unterstütze Versiondamit Sie MSN optimal nutzen können.

Digital, Papier, Chipkarte – in welcher Form kommt das 49-Euro-Ticket?

TRAVELBOOK-Logo TRAVELBOOK 30.01.2023 TRAVELBOOK

Das 9-Euro-Ticket wurde im Zeitraum von Juni bis August als Ausgleich für die gestiegene Belastung eingeführt. Es verkaufte sich fast 50 Millionen Mal und gilt als voller Erfolg. Anfang November 2022 haben sich die Verkehrsminister von Bund und Ländern mit dem 49-Euro-Ticket auf einen Nachfolger des 9-Euro-Tickets geeinigt. Zwar wurde nun endlich ein fixer Termin für die Einführung bekannt gegeben, doch es gibt weiterhin Uneinigkeiten, vor allem bei der Form des Tickets. TRAVELBOOK hat alle Infos.

49-Euro-Ticket © Getty Images 49-Euro-Ticket

Eigentlich hatten sich die Verkehrsminister von Bund und Ländern auf einer Sonderkonferenz Ende November 2022 bereits auf einen Starttermin für das Deutschlandticket geeinigt: Der 1. April 2023 sollte es werden – nachdem zuvor allerdings eine Einführung zu Jahresbeginn angedacht war. Doch der Termin wurde immer weiter nach hinten verschoben, viele Modalitäten waren noch unklar. Nun hat NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) als Vorsitzender der Verkehrsministerkonferenz verkündet, Starttermin werde fix der 1. Mai. Allerdings muss das für das Deutschlandticket notwendige Gesetz immer noch voraussichtlich Ende März den Bundesrat passieren und auch die Zustimmung der EU-Kommission steht noch aus. Auch sind sich die Länder über die Form des Deutschlandtickets noch uneinig – Bayern kündigte bereits eine Alternative zum rein digitalen Ticket an.

In Papierform, digital oder als Chipkarte – in welcher Form das Deutschlandticket kommen soll, ob sich das Vorbestellen via App schon lohnt und wofür das Ticket zählt: TRAVELBOOK gibt einen Überblick zum 49-Euro-Ticket:

In welcher Form kommt das 49-Euro-Ticket?

Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) sprach in der Sitzung von Bund und Länder am 27. Januar von einem zeitgemäßen und rein digitalen Ticket. Da dies Menschen ohne Smartphone ausschließe, kündigte Bayern bereits einen Sonderweg an, allerdings nicht, wie ursprünglich berichtet, in Form eines Papiertickets. Bayern plane laut „Merkur“ aktuell als Alternative zum digitalen Ticket eine Chipkarte, die zwar maschinenlesbar ist, aber kein Smartphone voraussetzt. Damit soll es auch vor allem älteren Menschen oder Schülern ohne Handy ermöglicht werden, das verbilligte Ticket zu nutzen.

Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) fordert zudem eine Übergangslösung in Papierform. In den Antworten auf folgenden Tweet heißt es seitens des VDV: „Nicht jedes Unternehmen hat durchdigitalisierte Vertriebssysteme und viele Jobtickets oder Semester- und Schülertickets laufen noch als Papierfahrscheine. Da braucht es eine Übergangsfrist: aus unserer Sicht bis Jahresende.“

Voraussetzung für ein solches Übergangs-Papierticket ist, dass auch dieses digital auslesbar sein muss, etwa über einen QR-Code. Konkrete Antworten bezüglich der Umsetzung und Einführung sind aber weiterhin noch offen.

Deutschlandticket schon über App vorbestellen – ist das sinnvoll?

Wer derzeit in dem App-Store seiner Wahl nach „Deutschlandticket“ sucht, bekommt sie ganz oben angezeigt: die „Deutschlandticket-App“. Dort kann man sich nicht nur über das Ticket informieren, sondern es auch direkt vorbestellen.

Wichtig ist erst einmal festzuhalten, dass die „Deutschlandticket App“ nicht von der Deutschen Bahn kommt – es handelt sich um das Drittunternehmen Hansecom, das schon mit mehreren regionalen Verkehrsverbänden Verträge hat. Wichtig zu wissen ist, dass das Deutschlandticket, wie auch das 9-Euro-Ticket im Sommer 2022, auch bei jedem Verkehrsverband und über die DB-App zu kaufen sein wird. Es besteht also kein zwingender Grund, sich diese App bereits runterzuladen oder gar ein Ticket vorzubestellen aus Sorge, man bekäme sonst keins.

Wer sich allerdings aus Interesse und ohne Druck jetzt schon über die App für das Vorbestellen entscheidet, stutzt spätestens bei der Auswahl der Verkehrsunternehmen. Denn hier sind derzeit lediglich 20 aufgeführt, mehrere größere Verbände, etwa der Verkehrsverbund Rhein-Sieg, fehlen noch. Für die Nutzer macht das keinen Unterschied: Da man das 49-Euro-Ticket deutschlandweit unbegrenzt nutzen kann, ist es egal, ob man als Münchner ein Ticket bei der Berliner BVG bestellt oder als Dresdner ein Ticket beim Hamburger HVV. Wenn Sie also ein Ticket bestellen wollen, können Sie einfach willkürlich eines der angegebenen Unternehmen auswählen.

Für die Verkehrsverbände selbst ist das allerdings ein „Worst-Case-Szenario“. Denn so können die Käufer nicht ihren Wohnorten zugeordnet werden, was aufgrund der Mitfinanzierung der Länder aber zwingend notwendig wäre, wie Verkehrspolitikerin Dorothee Martin (SPD) schon im vergangenen Herbst anmerkte und sich aus diesem Grund auch gegen eine Papiervariante aussprach. „Wir müssen sicherstellen, dass die Einnahmen auch dort ankommen, wo die Kosten anfallen“, sagte auch ein Sprecher des Verbandes deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) der WELT. Wie das mit der aktuellen Lösung geschehen soll, ist noch unklar.

Fazit: Wer sich jetzt bereits ein Deutschlandticket vorbestellen will, kann dies tun. TRAVELBOOK würde jedoch eher raten, abzuwarten.

Auch interessant: Irre! Mit wie vielen Minuten Verspätung die Bahn noch als pünktlich gilt

Wofür wird das Deutschlandticket gelten?

Das 49-Euro-Ticket wird in ganz Deutschland für den Nahverkehr gelten. Schienenfernverkehr und der Reisebusverkehr sind demnach nicht inbegriffen. Zu den Nahverkehrszügen der Deutschen Bahn gehören:

  • S-Bahn (S),
  • Regionalbahn (RB),
  • Regionalexpress (RE),
  • Interregioexpress (IRE)

Wird das Ticket wirklich nur 49 Euro kosten?

Bislang heißt es, das Deutschlandticket werde „zu einem Einführungspreis von 49 Euro pro Monat“ für den Öffentlichen Personennahverkehr eingeführt. Das bedeutet: Spätere Preiserhöhungen sind durchaus möglich und wahrscheinlich. So begrüßt laut „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ etwa Ulf Middelberg, Sprecher der Geschäftsführung der Leipziger Verkehrsbetriebe, dass das Ticket „Deutschlandticket“ und nicht „49-Euro-Ticket“ heißt: „Wir können den Preis nicht einfrieren, wenn links und rechts die Kosten dramatisch in die Höhe gehen.“ Denn sonst steige der Bedarf an öffentlicher Finanzierung weiter, die die Verkehrsverbände schon jetzt als unzureichend erachtet.

Wie wird das 49-Euro-Ticket finanziert?

Der Bund zahlt für das „Deutschlandticket“ ab 2023 jährlich 1,5 Milliarden Euro an die Länder, wobei sich der Verlustausgleich für 2023 anteilig reduziert. Heißt: Je später das Ticket eingeführt wird, umso weniger zahlt der Bund. Weiterhin stellt der Bund zusätzliche Regionalisierungsmittel in Höhe von einer Milliarde Euro jährlich zur Verfügung. Diese werden jährlich um drei Prozent erhöht (bisher 1,8 Prozent).

Die Finanzierung hält der VDV für unzureichend. „Das Risiko eines höheren Verlustes sowie die erforderlichen Anlaufinvestitionen sind ins unternehmerische Risiko der Unternehmen verschoben, das geht nicht“, sagte Hauptgeschäftsführer des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), Oliver Wolff. Auch die weiterhin angedachte monatliche Kündbarkeit des Deutschlandtickets führe zu Risiken.

Mit Material von reuters

| Anzeige
| Anzeige

mehr von travelbook.de

| Anzeige
image beaconimage beaconimage beacon