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Netflix-Hit „365 Days – Dieser Tag“: Warum wir lieber Sex haben sollten statt Softpornos zu streamen

ELLE-Logo ELLE vor 6 Tagen Britta Wintgens
Serien-Hype um 365 Days auf Netflix: Darum ist echter Sex besser als Softpornos PR © PR Serien-Hype um 365 Days auf Netflix: Darum ist echter Sex besser als Softpornos PR

Gleich in der ersten Woche hat sich der zweite Teil des polnischen Erfolgshits „365 Days“ direkt auf Platz 1 der Netflix-Charts quasi hochgeschlafen. Unweigerlich stellt man sich erneut die Frage: Warum schon wieder dieser Hype? Und warum tun sich Frauen, Menschen, Paare das eigentlich an? Ist es eine Form von Eskapismus, weil momentan alles da draußen buchstäblich unsexy ist? Oder holen wir uns Sex mittlerweile lieber ästhetisch am Bildschirm statt selbst aktiv zu werden? Wir haben uns den Film genauer angeschaut, um das Phänomen „Erotik-Schmonzette“ besser zu verstehen …

Der Netflix-Hit „365 Days“ ist ein Phänomen

Wer sich nicht mehr an den ersten Teil erinnert, hier eine kurze Zusammenfassung: Alphamann aka brandgefährlicher Mafiosi-Boss mit Herz und Handschellen (die allerdings nur fürs Bett) entführt bildschöne, anderweitig liierte Frau, die nach einer guten Stunde Vorspiel endlich genüsslich Fellatio bei ihm betreibt, weil er einfach zu reich und zu schön ist, um wahr zu sein. Doch weil Schwänze nicht lügen können, wird tatsächlich aus dem geheimnisvollen Täter plötzlich ein heiratswilliger Traummann. Dazwischen Sex mit Mätressen. Sex unter der Dusche. BDSM à la Shades of Dingens. Und Adrenalinkicks. Stichwort: Dieser schöne Mann wird beinahe von einer Kugel in Einzelteile zerfetzt. Und auch seine Holde überlebt einen Anschlag im Tunnel am Ende. Denn zum Glück sind die süditalienischen Mafiosi-Statisten einfach nicht so treffsicher wie man das von der Zunft normalerweise erwartet. Sonst wäre zweite Teil ja auch hinfällig …

„365 Days – Dieser Tag“: Darum geht es im zweiten Teil des Netflix-Erfolgs

Der zweite Teil fängt eigentlich ganz vielversprechend an: Die Verherrlichung des Stockholm-Syndroms haben wir angesichts der romantischen Hochzeit fast vergessen. Doch irgendwie ist damit die Geschichte auch schon zu Ende erzählt. Was danach folgt, nennt man wohl hanebüchenes Storytelling am Rande der Verzweiflung: Nach einer absurden Szene mit ihren dauergeilen Eltern, erwischt die Mafiosobraut ihren Liebsten inflagranti mit einer Blondine – und flieht direkt in die muskulösen Arme seines nicht minder heißen Angestellten. Klischee-Pluspunkt: Es war der Gärtner! Plot Twist: Der Gärtner entpuppt sich als Mafiosi-Boss Nr. 2 und ist spinnefeind mit Mafioso Nr. 1. Dazwischen Zungenküsse mit unschlagbar viel Zunge. Erotische Träume, Dildoparty, Cunnilingus. Viel Doggy-Style, wenig Handschellen.

Erfolgsgeheimnis: Boomt Sex in sexlosen Zeiten?

Man wird wohl kaum einen Menschen finden, der „365 Days“ als filmisches Meisterwerk bezeichnen würde. Und doch schauen ihn sehr viele Netflix-User an: Bereits nach fünf Tagen verzeichnete der Film laut dem Streaming-Dienst knapp 80 Millionen Views. Demgegenüber steht eine interessante Zahl beziehungsweise Entwicklung: Immer mehr Studien belegen, dass vor allem bei der jüngeren Generation unter 35 Jahren eine Art Sexflaute herrscht. Laut dem Institute for Family Studies (IFS) gab fast ein Viertel der Frauen und jeder fünfte Mann an, dass sie beziehungsweise er im Jahr 2021 keinen Sex hatte. Insgesamt hat sich die sexuelle Inaktivität – das bedeutet, dass man mindestens in den letzten 365 Tagen keinen Sex hatte – bei Frauen wie Männern innerhalb der vergangenen zehn Jahre verdoppelt (Quelle: JAMA Network Open). Auch jene, die Sex hatten, hatten diesen deutlich seltener.

Forscher sehen hierbei einen Zusammenhang mit der Digitalisierung. Man hänge viel mehr am Smartphone statt sich analog zu treffen. Plus: Die Reize außerhalb des eigenen Schlafzimmers haben zugenommen. Laut des aktuellen Amorelie-Sexreports hat heute jede zweite Frau mindestens einen Vibrator, etwa die Hälfte der befragten Teilnehmer:innen konsumiert Pornos. So verwundert es auch nicht, dass Softpornos wie „365 Days“ mehr als genügend Abnehmer finden. Der inzwischen über zehn Jahre alte Slogan „Oversexed and underfucked“ scheint also wirklich zu stimmen.

Übrigens: Wer sich gerne in lustvolle Filmgewässer flüchtet, dem empfehlen wir unbedingt die Netflix-Serie „Sex/Life“!

„365 Days – Dieser Tag“ können Sie sich ab sofort auf Netflix hier anschauen!

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