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Pool selber bauen: Pool-Arten und Kosten im Überblick

Das Haus-Logo Das Haus 16.06.2019 Anja Schmidt
Wer träumt nicht von einem eigenen Pool im Garten? Mit etwas handwerklichem Geschick lässt sich der Traum von der Oase realisieren. © Bereitgestellt von Burda Senator Verlag GmbH Wer träumt nicht von einem eigenen Pool im Garten? Mit etwas handwerklichem Geschick lässt sich der Traum von der Oase realisieren.

Möchte man seinen Pool selber bauen, hat man je nach handwerklichem Geschick und Budget verschiedene Möglichkeiten und Pool-Arten – von Beton-, Styropor- bis GFK-Pool – zur Auswahl. Nicht nur die Kosten sind hier entscheidend.

Sie möchten Ihren Pool selber bauen?

Pool selber bauen und reinspringen – so einfach ist das. Oder etwa doch nicht? Ein eigener Swimming-Pool ist tatsächlich ein eher komplexes Projekt, das Hobbyhandwerker vor einige Herausforderungen stellt. Doch es gibt auch Möglichkeiten, Kosten, Zeit und Nerven zu sparen. Wenn für Sie ein aufblasbarer Ringpool aus dem Baumarkt für circa 100 Euro keine Alternative ist, gibt es beispielsweise Stecksysteme, die Ihnen den Traum vom eigenen Pool im Garten schnell und einfach erfüllen. Wer mit einer speziellen Form liebäugelt und viel in Eigenregie machen möchte, der kann den Pool aber auch selbst mauern.

Vorab: Genehmigungen einholen

Grundsätzlich werden Sie in den meisten Fällen wohl keine Baugenehmigung für Ihren Pool benötigen. Ab 100 Kubikmeter Wasservolumen sieht das jedoch in vielen Bundesländern schon ganz anders aus. Fragen Sie also vorab beim zuständigen Amt nach, ob Sie eine Genehmigung benötigen. Zudem sollten Sie, ehe Sie Ihren Pool selber bauen, die Begebenheiten Ihres Gartens prüfen. Der Swimming-Pool sollte in der Nähe bereits vorhandener Strom- und Wasserleitungen liegen. Bedenken Sie auch den Sonnenverlauf. Idealerweise liegt der Pool so, dass Sie von möglichst vielen Sonnenstunden profitieren. Das spart auch Energie.

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Pool aufstellen oder einbauen?

Sind Sie eingeschränkt bei der Größe Ihres Pools oder wollen sich nur eine schnelle, günstige und nicht permanente Variante in den Garten stellen, lohnt sich ein Aufstellbecken. Hierfür müssen Sie kein Loch im Boden ausheben und der Pool lässt sich später wieder leicht abbauen. Nachteil ist der nicht allzu komfortable Ein- und Ausstieg, da Sie immer erst über eine Leiter rein- und rausklettern müssen. Bequemer ist ein in den Boden eingelassener Pool. Er fügt sich nicht nur nahtlos in die Umgebung ein, Sie haben auch mehr Spielraum bezüglich Form und Gestaltung. Ein Einbaubecken können Sie zudem beheizen. Allerdings ist bei manchen Pool-Arten auch ein teilweises Einlassen in den Boden möglich. So bekommen größere Pools mehr Stabilität und die herausragenden Poolwände können Sie ganz nach Belieben selbst gestalten.

  Ein Aufstellbecken bietet sich an, wenn Sie nicht viel Platz für einen Pool im Garten haben.  © blp/Alamy Stock Photo/imageBROKER Ein Aufstellbecken bietet sich an, wenn Sie nicht viel Platz für einen Pool im Garten haben.

Wann ist ein Einbaubecken ratsam?

Je größer der Pool, desto mehr Stabilität benötigt er. Denn hier drückt schlicht mehr Wasser auf die Seitenränder. Je nach Pool-Form sollten Sie vorgefertigte Pools ab 1,20 Meter bis 1,50 Meter ungefähr zu 50 bis 80 Prozent in den Boden einlassen. Zusätzliche Stabilität lässt sich mit einer Stützmauer schaffen. Bei einem Teileinbaubecken ist es ratsam, die Statik der Wände ausrechnen zu lassen, um später keine bösen Überraschungen zu erleben.

Pool-Formen im Überblick

Wenn Sie den Pool nicht komplett selber bauen, stehen Ihnen drei verschiedene Pool-Formen zur Auswahl: Rundbecken, Ovalbecken und Achtformbecken. Runde Becken sind relativ günstig und benötigen keine zusätzliche Stützkonstruktion. Doch nicht jeder möchte im Garten seine Runden ziehen, viele bevorzugen richtige Bahnen – ein großer Vorteil von Ovalbecken. Allerdings fehlt es hier an Stabilität, sodass ein Bodeneinbau Standard ist. Flexibler ist ein Achtformbecken, das aussieht wie zwei verbundene Rundbecken. Hier stehen Ihnen alle Möglichkeiten offen, da die Stabilisierung an den Schnittpunkten in der Mitte und unter dem Pool erfolgt. Wenn Sie einen Pool selber bauen und mauern wollen, sind Sie komplett frei in der Wahl. Beachten Sie allerdings die maximale Bahnlänge, wenn Sie im Garten Ihr Schwimmtraining absolvieren wollen.

Welche Arten von Pools gibt es?

Bevor Sie Ihr Herz an eine bestimmten Pool-Art verlieren, sollten Sie Größe und Bodenbeschaffenheit prüfen. Der Boden muss grundsätzlich eben und fest sein. In den meisten Fällen ist eine Betonplatte ratsam. Denn selbst kleine Unebenheiten durch Steine oder Wurzeln können Reinigung und Lebensdauer Ihres Swimming-Pools negativ beeinträchtigen. Auch ein hoher Grundwasserstand kann eine Herausforderung sein, wenn Sie Ihren Pool selbst bauen.

Ein Rundbecken ist relativ günstig, bietet dafür aber kaum Platz zum Schwimmen. © blp/shutterstock/rodho Ein Rundbecken ist relativ günstig, bietet dafür aber kaum Platz zum Schwimmen.

Stahlwandbecken-Pool selber bauen

Ein Stahlwandbecken ist nicht nur vergleichsweise günstig, sondern ermöglicht auch eine flexible Gestaltung. Da das Becken auf einer Bodenschiene aufgesteckt wird, bietet es von sich aus eine gewisse Stabilität und lässt sich als Rundbecken unkompliziert im Garten aufstellen. Stahlwandbecken lassen sich aber auch ganz oder teilweise in den Erdboden einlassen. Den Korpus kleiden Sie mit einer Poolfolie aus PVC aus. Das macht den Gartenpool wasserdicht. Der Boden wird mit einem Vlies unterfüttert, damit er unempfindlicher gegenüber Beschädigungen wird. Allerdings sind Stahlwandbecken in der Größe auf circa acht Meter Durchmesser und eine Wassertiefe von 1,5 Metern beschränkt. Oft gibt es Komplett-Sets inklusive Zubehör wie Filter oder Leiter. Günstige Stahlwandbecken gibt es bereits ab rund 500 Euro. Aber auch 3.000 Euro sind für einen selbst im Boden eingelassenen Swimming-Pool möglich. Im Schnitt sollten Sie mit 2.000 Euro rechnen.

GFK-Pool selber bauen

Nicht unbedingt günstig, aber komfortabel, sind Becken aus glasverstärktem Kunststoff. Ein GFK-Pool ist bereits komplett fertig, wenn er bei Ihnen ankommt, und kann direkt in die Bodengrube eingesetzt werden. Der Pool besteht aus einem Stück, daher sind spontane Änderungswünsche nicht möglich. Bedenken sollten Sie auch, dass für die Anlieferung mit Kran genügend Raum zur Verfügung stehen muss. Grundsätzlich können Sie bei dieser Pool-Variante die Baugrube selbst ausheben und nach Einsetzen des Beckens die Seitenwände mit Beton hinterfüllen. Es gibt aber auch Komplettangebote. Die großen Vorteile von GFK-Pools sind ihre hohe Stabilität, der bequeme Einbau und die kurze Bauzeit. Mindestens 3.000 Euro Kosten müssen Sie jedoch einplanen. Die meisten GFK-Pools werden insgesamt jedoch eher um die 10.000 Euro kosten.

In einem Ovalbecken lassen sich, im Vergleich zum Rundbecken, längere Bahnen schwimmen. © iStock/KatarzynaBialasiewicz In einem Ovalbecken lassen sich, im Vergleich zum Rundbecken, längere Bahnen schwimmen.

Styropor-Pool selber bauen

Besonders beliebt unter Hobbyhandwerkern sind Pool-Stecksysteme aus Styropor. Hierbei werden Blöcke aus verdichtetem Styropor im Baukastenprinzip zusammengesteckt. Dadurch sind sie extrem flexibel und die Konstruktion gestaltet sich besonders einfach. Ein weiterer Vorteil dieses Systems: Die Seitenwände werden gleich wärmegedämmt. Sie sparen sich also einen Zusatzschritt. Bearbeiten lassen sich die Styroporsteine leicht mit Messern und Sägen. Allerdings müssen Sie die Steine mit Beton auffüllen und verputzen. Zudem ist ein Betonboden Pflicht, um sauber und nachhaltig zu arbeiten. Trotz Eigenleistungen müssen Sie im Schnitt mit Kosten ab 3.000 Euro rechnen. Je nach Größe können Sie aber locker auch ein paar Tausend Euro mehr ausgeben. Das bequeme Styropor-Stecksystem hat eben seinen Preis.

Edelstahl-Pool selber bauen

Eine besonders edle Variante ist der Edelstahl-Pool. Er ist besonders langlebig und ein echtes optisches Highlight. Der Pool ist meist selbsttragend, sodass Sie ihn nicht speziell stabilisieren müssen. Für Hobbyhandwerker ist dieses Modell jedoch nur bedingt geeignet. Denn auch wenn die Wände vorgefertigt geliefert werden, so müssen Sie diese noch miteinander verschweißen. 20.000 bis 30.000 Euro Kosten sind realistisch bei dieser Pool-Art. Bedenken Sie auch, dass die Reinigung von Edelstahlbecken einen gewissen Einsatz fordert – ansonsten verliert der Pool schnell seine Wirkung.

Ein Achtformbecken bietet zwei Vorteile: Stabilität und Größe. © blp/fotolia/Dirk Bösel Ein Achtformbecken bietet zwei Vorteile: Stabilität und Größe.

Beton-Pool selber bauen

Geübte Hobbyhandwerker können ihren Gartenpool komplett selber bauen und mauern. Wenn Sie keine Styroporsteine nutzen wollen, eignen sich für den Eigenbau auch Beton-Schalungssteine. Diese sind robust und zeigen eine gute Haltbarkeit. Die Pool-Form können Sie flexibel bestimmen. Allerdings ist ein komplett selbst gebauter Pool mit einem hohen Arbeitsaufwand verwunden. Sie müssen nicht nur die Grube ausheben und die Betonbodenplatte gießen, sondern auch die einzelnen Teile beim Mauern einpassen, mit Beton ausgießen, verputzen und den Pool mit Folie auskleiden. Je nach Eigenleistung und Größe können Sie das mit einem schmalen Budget angehen. Allerdings müssen Sie auch die entsprechende Zeit einplanen. Erstellen Sie vorab einen möglichst detaillierten Ablaufplan, damit Sie gut vorbereitet sind.

Eine kurze Anleitung

Gute Planung spart Kosten und Zeit. Wenn Sie Ihren Pool selber bauen wollen, sollten Sie sich zunächst Gedanken machen, wie groß der Pool sein darf und wo er stehen soll. Dann messen Sie den Poolbereich aus und stecken ihn ab. Planen Sie hier bereits die Wasser- und Stromanschlüsse. Mit einem Mini-Bagger können Sie nun selbst eine Bodengrube ausheben. Gießen Sie dann die Betonbodenplatte. Sie sollte 20 bis 30 Zentimeter dick sein. Mit Baufolie schützen Sie die Platte vor Feuchtigkeit. Verlegen Sie danach die Rohrleitungen. Hierfür werden meist PVC-Rohre genutzt. Achten Sie dabei darauf, dass die Wasserrohre ein leichtes Gefälle zum Pool haben. Ansonsten kann sich Wasser ablagern und im Winter einfrieren. Anschließend mauern Sie die Seitenwände und installieren Ein- und Abläufe, Skimmer und Beleuchtung. Bevor sie Ihren Swimming-Pool mit Folie auskleiden, müssen Sie die Außen- und Innenwände noch verputzen. Eventuell lohnt sich auch ein Isolieranstrich. Alternativ zur Poolfolie können Sie Fliesen verlegen. Falls Sie sich für Folie entscheiden, achten Sie darauf, dass es hier keine Verschmutzungen gibt und Sie die Folie genau zuschneiden. Beim Erhitzen der Folie zum Verschließen der Schnittstellen muss alles wasserdicht sein. Genaues Arbeiten erhöht die Lebensdauer Ihres Pools.

Wenn Sie sich dazu entscheiden den Pool in Eigenregie zu bauen, müssen Sie nicht auf eine feste Form zurückgreifen. Allerding kommt eine Menge Arbeit auf Sie zu, wie zum Beispiel das Mauern der Wände. © iStock/nevenmn Wenn Sie sich dazu entscheiden den Pool in Eigenregie zu bauen, müssen Sie nicht auf eine feste Form zurückgreifen. Allerding kommt eine Menge Arbeit auf Sie zu, wie zum Beispiel das Mauern der Wände.

Die Schritte auf einen Blick:

  • Grube ausheben
  • Betonbodenplatte gießen
  • Rohrleitungen verlegen
  • Seitenwände mauern
  • Ein- und Abläufe installieren
  • Restliche Installationsarbeiten, zum Beispiel Beleuchtung
  • Wände verputzen und eventuell ein Isolieranstrich
  • Poolfolie oder Fliesen
  • Kleiner Exkurs: Poolfolie

    Poolfolie ist witterungsbeständig und wasserdicht. Zudem ist sie gegen Pilze und Bakterienbefall behandelt. Unkompliziert ist die Handhabung aber nicht. Man muss schon sehr genau arbeiten, damit sich kleine Fehler nicht sofort rächen. Ist die Folie erst einmal zusammengeklebt, bleibt sie auch so. Die Bahnen müssen genau überlappen, da der Pool sonst nicht dicht ist. Fliesen bieten sich geübten Handwerkern als Alternative an und bieten maximale Flexibilität. Aber auch hier muss genau arbeitet werden, da sonst Feuchtigkeit in die Wände eindringt.

    Pool mit Heizung

    Wenn Sie Ihren Pool schon selbst bauen, können Sie daraus auch den vollen Nutzen schöpfen und die klassische Badesaison für sich verlängern. In vielen Fällen lohnt sich eine Poolheizung – vor allem, da diese nicht zwangsläufig durch den Heizungsbauer an die Zentralheizung angeschlossen werden muss. Diese Art der Poolheizung ist zwar besonders zuverlässig und erwärmt das Wasser sehr gut, doch neben den Wärmepumpen sind insbesondere Solarabsorber eine energiesparende und umweltfreundliche Alternative. Ein Solarabsorber ist in der Anschaffung nicht unbedingt günstig, lohnt sich aber langfristig, da sich mittels Kollektoren die Sonnenenergie nutzen und so Strom sparen lässt. Planen Sie mindestens 50 Prozent der Poolfläche als Absorberfläche ein. Diese kann beispielsweise auf dem Garagendach installiert werden.

    Die Wahl der richtigen Pool-Beleuchtung

    Unterwasserbeleuchtung sorgt für ein ganz eigenes Ambiente und ist auch in puncto Badesicherheit nicht zu unterschätzen. Bei der Pool-Beleuchtung können Sie auf fest installierte oder eingehängte Lampen zurückgreifen. Wenn Sie einen neuen Pool bauen, haben Sie noch alle Möglichkeiten. Unterwasserscheinwerfer werden mit einer Einbauschiene in die Poolwände gesteckt und abgedichtet. LEDs sind besonders energiesparend und es gibt sie auch mit Farbwechsel. Zudem haben Sie die Auswahl zwischen Elektro- und Solarlampen. Wenn Sie die Installation scheuen, können Sie Lampen auch in den Pool von oben einhängen.

    Mit diesen Kosten müssen Sie rechnen

    Die Kosten für einen selber gebauten Pool richten sich maßgeblich nach der Größe und der Pool-Art. Kleinere, günstige Gartenpools gibt es bereits ab 1.000 Euro. In den meisten Fällen werden Sie mit den Kosten aber eher im Bereich zwischen 5.000 und 10.000 Euro liegen, insbesondere wenn Sie sich ein bisschen Flexibilität hinsichtlich Form und Größe wünschen. Bedenken Sie, dass auch der rutschfeste Bodenbelag am Poolrand sowie die Gestaltung des weiteren Poolbereichs und Zubehör wie Leitern Kosten verursachen. Selbst wenn Sie viel in Eigenleistung machen, werden Sie für ein gutes, solides, halbwegs individuelles Ergebnis einige Tausend Euro einplanen müssen.

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