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Corona-Ausbreitung: Superspreader: Was wir über die Rolle von Kindern wissen – und was nicht

BUNTE.de-Logo BUNTE.de 01.06.2020 BUNTE.de Redaktion
Mutter und Kind mit Mundschutz © iStock / evgenyatamanenko Mutter und Kind mit Mundschutz

Kinder, gerade im Alter unter zehn Jahren, nehmen es mit dem Abstandsgebot nicht so genau. Sie machen das nicht absichtlich, es liegt beim Lernen, Spielen und Toben in ihrer Natur. In Zeiten einer grassierenden Virus-Pandemie hat das weitreichende Folgen: Die Kitas wurden geschlossen und was daraus für die Eltern und ihre Sprösslinge folgt, ist in vielerlei Hinsicht ein Desaster.

Würde sich nun herausstellen, dass sich kleine Kinder seltener anstecken und auch als Überträger der Viren kaum in Erscheinung treten, würde das die Situation komplett verändern – und ganz neue Möglichkeiten eröffnen. Die Chancen für diesen Wandel stehen Studien zufolge nicht schlecht.

Mehrere Studien scheinen geringeres Risiko bei Kindern zu bestätigen

Die Redaktion von "sueddeutsche.de" hat in einem neuen Beitrag mehrere Studien zusammengetragen, die sich mit der Frage der Corona-Übertragung bei Kindern auseinandersetzen. Und das daraus resultierende Gesamtbild gibt berechtigten Anlass zur Hoffnung, auch wenn – wie immer in diesen Tagen – ein abschließendes Urteil nicht gefällt werden kann. Hatte der Berliner Virologe Christian Drosten erst kürzlich in einer nicht unumstrittenen Studie mit 47 Kindern festgestellt, dass Kinder das Virus wahrscheinlich ebenso verbreiten wie Erwachsene, sprechen viele weit umfangreichere Erhebungen genau gegen diese Theorie. Was stimmt?

Mädchen überträgt Krankheit trotz vieler Kontakte nicht

"Sueddeutsche.de" berichtet zunächst über den viel beachteten Fall eines Mädchens, der im Fachblatt "Clinical Infectious Diseases" veröffentlicht wurde. Das Kind hatte sich selbst mit dem Coronavirus infiziert und hatte danach teils engen Kontakt mit zahlreichen Menschen. Insgesamt 172 Personen wurden von den zuständigen Behörden ermittelt, darunter auch die Geschwister. Keine einzige Kontaktperson wurde angesteckt. Ein vergleichbarer Fall von Erwachsenen ist dagegen nicht bekannt.

Kinder weit seltener infiziert als Erwachsene

Ähnliche Ergebnisse ergaben auch Untersuchungen im schwer von Covid-19 betroffenen Ort Vo in der italienischen Provinz Venetien. Hier wurde das Gros der 3.300 Einwohner auf das Coronavirus getestet, wobei man 100 Infektionen feststellte. Ein Kind unter zehn Jahren war nicht dabei. Studien aus anderen Ländern, darunter Island und Südkorea, bestätigen das: Hier war die Zahl der betroffenen Kinder immer vergleichsweise gering. Gemeldet wird zudem, dass man bei der Nachverfolgung von zehntausenden Fällen in den Niederlanden nicht einen Minderjährigen als Quelle ausmachen konnte.

Kinder erkranken auch seltener

Um die angedachte Öffnung der Kitas und Schulen auf eine sichere Basis zu stellen, laufen auch in Baden-Württemberg Erhebungen, die sich mit ebendieser Frage beschäftigen. Ministerpräsident Winfried Kretschmann deutete bereits an, dass die bislang vorliegenden Ergebnisse nur einen Schluss zulassen: Kinder stecken sich seltener an und werden seltener krank.

Wie werden Kinder die Umstellung auf den Kita-Alltag nach der langen Pause verkraften?

Sind Kinder so infektiös wie Erwachsene?

Warum kommt die Drosten-Studie zu dem Ergebnis: "Kinder könnten ebenso infektiös sein wie Erwachsene"? Eine mögliche Quelle für Ungenauigkeiten, die unter Wissenschaftlern derzeit diskutiert wurde, ist die vergleichsweise geringe Zahl der Probanden. Außerdem könnte es sein, dass die Kinder im Test, bei denen eine hohe Virenlast im Rachenraum festgestellt wurde, besonders schwer betroffen waren – sie also nicht repräsentativ sind. Denkbar wäre auch eine unausgewogene Interpretation der wenigen verfügbaren Zahlen.

Bisher bleibt es dabei: Das Risiko der Erkrankung muss gegen andere Risiken abgewogen werden. Garantien für ein geringeres Infektions- und Übertragungsrisiko bei Kindern gibt es nicht. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist nach heutigem Stand jedoch hoch.

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