Sie verwenden eine veraltete Browserversion. Bitte verwenden Sie eine unterstütze Versiondamit Sie MSN optimal nutzen können.

Frankreich meldet Rekord an Neuinfektionen

WELT-Logo WELT 17.10.2020
Der drastische Anstieg der Infektionszahlen weckt Erinnerungen an die Corona-Lage im Frühling. Warum die aktuelle Dynamik zwar besorgniserregend, ein Vergleich der Zahlen aber dennoch nicht zielführend ist, erklärt Infektiologe Prof. Timo Ulrichs. Quelle: WELT/Daniela Will © WELT/Daniela Will Der drastische Anstieg der Infektionszahlen weckt Erinnerungen an die Corona-Lage im Frühling. Warum die aktuelle Dynamik zwar besorgniserregend, ein Vergleich der Zahlen aber dennoch nicht zielführend ist, erklärt Infektiologe Prof. Timo Ulrichs. Quelle: WELT/Daniela Will

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben 7830 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet, mehr als je zuvor seit Beginn der Pandemie. Das geht aus Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Samstagmorgen hervor. Am Vortag war mit 7334 neuen Fällen der bis dato höchste Wert registriert worden.

In der vergangenen Woche meldete das RKI am Samstag 4721 Neuinfektionen. Die jetzigen Werte sind jedoch nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird – und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden.

Experten zufolge sind die neu gemeldeten Infektionen wegen der Zeit zwischen Ansteckung, Test, Ergebnis und Meldung ein Hinweis darauf, wie stark das Virus vor etwa einer Woche in der Gesellschaft unterwegs war. Deshalb dauert es auch, bis sich politische Maßnahmen in den Meldezahlen niederschlagen könnten.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 356.387 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Stand: 17.10., 0 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag demnach bei 9767. Das waren 33 mehr als am Vortag. Nach Schätzungen des RKI gibt es etwa 290.000 Genesene.

Corona_teaser_Frankreich © Infografik Die Welt/Steinröder Corona_teaser_Frankreich

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Freitag bei 1,22 (Vortag: 1,08). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel rund 1,2 weitere Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 1,30 (Vortag: 1,22). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

Weltweit gibt es laut der Johns-Hopkins-Universität mindestens 39.378.961 mit Covid-19 infizierte Personen (Stand 17.10., 12.30 Uhr). Davon sind 1.105.090 Menschen am Virus gestorben.

Frankreich meldet einen Rekord bei den Neuinfektionen. Am Samstag habe es 32.427 neue Fälle gegeben, gibt das Gesundheitsministerium bekannt. Insgesamt zählt das Land seit Beginn der Pandemie 867.197 Infektionen. Die Zahl der Toten steigt am Samstag um 90 auf 33.392.

In den USA ist die Zahl der mit dem Virus Infizierten um mindestens 63.710 auf 8,01 Millionen Fälle gestiegen. Das geht aus einer Reuters-Zählung hervor. Damit sind mindestens 217.734 Menschen an oder mit dem Virus gestorben, ein Plus von 866 zum Vortag.

Neun US-Bundesstaaten verzeichnen Höchststände bei den Neuinfektionen. Wisconsin etwa meldete 3747 bestätigte Fälle binnen 24 Stunden. In einigen Gegenden des Bundesstaats sind nach Angaben der Behörden nur noch zehn Prozent der Intensivbetten in Kliniken frei. „Wir befinden uns an einem sehr kritischen Punkt“, erklärt Gouverneur Tony Evers.

In Brasilien haben die Behörden in den vergangenen 24 Stunden 24.062 neue Infektionen erfasst. Damit steigt die Zahl der Menschen, die sich mit dem Virus angesteckt haben, auf 5.224.362. die Zahl der Corona-Toten erhöht sich um 461 auf 153.675.

In Mexiko steigt die Zahl der Corona-Fälle um 5447 auf 847.108. In dem lateinamerikanischen Land sterben am Samstag nach einer Infektion 355 Menschen. Damit steigt die Zahl der Pandemie-Opfer auf 86.059.

In Italien haben die Gesundheitsbehörden am Freitag mehr als 10.000 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden registriert – ein neuer Höchstwert seit dem Beginn der Pandemie. Demnach wurden auch 55 Tote in Verbindung mit dem Coronavirus gemeldet.

Seit dem Beginn der Epidemie wurden in Italien rund 391.000 Ansteckungen mit dem Coronavirus registriert. In 36.427 Fällen führten die Infektionen zum Tod.

In Spanien sind am Freitag 15.186 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert worden, so viele wie noch nie an einem Tag seit Beginn der Pandemie. Auch bei den Todesfällen mit Covid-19 gab es einen starken Anstieg. Am Donnerstag waren es 140, am Freitag schon 222. Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen wurde mit gut 133 angegeben. In Deutschland sind es derzeit 37.

Spanien ist eines der am härtesten von der Pandemie getroffenen Länder Westeuropas. Seit Beginn der Pandemie wurden in dem Land mit 47 Millionen Einwohnern mehr als 920.000 Infektionen und über 33.500 Tote registriert.

Mit dem erstmaligen Überschreiten der 10.000er-Marke hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Tschechien einen Rekordwert erreicht. In dem EU-Land wurden am Freitag 11.105 positive Tests innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie aus Daten der Gesundheitsbehörden hervorging. Das war der bisher höchste registrierte Wert an einem Tag seit Beginn der Pandemie. Der vorherige Höchstwert von knapp 9700 Neuinfektionen war am Vortag registriert worden. In Tschechien wurde zuletzt auch mehr getestet.

Insgesamt verzeichnete das knapp 10,7-Millionen-Einwohner-Land bisher 160.112 bestätigte Infektionen und 1283 Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus. Der tschechische Präsident Milos Zeman rief die Bürger in einer Fernsehansprache am Freitagabend zu mehr Disziplin beim Maskentragen auf. „Uns steht nur eine Waffe zur Verfügung, solange es keine Impfung gibt: Diese Waffe ist ein kleines Stück Stoff“, mahnte der 76-Jährige. Er empfahl den Menschen, auf Fachleute zu hören und nicht auf Verschwörungstheorien hereinzufallen.

Trotz Corona-Auflagen ist in Polen die Anzahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Virus auf einen Rekordwert gestiegen. Innerhalb von 24 Stunden kamen 9622 Fälle hinzu, wie am Samstag aus Daten des Gesundheitsministeriums hervorging. Das war der bisher höchste registrierte Wert an einem Tag seit Beginn der Pandemie. Am Donnerstag hatte das Ministerium bekannt gegeben, dass die Anzahl der täglich registrierten Neuinfektionen erstmals die Marke von 8000 überschritten habe.

Insgesamt verzeichnete Polen bisher 167.230 bestätigte Infektionen und 3524 Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus. Das Land hat rund 38 Millionen Einwohner.

Alle aktuellen und weltweiten Entwicklungen zum Coronavirus können Sie in unserem Live-Ticker verfolgen.

Haben Sie Fragen zum Coronavirus? Hier finden Sie die wichtigsten Fakten und Informationen.

| Anzeige
| Anzeige

Mehr von WELT

| Anzeige
image beaconimage beaconimage beacon