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Geänderte Lieferbedigungen: Viele Amazon-Bestellungen erst Ende April auslieferbar

Kölner Stadt-Anzeiger-Logo Kölner Stadt-Anzeiger vor 3 Tagen Thomas Magenheim, Christoph Höland
Das Logo des Online-Händlers Amazon ist am Logistikzentrum zu sehen. © picture alliance/dpa Das Logo des Online-Händlers Amazon ist am Logistikzentrum zu sehen.

Für Elektrogeräte oder Möbel ist der Versandhandel derzeit die einzige Bezugsquelle. Entsprechende Märkte haben wegen der Corona-Krise bundesweit geschlossen. Wenn aber jetzt ein neuer Kühlschrank oder Fernseher her muss, liefern Speditionen nicht mehr wie gewohnt. Großanbieter schränken ihren Lieferservice drastisch ein. Darauf macht die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf nach einem bundesweiten Test aufmerksam.

Bei neun von zehn großen Onlineshops, deren aktuelle Lieferbedingungen man unter die Lupe genommen habe, gebe es mittlerweile teils erhebliche Einschränkungen. Die wichtigste Änderung sei, dass sieben von zehn Versendern neuerdings nicht mehr bis zum Aufstellungsort also in die Wohnung liefern. Alle Unternehmen wollen ihr Personal vor Ansteckungsgefahren mit dem Virus schützen und vermeiden so physische Kundenkontakte, wo es geht.

Keine Lieferung mehr in die Wohnung

Bei Amazon, Otto, Ikea, AO und Ostermann endet der Lieferweg von Waschmaschine, Sofa & Co vor der Wohnungstür. Gar vor der Haustür - also auf der Straße – stellen derzeit Mediamarkt und Saturn online bestellte Großgeräte ab. Besonders wer in einem mehrstöckigen Wohnhaus ohne Aufzug lebt, sollte das derzeit vor Bestellung wissen. Denn Hilfe beim Tragen ist in Corona-Zeiten wohl nicht mehr so einfach zu organisieren. Man kommt sich beim Schleppen doch ziemlich nahe und atmet heftig.

Nur wenige Lieferanten wie etwa Neckermann brächten Speditionsware noch an den gewünschten Platz in Wohnzimmer oder Küche, sagen die Verbraucherschützer. Auch die Neckermänner verweigern derzeit aber Montage oder Einrichtung von Geräten. Aufbauservice von Möbeln oder Küchengroßgeräten finde sich im gesamten Onlinehandel derzeit nur noch vereinzelt, betonen die Tester.

Verbraucherschützer raten zur Vorsicht

Der Düsseldorfer Verbraucherzentrale rät Bestellern deshalb dringend, sich vor dem Online-Kauf vor allem serviceintensiver Produkte über aktuelle Lieferbedingungen zu informieren und im Zweifel den Kundenservice zu kontaktieren. Denn beispielsweise Saturn und Mediamarkt warnen ausdrücklich, dass eine Lieferung in Quarantänegebiete nicht mehr gewährleistet sei. Zudem verbleiben in solchen Gebieten zur Reparatur abgegebene Geräte derzeit in den Werkstätten, klären die Verbraucherschützer auf.

Auch Geräteumtausch ist derzeit erschwert oder gar nicht mehr möglich. Teilweise ist je nach Anbieter aber immer noch persönliche Marktabholung möglich. Darüber informieren die Internetseiten der jeweiligen Anbieter.

Amazon ändert Lieferbedingungen drastisch

Derweil zeichnen sich auch bei Amazon größere Änderungen ab: Beim größten Handelsportal verschieben sich mittlerweile zahlreiche Liefertermine, bei vielen Artikeln wird bei Kaufabschluss ein Lieferdatum Ende April angezeigt – losgelöst vom Wohnort und auch bei Artikeln, die eigentlich als vorrätig und schnell lieferbar angezeigt werden. Allerdings gilt das offenbar längst nicht für alle Artikel: Fieberthermometer etwa sind schnell lieferbar, Gardinen hingegen sollen einen Monat brauchen.

Derzeit arbeite Amazon “mit voller Kraft" daran, die Verfügbarkeit von Artikeln des täglichen Bedarfs zu erhöhen, erklärt das die Handelsplattform in einem Blogpost. Die Prozesse in fast allen Bereichen seien dahingehend angepasst worden. “So können wir die Lagerung und Lieferung von Artikeln, die für unsere Kunden eine höhere Priorität haben, vorrangig behandeln”, heißt es.

Maßnahmen gegen Preistreiberei bei Amazon

Zugleich betonte Amazon, weiterhin Bestellungen aus dem gesamten Sortiment anzunehmen und zu versenden. Allerdings werde neuerdings Kunden bei “nicht dringend benötigten Artikeln” angeboten, das Bestellungen zusammengefasst werden, um die Zahl der Stopps im Liefergebiet zu reduzieren.

Außerdem kündigte Amazon an, mit einer Reihe von Maßnahmen für eine faire Preisgestaltung sorgen zu wollen. So sollen Kunden vor “Krisengewinnlern” geschützt werden. “Amazon hat null Toleranz für Preistreiberei”, heißt es seitens des Unternehmens.

Wer jetzt ungeduldig wird – oder den örtlichen Einzelhandel unterstützen will, kann allerdings vielerorts auf lokale Geschäfte ausweichen. Viele von denen, die nun geschlossen bleiben, setzen auf selbstorganisierte Versand- und Liefergeschäfte. Im Verbreitungsgebiet der Zeitungen der Madsack Mediengruppe, zu der auch das RedaktionsNetzwerk Deutschland gehört, finden sich viele auf dafür eingerichteten Plattformen im Internet. (RND)

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