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Mehr als 50.000 Corona-Tote in Deutschland seit Pandemiebeginn

WELT-Logo WELT 22.01.2021
Kanzlerin Merkel verteidigt nach der erneuten Verlängerung und Verschärfung des harten Lockdowns die neuen Corona-Maßnahmen. Sie hat große Sorge vor der mutierten Virus-Variante aus Großbritannien. Quelle: WELT/ Sebastian Plantholt © WELT/ Sebastian Plantholt Kanzlerin Merkel verteidigt nach der erneuten Verlängerung und Verschärfung des harten Lockdowns die neuen Corona-Maßnahmen. Sie hat große Sorge vor der mutierten Virus-Variante aus Großbritannien. Quelle: WELT/ Sebastian Plantholt

In Deutschland sind seit Beginn der Pandemie mehr als 50.000 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Die deutschen Gesundheitsämter meldeten dem Robert-Koch-Institut (RKI) 859 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden, wie das RKI am Freitagmorgen bekanntgab.

Damit stieg die Gesamtzahl der Todesfälle auf 50.642. Vor genau einer Woche waren 1113 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet worden. Der Höchststand von 1244 neuen Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden.

Als Covid-19-Todesfall zählt das RKI nachweislich infizierte Menschen, die direkt an Corona gestorben sind und solche mit Vorerkrankungen, bei denen sich die Todesursache nicht abschließend klären lässt. Es liegt am Ermessen des Gesundheitsamtes, ob es einen Fall als verstorben „an“ oder „mit“ Covid-19 an das RKI übermittelt. Forscher gehen davon aus, dass die Zahl der Covid-19-Todesfälle ohne die Corona-Einschränkungen um ein Vielfaches höher läge.

Die Gesundheitsämter meldeten dem RKI außerdem 17.862 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages. Vor genau einer Woche hatte das RKI 22.368 Neuinfektionen verzeichnet. Der Höchststand von 33.777 registrierten Neuinfektionen binnen 24 Stunden war am 18. Dezember gemeldet worden – darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Freitagmorgen bei 115,3. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Zahl schwankte danach und sinkt seit einigen Tagen wieder. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern bleiben jedoch groß: Die höchsten Inzidenzen haben Thüringen mit 218,4 und Brandenburg mit 194,4. Den niedrigsten Wert hat Bremen mit 80,9.

Corona_teaser_Deutschland_Rot © Infografik Die Welt Corona_teaser_Deutschland_Rot

Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie 2.106.262 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 22.01., 00.00 Uhr). Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte noch deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 1 780.200 an.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Donnerstagabend bei 0,93 (Vortag: 0,87). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 93 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Zahl der Corona-Schutzimpfungen überschreitet Millionengrenze

Am Donnerstag meldete das RKI, dass in Deutschland am Vortag 96.941 Impfungen durchgeführt wurden. Damit haben nun 1.324.091 Personen (1,6 Prozent der Gesamt­bevölkerung) eine Erst­impfung erhalten und 77.602 Personen bereits die Zweitimpfung.

Mehr als 672.000 Impfungen wurden demnach Personen in Gesundheits- und Pflegeberufen verabreicht, gefolgt von Bewohnern von Pflegeheimen (472.402) und älteren Menschen (360.436). Die Zahl der Auffrischungsimpfungen dürfte in den nächsten Tagen noch deutlich zunehmen. Nach der zweiten Injektion dauert es in der Regel noch eine Woche, bis von einem vollen Impfschutz ausgegangen wird.

Spitzenreiter bei den Impfungen ist Mecklenburg-Vorpommern mit einer Impfquote von 2,76 Prozent der Bevölkerung, gefolgt von Schleswig-Holstein mit 2,59 Prozent. Schlusslicht ist Baden-Württemberg mit einer Quote von 1,22 Prozent.

Coronavirus in Europa

Portugal hat am Mittwoch einen neuen Höchstwert an Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Die 14 .647 neuen Fälle würden auf Deutschland umgerechnet, das etwa acht Mal so viele Einwohner hat, knapp 120.000 Ansteckungen an einem einzigen Tag bedeuten. Am Donnerstag wurden 13.544 Neuinfektionen gemeldet.

Im Vergleich zu anderen Ländern Europas war Portugal lange Zeit relativ glimpflich durch die Pandemie gekommen. Seit dem Herbst wird die Lage aber immer schlechter. Nach jüngsten Zahlen der EU-Agentur ECDC steckten sich zuletzt binnen 14 Tagen 1215 Menschen je 100.000 Einwohner mit dem Virus an. Nur zwei der 30 erfassten Länder stehen schlechter da: Irland mit rund 1444 sowie Tschechien mit 1362. Für Deutschland betrug dieser Wert etwas mehr als 319.

Coronavirus-Zahlen weltweit

In Afrika ist die Todesrate im Zusammenhang mit dem Coronavirus mit 2,5 Prozent inzwischen höher als die weltweite Rate von 2,2 Prozent. Dies sei sehr besorgniserregend, sagte der Leiter afrikanische Seuchenbehörde CDC, John Nkengasong. Immer mehr afrikanische Staaten verzeichneten eine überdurchschnittliche Todesrate.

Derzeit liege sie in 21 Ländern bei über drei Prozent, darunter Ägypten, die Demokratische Republik Kongo und der Sudan. Die Zahl der Infektionen auf dem Kontinent liege bei 3,3 Millionen, 81.000 Menschen seien gestorben. In der vergangenen Woche seien 207.000 Neuinfektionen registriert worden, rund die Hälfte davon allein in Südafrika.

In den USA haben sich insgesamt mehr als 24 Millionen Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Die Seuchenbehörde CDC meldete am Mittwoch 153.106 Neuinfektionen sowie 2297 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem CVoronavirus. Insgesamt zählt die Behörde 400.407 Corona-Tote.

Israel gewährt nun auch Schwangeren vorrangig Zugang zu Covid-Impfungen. Laut dem nationalen Pandemie-Koordinator ist die Entscheidung mit der Einschätzung verbunden, dass keine Risiken für die Frauen und den Fötus bestünden. Fast 34 Prozent der Bevölkerung haben laut den Gesundheitsbehörden bis Mittwochabend bereits den Impfstoff von Pfizer/Biontech erhalten.

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