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Rewe, Aldi Süd, Lidl: So wollen Supermärkte Mitarbeiter und Kunden besser schützen

Kölner Stadt-Anzeiger-Logo Kölner Stadt-Anzeiger 29.03.2020 Christoph Höland
Viele Supermärkte schützen ihre Mitarbeiter bereits mit provisorischen Schutzmaßnahmen an der Kasse vor einer Infektion mit dem Coronavirus. © dpa Viele Supermärkte schützen ihre Mitarbeiter bereits mit provisorischen Schutzmaßnahmen an der Kasse vor einer Infektion mit dem Coronavirus.

Die Supermärkte planen immer mehr Schutzmaßnahmen für Kunden und Beschäftigte.

Für Kunden dürfte es ein unvertrauter Anblick sein: Aldi Süd, Rewe, Penny und Lidl haben gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) angekündigt, in Kassenbereichen durchsichtige Schutzscheiben zwischen Personal und Kunden installieren zu wollen. Das sei eine präventive Maßnahme für die Mitarbeiter, sagte eine Sprecherin von Rewe und Penny.

“Lidl wird kurzfristig einen Plexiglasschutz als Sofortmaßnahme an den Kassen installieren”, heißt es bei der Discounterkette. Aldi Süd kündigte das ebenfalls an, Aldi Nord erwägt es auch, wie Sprecher Joachim Weber dem RND sagte. Geprüft würden bei Aldi Nord weitere Schutzmaßnahmen wie etwa der Einsatz von Atemschutzmasken für das Personal.

Schutz für Mitarbeiter und Kunden

Alle Handelsketten betonten außerdem, zahlreiche Ansätze zur Reduzierung der Ansteckungsgefahr zu verfolgen. In den Filialen werde reichlich Desinfektionsmittel verwendet. Zudem trügen die Mitarbeiter stets Handschuhe bei der Arbeit, ebenso wie von ihnen die Hygieneregeln des Robert-Koch-Instituts befolgt werden müssten.

Gleichzeitig fordern alle Handelsketten Kunden zur Rücksicht auf. Sie weisen flächendeckend auf Hygieneregeln hin, Aushänge informieren über die Wichtigkeit von Husten-/Nies-Etiketten und das Einhalten von Mindestabständen zu anderen Menschen. Lidl beabsichtigt, Bodenmarkierungen einzuführen, die Supermarktkunden eine Orientierung in puncto Sicherheitsabstand bieten. Außerdem empfehlen die Händler dringend, möglichst bargeldlos zu bezahlen.

Keine veränderten Öffnungszeiten bei Supermärkten

Gesonderte Öffnungszeiten für Risikogruppen kündigten Lidl, Rewe, Penny und Edeka sowie Aldi Nord und Aldi Süd hingegen nicht als flächendeckende Maßnahme an. Pläne, derartige Regelungen einzuführen, sind auch bei Netto nicht bekannt.

Sonntagsöffnungen waren zuletzt ein Zankapfel: Landesregierungen wie die in NRW und Bayern haben erlaubt, dass Supermärkte an Sonntagen öffnen. Gewerkschaften hatten das kritisiert – und offenbar planen auch die meisten Geschäfte nicht, von den neuen Möglichkeiten Gebrauch zu machen. Edeka, Lidl, Netto, Rossmann und Kaufland sowie Rewe und Penny bestätigten gegenüber t-online.de, sie beabsichtigten derzeit keine Änderungen an ihren Öffnungszeiten.

Großmärkte öffnen für alle - auch ohne Kundenkarte einkaufen möglich

Der Großhändler Selgros öffnet unterdessen seine 38 deutschen Märkte angesichts der Coronavirus-Krise ab sofort auch für normale Verbraucher. Das Unternehmen wolle damit die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln unterstützten, hieß es am Donnerstag in einer Mitteilung des Unternehmens. Der Einkauf in den Märkten sei deshalb vorübergehend auch ohne Kundenkarte oder Gewerbeschein möglich. Die Warenverfügbarkeit in den Märkten sei bundesweit gewährleistet. Die Frequenz der Warenbelieferung in die Märkte sei dafür erhöht worden, berichtete das Unternehmen. Selgros gehört zur Schweizer Transgourmet-Gruppe.

Der deutsche Wettbewerber Metro hat zwar in Österreich seine Großmärkte für das breite Publikum geöffnet, schreckt aber vor dem gleichen Schritt in Deutschland noch zurück. “Derzeit gibt es keine Rechtssicherheit für die Öffnung des Großhandels für Endkonsumenten in Deutschland”, betonte ein Sprecher. In Österreich sei das anders. Der Konzern prüfe aber die Möglichkeiten, den Beitrag der Metro zur Grundversorgung in Deutschland in der Coronavirus-Krise auszuweiten.

“In Anbetracht der aktuellen Situation einer stabilen Warenversorgung sehen wir keine Notwendigkeit, die Öffnungszeiten zu verändern”, sagte etwa Kristina Schütz, Sprecherin von Rewe und Penny t-online.de. “Als verantwortungsvoller Arbeitgeber und familienorientiertes Unternehmen” trage Aldi Süd eine hohe soziale Verantwortung gegenüber der Belegschaft, erklärte Carolin Kunsleben von Aldi Süd gegenüber dem RND.

Weiterhin keine Versorgungsengpässe

Weiterhin gilt, dass sämtliche Supermärkte keine Versorgungsengpässe befürchten. Allerdings registrierte etwa Edeka weiterhin eine erhöhte Nachfrage nach haltbaren Lebensmitteln wie Nudeln und Konserven sowie nach Hygieneprodukten. “Daher kann es vereinzelt zu Lücken in den Regalen kommen, doch diese können wir in der Regel wieder auffüllen”, erklärte Edeka-Sprecherin Mindt.

Sie betonte, dass in der aktuellen Situation die Beschäftigten und Kaufleute im Einzelhandel besonders gefordert seien. Ihnen sprach Mindt einen großen Dank aus. “Sie leisten Großartiges und zeigen unermüdlichen Einsatz.”

Enger Kontakt zu Behörden

Allerdings schloss Mindt, wie die Sprecher der anderen Ketten auch, nicht aus, dass noch weitere Maßnahmen in Supermärkten kommen. Die Händler stünden derzeit in engem Kontakt zu zuständigen Behörden und Gesundheitsämtern. “Sollten Sofortmaßnahmen in Deutschland notwendig werden, sind wir jederzeit in der Lage, entsprechend kurzfristig zu reagieren”, so Mindt.

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