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WHO sieht Südamerika als das neue Corona-Epizentrum

WELT-Logo WELT vor 2 Tagen
Prof. Claudia Brözel, Tourismusforscherin an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde, erklärt im WELT-Interview, wie die Zukunft des Tourismus aussehen könnte. Quelle: WELT/ Fanny-Fee Werther © WELT/ Fanny-Fee Werther Prof. Claudia Brözel, Tourismusforscherin an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde, erklärt im WELT-Interview, wie die Zukunft des Tourismus aussehen könnte. Quelle: WELT/ Fanny-Fee Werther

Das Coronavirus könnte in Deutschland zu einer Übersterblichkeit geführt haben – mehr Menschen starben als aufgrund des Vorjahresdurchschnitts zu erwarten gewesen wäre. Zu diesem Ergebnis kommt das Statistische Bundesamt nach vorläufigen Berechnungen.

Nach vorläufigen Ergebnissen sind in der Woche vom 20. bis zum 26. April in Deutschland mindestens 17.974 Menschen gestorben. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, sind die Sterbefallzahlen damit im Vergleich zur Vorwoche (13. bis 19. April) um 882 Fälle gesunken, sie liegen jedoch noch immer etwa drei Prozent über dem Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019.

Die erhöhten Sterbefallzahlen zeigen sich seit der letzten Märzwoche. In der Woche vom 6. April bis zum 12. April war die Abweichung mit 2251 Fällen beziehungsweise dreizehn Prozent über dem vierjährigen Durchschnitt am größten.

Laut Statistischem Bundesamt ist die Entwicklung der Sterbefallzahlen auffällig, weil die Grippewelle in diesem Jahr seit Mitte März als beendet gilt. Ein Zusammenhang der Übersterblichkeit mit der Corona-Pandemie liege daher nahe.

Im europäischen Vergleich ist das Ausmaß der Übersterblichkeit in Deutschland eher gering. Das nationale Statistische Amt Italiens berichtet von einer um 49 Prozent erhöhten Sterbefallzahl für den März im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2019. Für den Ballungsraum Stockholm meldet das nationale Statistische Amt Schwedens für die Kalenderwochen 14 bis 16 sogar doppelt so hohe Sterbefallzahlen wie im Durchschnitt dieser fünf Vorjahre. Auch in Belgien, Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz und Spanien werden erhöhte Sterbefallzahlen registriert – nicht aber in Norwegen und Tschechien.

Corona_teaser_Deutschland © Infografik Die Welt/Steinröder Corona_teaser_Deutschland

Derzeit reißt kein Landkreis die Infektionsgrenze

Das Robert-Koch-Institut meldete am Samstagmorgen für Deutschland 638 Neuinfektionen und damit erneut deutlich weniger als 1000 neue Fälle. Damit steigt die Gesamtzahl der nachgewiesenen Ansteckungen in Deutschland auf 177.850. Die Zahl der Todesfälle legt binnen 24 Stunden um 42 auf 8216 zu. Die Zahl der nachweislich Genesenen liegt dem RKI zufolge bei etwa 159.900, rund 800 mehr als am Vortag.

In den letzten sieben Tagen überschritt kein Landkreis mehr die kritische Grenze von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in der Woche. In Bayern, das sich selbst eine niedrigere Grenze von 35 Neuinfektionen gesetzt hatte, überschritten der Landkreis Coburg mit anteilitg 46 Fällen in den letzten sieben Tagen, Regensburg (38) und Lichtenfels (38,9) den Grenzwert. In Thüringen sind weiterhin der Kreis Sonneberg (37,4) und Greiz (30,6) stärker betroffen.

Besonders hohe Zahlen registrierter Infektionen haben den Statistiken der Bundesländer zufolge Bayern mit 46.132 nachgewiesenen Fällen und mindestens 2367 Toten, Nordrhein-Westfalen mit 37.139 Fällen und mindestens 1555 Toten sowie Baden-Württemberg mit 34.345 bestätigten Fällen und mindestens 1692 Toten.

Die Uhrzeit, wann ein neuer Tagesstand gemeldet wird, variiert sowohl von Bundesland zu Bundesland als auch unter Umständen von Tag zu Tag. Das RKI aktualisiert nur einmal pro Tag die Zahlen.

Die Zahl der weltweit registrierten Coronavirus-Infektionen hatte am Donnerstagmorgen die Marke von fünf Millionen überschritten. Inzwischen liegt sie laut der Johns-Hopkins-Universität bei über 5,2 Millionen. Mehr als 338.000 Menschen starben bereits an der durch das Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19. Knapp jede dritte Infektion wurde in den USA nachgewiesen. Haupttreiber der weiteren Ausbreitung des Virus sind laut der Internetseite der Weltgesundheitsorganisation (WHO) die USA, Brasilien, Russland, sowie Saudi-Arabien. Danach folgten Indien, Peru und Katar.

Die Johns-Hopkins-Universität zählt in den USA über 1,6 Millionen Fälle, mit deutlichem Abstand mehr als in jedem anderen Land der Welt. Auch bei den täglichen Neuinfektionen sind die USA weiterhin führend. Über 96.000 Menschen sind bislang infolge einer Infektion gestorben. Neben New York hat sich auch die Hauptstadtregion um Washington D.C. zu einem neuen Epizentrum des Virus entwickelt.

Brasilien hat nach jüngsten Angaben die zweithöchste Zahl von Infizierungen mit dem neuartigen Coronavirus weltweit und liegt damit nun vor Russland – nur die USA haben noch mehr Fälle. Das Gesundheitsministerium in Brasília meldete am Freitag 20.803 Infizierte mehr als am Donnerstag. Damit stieg die Zahl der Infizierten in dem mit 210 Millionen Einwohnern größten Land Lateinamerikas auf 330.890. Die USA überstiegen am Freitagabend (Ortszeit) die Marke von 1,6 Millionen nachgewiesenen Infizierungen.

Mindestens 21.048 Menschen sind in Brasilien im Zusammenhang mit dem Virus bislang gestorben. Bei der Zahl der Todesopfer liegt das Land damit weltweit weiter auf Platz sechs. Der Nothilfe-Koordinator der Weltgesundheitsorganisation, Michael Ryan, sagte im WHO-Briefing zur Coronavirus-Pandemie am Freitag, dass Südamerika das „neue Epizentrum der Krankheit“ und „das am meisten betroffene“ Land sicher Brasilien sei. Ryan erwähnte auch die Situation im Amazonas-Gebiet, wo sowohl die Infektionsrate als auch die Mortalitätsrate in Brasilien am höchsten sind. Das Gesundheitssystem und das Bestattungswesen sind vielerorts in der strukturschwachen Region kollabiert. Zudem sind die Indigenen in Amazonien besonders anfällig für das Virus der Weißen.

In Russland sind inzwischen 3249 Menschen an oder mit dem Coronavirus gestorben. In den vergangenen 24 Stunden wurden weitere 150 Tote gemeldet, das ist der höchste Tagesanstieg bisher. Zugleich legte die Zahl der bekannten Infektionen auf 326.448 zu. Russland hat nach den USA und Brasilien die meisten nachgewiesenen Infektionsfälle. Ein Großteil der aktiven Fälle betrifft dabei die Hauptstadtregion um Moskau.

Die Zahl der Todesfälle in Großbritannien liegt laut JHU bei 36.475. Insgesamt wurden 255.544 Infektionen verzeichnet.

In Spanien starben 56 weitere Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus, teilte das Gesundheitsministerium am Freitag mit. Insgesamt starben bislang 28.628 Menschen im Zuge der Pandemie. Die Zahl der Infektionen stieg um 1787 auf 234.824.

In Italien wurden binnen 24 Stunden 130 weitere Todesfälle bestätigt. Am Tag zuvor seien es noch 156 gewesen, teilte die Zivilschutzbehörde am Freitag mit. Insgesamt stieg die Zahl der Todesopfer auf 32.616. Auch die Zahl der Neuinfektionen blieb der Behörde zufolge stabil. Es wurden 652 neue Ansteckungsfälle. Insgesamt 228.658 Menschen wurden damit bislang positiv getestet.

Frankreich liegt inzwischen bei 182.015 gemeldeten Infektionen. Die Zahl der Todesfälle stieg auf 28.218.

In Indien gibt es inzwischen mehr als 124.700 bestätigte Corona-Infektionen. Damit liegt das 1,3-Milliarden-Einwohner-Land auf Platz 11 der globalen Coronazahlen-Liste der amerikanischen John-Hopkins-Universität. Trotz einer zunächst sehr strikten Ausgangssperre im zweitbevölkerungsreichsten Land der Erde hat sich die Kurve nicht abgeflacht. Inzwischen gibt es in Indien mehr Infektionen als in China. Die Ausgangssperre wurde mittlerweile gelockert, und viele Geschäfte, Märkte sowie Fabriken sind wieder geöffnet, auch der öffentliche Verkehr fließt in mehreren Städten wieder.

In China, wo das Virus seinen Ursprung hat, gab es Stand Samstagmorgen laut JHU mehr als 84.000 registrierte Infektionsfälle, die Zahl der Todesopfer lag bei 4638.

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