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Zahl der Neuinfizierten in Deutschland steigt wieder auf über 900

WELT-Logo WELT vor 5 Tagen
Die lauen Sommernächte in den Städten locken junge Menschen auf die Straßen. Corona scheint vergessen. Jedoch gibt es so viele Corona-Neuinfektionen wie seit Wochen nicht mehr. Quelle: WELT / Sandra Saatmann © WELT / Sandra Saatmann Die lauen Sommernächte in den Städten locken junge Menschen auf die Straßen. Corona scheint vergessen. Jedoch gibt es so viele Corona-Neuinfektionen wie seit Wochen nicht mehr. Quelle: WELT / Sandra Saatmann

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) meldet einen Rekordanstieg der neuen Infektionen: Deren Zahl sei innerhalb eines Tages um 292.527 angestiegen, die der Todesfälle um 6812. Die größten Zunahmen bei der Fallzahl wurden demnach in den USA, Brasilien, Indien und Südafrika verzeichnet. Inzwischen gibt es demnach weltweit mehr als 17 Millionen bestätigte Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2.

In Deutschland steigt die Zahl der Infizierten um 955 auf 209.653. Am Vortag lag sie mit 870 noch deutlich unter 900. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts erhöht sich die Zahl der Corona-Toten um 7 auf 9148.

Als Ursache für die zuletzt wieder höheren Zahlen hatte RKI-Präsident Lothar Wieler am Dienstag Nachlässigkeit bei der Einhaltung der Verhaltensregeln genannt. Ob es sich um den Beginn einer möglichen zweiten Welle handle, sei unklar. Bis vor einiger Zeit habe man es geschafft, die Fallzahlen stabil bei täglich neu gemeldeten 300 bis 500 Fällen zu halten.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 31.7., 0 Uhr, in Deutschland bei 1,06 (Vortag: 1,02). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel rund einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Laut RKI gibt es in Deutschland zurzeit fünf Hotspots mit Inzidenzen über 25 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche: den Landkreis Dingolfing-Landau in Bayern mit einer Inzidenz für die letzten sieben Tage von 188,1 (Fälle pro 100.000 Einwohner), den Landkreis Hof, ebenfalls in Bayern, mit 33,6, die kreisfreie Stadt Weimar in Thüringen (27,7), die NRW-Stadt Solingen (26,4) und den Landkreis Dithmarschen (26,3) in Schleswig-Holstein.

Corona_teaser_Deutschland © Infografik Die Welt/Steinröder Corona_teaser_Deutschland

Die USA sind das am schwersten von der Corona-Pandemie betroffene Land der Welt. Die Zahl der Coronafälle lag nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität am Samstag bei mehr als 4,5 Millionen. Mehr als 153.000 Menschen sind infolge einer Infektion gestorben.

Nach Reuters-Daten sind in dem Land allein am Mittwoch 1461 Menschen an einer Coronavirus-Infektion gestorben, der höchste Wert seit dem 27. Mai. Das entspricht rechnerisch etwa ein Todesfall pro Minute.

In Brasilien gibt das Gesundheitsministerium 52.383 neue Infektionen in den vergangenen 24 Stunden bekannt. In diesem Zeitraum starben 1212 Menschen nach einer Ansteckung. Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität haben sich über 2,6 Millionen Menschen mit dem Virus angesteckt, über 92.000 sind der Infektion erlegen.

Die Zahl der Corona-Toten in Mexiko ist auf 46.688 gestiegen. Das teilte das Gesundheitsministerium des lateinamerikanischen Landes am Freitag mit. Damit überholte Mexiko bei der Zahl der Todesopfer durch die Lungenkrankheit Covid-19 Großbritannien und rückte weltweit an die dritte Stelle hinter Brasilien und den Vereinigten Staaten. Bislang haben sich in dem Land 424.637 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert.

Großbritannien ist nach wie vor das am stärksten getroffene Land Europas. Die Johns-Hopkins-Universität zählt dort mehr als 304.800 Infektionen und 46.204 Tote. Nach Behördenangaben hat das Land in der Pandemie auch die höchste Übersterblichkeit in Europa. Rund 65.000 mehr Menschen als sonst seien hier in diesem Jahr gestorben, teilt das Nationale Statistikamt ONS mit.

Die Übersterblichkeit verteile sich über das ganze Land, im Gegensatz zu vielen europäischen Ländern, wo sie sich auf bestimmte Regionen konzentriert. Allerdings habe England eine deutlich höhere Sterbeziffer als Schottland, das wiederum höhere Zahlen als Wales und Nordirland aufweise. Spanien habe zwar einen höheren Spitzenwert bei der Übersterblichkeit, aber in Großbritannien sei sie langsamer gesunken, was zu der hohen Zahl geführt habe.

Polen verzeichnet Rekordwert bei den Neuinfektionen

In Spanien sind binnen 24 Stunden 1229 Neuinfektionen gemeldet worden – das ist die höchste Zahl seit Aufhebung der weitreichenden landesweiten Beschränkungen am 21. Juni. Insgesamt seien damit 285.430 Infektionen nachgewiesen worden, teilt das Gesundheitsministerium mit.

Polen verzeichnet mit 615 Neuinfektionen den bislang höchsten Zuwachs an Corona-Fällen binnen 24 Stunden. Zudem seien 15 weitere Menschen an oder mit dem neuartigen Virus gestorben, teilt das Gesundheitsministerium auf Twitter mit. Damit steigt die Zahl der nachweislichen Infektionsfälle in Polen auf 45.031 und die Zahl der Todesfälle auf 1709. Obwohl die Regierung vor allem Virus-Ausbrüche in den Bergbau-Regionen für die steigenden Zahlen verantwortlich macht, kündigte sie an, auch notfalls wieder Quarantäne-Regeln für Heimkehrer von Auslandsreisen anzuordnen. Dazu verwies ein Sprecher auf wieder höhere Infektionszahlen in Spanien und Frankreich.

In China melden die Behörden 127 neue Coronavirus-Fälle. Das ist der höchste Wert seit dem 5. März. 112 dieser Fälle werden in der nordwestlichen Region Xinjiang registriert, teilen die Gesundheitsbehörden mit. Insgesamt zählt die Johns-Hopkins-Universität in dem Land bislang 87.655Infektionen und 4661 Todesfälle.

Zuletzt waren in China Mitte April mehr als 100 Neuinfektionen binnen eines Tages registriert worden. Die derzeitigen Eindämmungsmaßnahmen konzentrieren sich vor allem auf den neuen Corona-Hotspot Dalian, wo die Behörden vergangene Woche einen Ausbruch in einem Verarbeitungsbetrieb für Fisch und Meeresfrüchte gemeldet hatten. Bis Mittwoch bestätigten die Behörden insgesamt 52 Neuinfektionen in der Millionenmetropole.

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