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Blick in die Glaskugel: Was bringt das Microsoft-Jahr 2018?

Dr. Windows-LogoDr. Windows 02.01.2018 Martin Geuß

© Bereitgestellt von Martin Geuss (Blog Dr. Windows)

Zu Beginn eines neuen Jahres fragt man sich gerne: Was wird es bringen? In Bezug auf Microsoft müsste man diese Frage eher mitten im Kalenderjahr stellen, denn das Geschäftsjahr der Redmonder beginnt jeweils am 1. Juli, die Strategie für die kommenden 12 Monate und die zugehörigen Budgets werden also immer im Sommer festgezurrt.

Nichtsdestotrotz möchte ich den kalendarischen Jahresauftakt nutzen, um einen Ausblick auf das Jahr 2018 zu wagen und einzuschätzen, was wir von Microsoft erwarten dürfen.

Office 365 -> Microsoft 365?

Für Unternehmenskunden gibt es seit Ende 2017 das Produkt „Microsoft 365“ – ein Rundum-Sorglos-Paket, welches Windows 10 Enterprise, Office 365 und verschiedene weitere Zusatzleistungen beinhaltet. Ich bleibe bei meiner Prognose, dass wir ein solches Produkt auch für Endkunden sehen werden. Mit einem Office 365-Abo bekommt man schon jetzt zusätzlichen OneDrive-Speicher und ein werbefreies Outlook.com, seit dem Fall Creators Update sind spezielle Funktionen von „Story Remix“ an Office 365 gebunden. Ich rechne fest damit, dass diese Entwicklung weiter gehen wird und Microsoft auch für die Consumer ein Komplett-Paket anbietet. Wenn der Preis stimmt und dafür ein echter Mehrwert geboten wird, dann soll es mich nicht stören.

Office 2019

Im Herbst des Jahres wird Office 2019 erscheinen, das hat Microsoft bereits angekündigt. Welche Neuerungen darin enthalten sein werden, wurde bislang noch nicht verraten. Auf der Ignite-Konferenz wurde ein Screenshot der neuen Outlook-Oberfläche gezeigt, die sich aber natürlich noch in der Konzept-Phase befindet. Wenn das so umgesetzt wird, dürften die Menübänder Geschichte sein. Man munkelt von einer neuen, vollständig anpassbaren Menüleiste.

Outlook 2019 © Bereitgestellt von Martin Geuss (Blog Dr. Windows) Outlook 2019

Außerdem soll die Stiftbedienung einer der Schwerpunkte in Office 2019 sein.

Zumindest eine kleine Überraschung ist, dass Office 2019 wieder als Einzelplatz-Version angeboten wird – nicht Wenige hatten damit gerechnet, dass mit dem nächsten Major-Release auch ein Abo-Zwang eingeführt wird. Office 365-Kunden (sowohl Home/Personal als auch Business) erhalten Office 2019 automatisch kostenlos, sobald es verfügbar ist.

Windows 10

Im Frühjahr wird das Redstone 4 Update erscheinen, welches noch keinen offiziellen Namen hat. Im Herbst folgt ein weiteres Update, mutmaßlich „Redstone 5“. Microsoft wird sich im Jahr 2018 auf Funktionen konzentrieren, die dabei helfen sollen, die Produktivität zu steigern. Timeline ist ein wichtiger Baustein, es kommt mit Redstone 4, im Herbst werden dann wohl die „Sets“ folgen, mit denen sich Anwendungen wie Webseiten im Browser in Tabs innerhalb eines Fensters zusammenfassen lassen.

Viel spannender ist natürlich die Frage, ob und was wir im Jahr 2018 schon von Andromeda, CShell und Co. zu sehen bekommen. Die Vision vom „One Windows“ soll damit endlich Wirklichkeit werden, wobei ich glaube, dass die damit verbundene Modularität von Windows 10 zwar auch, aber nicht nur auf neue Formfaktoren für Endgeräte zielt. „Edge Computing“ lautet das Stichwort, für die Verlagerung von Rechenvorgängen aus der Cloud auf lokale Endgeräte wird ein passendes System benötigt. Was sich genau hinter dem Begriff Edge Computing verbirgt, kann in diesem Beitrag nachgelesen werden.

Windows 10 on ARM wird ein sehr spannendes Thema werden. Ich halte mich mit vorsorglicher Begeisterung ebenso zurück wie mit vorauseilenden Zweifeln, beides ist ja durchaus vorhanden. Wenn die ersten Geräte da sind, werden wir es wissen, und erst dann lohnt es sich, so richtig ausführlich darüber zu sprechen.

Surface

Das Jahr 2017 hat uns ein neues Surface Pro, das Surface Laptop und das SurfaceBook 2 gebracht. Und auch wenn das Surface Laptop meiner Meinung nach das „sexiest Surface ever“ ist, so müssen wir feststellen: Das Surface-Jahr 2017 war Evolution pur und hat uns keinen besonderen Surface-Moment beschert. Das sollte in 2018 wieder anders werden, um den Innovations-Anspruch der Marke zu unterstreichen. Ein Surface-Gerät mit ARM-CPU – in welchem Formfaktor auch immer – drängt sich ja geradezu auf.

KI / Cortana

Wie viele andere IT-Firmen reitet auch Microsoft die KI-Welle und betont bei jeder Gelegenheit, dass sämtliche Produkte von künstlicher Intelligenz durchdrungen werden. Für viele Nutzer klingt das zunächst sehr abstrakt, was es ja auch ist. Die Personen- oder Objekt-Erkennung in der Fotos App ist nur ein kleines, dafür aber handfestes Beispiel.

Besonders spannend ist, was denn nun aus Cortana wird. Seit der Ende August angekündigten Kooperation mit Amazon, die Cortana und Alexa zu Freundinnen machen soll, hat man leider nichts mehr gehört. Da tun sich äußerst spannende neue Möglichkeiten auf, aber nach wie vor fällt die Vorstellung schwer, wie das miteinander funktionieren soll.  Neben einer funktionalen Abgrenzung könnte ich mir auch vorstellen, dass die Ausprägung dieser Partnerschaft lokal unterschiedlich ist. Und wenn ich ehrlich bin, dann würde ich mir für den deutschen Markt wünschen, dass man Cortana einfach durch Alexa ersetzen kann. Die Hoffnung, dass aus Microsofts Sprachassistentin jemals ein ernstzunehmendes deutsches Produkt wird, habe ich aufgegeben. Ich denke auch nicht, dass Microsoft im Endkunden-Bereich hier noch irgendwelche Chancen hat. So allgegenwärtig Alexa derzeit auch wirkt – langfristig wird Google Assistant wohl nicht aufzuhalten sein. Wenn, dann können Amazon und Microsoft nur gemeinsam etwas gegen die Übermacht aus Mountain View auf die Beine stellen.

Dies war der erste Teil meiner Jahres-Vorschau. In Teil 2 sprechen wir über Mixed Reality, Gaming, den möglichen „mobilen Neustart“, die schwierige Beziehung zu den Consumern und meinen wichtigsten Wunsch an Microsoft, was die Einführung neuer Produkte angeht. Stay tuned.

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