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Bundesagentur für Arbeit : "Arm trotz Arbeit" - Mehr als drei Millionen mit mehreren Jobs

RP ONLINE-Logo RP ONLINE 13.10.2017 RP ONLINE
Auch im Gastgewerbe sind die Zahlen der Zweitjobber gestiegen. © NGG Auch im Gastgewerbe sind die Zahlen der Zweitjobber gestiegen.

Ein Job reicht oft nicht zum Leben. Die Zahl der Menschen, die mehrfach beschäftigt sind, ist in zehn Jahren um einen Million gestiegen. Mehr als drei Millionen Deutsche haben zwei oder mehr Jobs.

Immer mehr Beschäftigte in Deutschland gehen mehreren Jobs nach. In den vergangenen zehn Jahren nahm die Zahl der Mehrfachbeschäftigten nahezu kontinuierlich um rund eine Million zu. 3,2 Millionen Deutsche hatten im vergangenen März mehrere Jobs. Das geht aus einer Erhebung der Bundesagentur für Arbeit (BA) hervor, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt. Die Linken im Bundestag hatten die Zahlen bei der BA angefragt.

Auch im Vorjahresvergleich nahm die Zahl zu. Im März 2016 waren knapp 3,1 Millionen Arbeitnehmer betroffen. Bis Jahresende nahm die Zahl zu, um seither wieder leicht abzusinken. 2,7 Millionen Menschen gehen einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach und haben zusätzlich mindestens eine geringfügige Beschäftigung. Diese Variante ist damit die häufigste Kombination.

Mehr als 310.000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte haben mindestens einen weiteren solchen Job. Eine dritte Variante ist die Ausübung einer ausschließlichen geringfügigen Beschäftigung und mindestens einer weiteren geringfügigen Beschäftigung. In dieser Situation befanden sich 260.000 Menschen.

"Nicht freiwillig, sondern aus purer Not"

Die Linken-Fraktionsvize Sabine Zimmermann, die die Anfrage gestellt hatte, kritisierte: "Für immer mehr Beschäftigte reicht das Einkommen aus einem Job nicht mehr aus. Der überwiegende Teil dürfte aus purer finanzieller Not mehr als einen Job haben und nicht freiwillig."

Viel zu viele Menschen seien arm trotz Arbeit. "Die scheidende Bundesregierung hat hier auf der ganzen Linie versagt", kritisierte Zimmermann. Die Einführung des Mindestlohns sei nicht ausreichend gewesen, um Arbeit existenzsichernd zu machen. Nötig seien dessen Erhöhung und die Abschaffung von "Niedriglohnbeschäftigung in Form der Leiharbeit".

Die Arbeitslosigkeit ist zuletzt auf ein neues Rekordtief gesunken.

Knapp 2,5 Millionen Arbeitslose gab es im September. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten nahm in den vergangenen Jahren fast kontinuierlich von 26,8 auf knapp 32 Millionen zu, die der ausschließlich geringfügig Beschäftigten sank von 5,2 auf rund 4,9 Millionen.

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