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8 falsche Ansichten über Ernährung, mit denen unsere Eltern uns geschadet haben

Business Insider Deutschland-Logo Business Insider Deutschland 20.05.2019 Valentina Resetarits

© Shutterstock  

Fühlt ihr euch auch bis heute schlecht, wenn ihr euer Mittagessen nicht aufesst?

Sicherlich wisst ihr schon, dass es für eure Gesundheit und euer Körpergewicht besser ist, dann mit dem Essen aufzuhören, wenn ihr satt seid — und nicht, wenn der Teller leer ist. Aber trotzdem kommen diese negativen Gefühle in euch auf. Wahrscheinlich erinnert ihr euch unterbewusst an die Momente in eurer Kindheit, in denen euch eure Mutter sagte, dass keiner den Tisch verlässt, solange nicht jeder aufgegessen hat. Oder als euer Vater euch darauf hinwies, dass in Afrika Kinder vor Hunger sterben und ihr hier nicht einmal für diesen Teller dankbar seid. Ach, und das Wetter wird auch schlecht, wenn ihr nicht aufesst, predigte Oma.

Eure Eltern haben euch diese Angewohnheit über Jahre antrainiert — und jetzt könnt ihr sie nur schwer wieder aufbrechen. Charles Duhigg schreibt in seinem Buch „Die Macht der Gewohnheit“, dass eine Angewohnheit ein Kreislauf in eurem Gehirn aus Auslöser, Verhalten und Belohnung ist. Euer Gehirn schaltet auf Autopilot, wenn ihr den Teller leeresst — obwohl ihr satt seid, esst ihr weiter, weil das Belohnungssystem im Gehirn aktiv ist.

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Deshalb fällt es uns so schwer, die Angewohnheiten aus unserer Kindheit aufzubrechen, obwohl sie viele krank und fett gemacht haben. Ihr könnt euren Eltern aber nicht allein die Schuld geben — sie wussten es nicht besser. Mächtige Lebensmittelkonzerne wie Coca-Cola oder Kellogg’s haben ihren Beitrag dazu geleistet, falsche Weisheiten über Ernährung zu verbreiten.

Untergewicht ist schlimmer als Übergewicht

 

„Mädchen, iss mehr, du bist viel zu dünn.“ Die Vorstellung der Elterngeneration, was Normalgewicht ist und wo Untergewicht beginnt, war etwas seltsam. Anstatt sich auf die vielen Kinder mit Michelin-Männchen-Armen und Doppelkinn zu konzentrieren und wie man ihnen helfen kann, galten jene als ungesund, die normalgewichtig oder leicht untergewichtig waren.

Aus einer Studie, die im vergangenen Jahr im Fachmagazin „The Lancet“ veröffentlicht wurde, geht hervor, dass übergewichtige Menschen im Schnitt drei bis vier Jahre kürzer gesund leben als normalgewichtige, schwer übergewichtige sogar sieben bis acht Jahre weniger gesund bleiben. Hinzu kommt: Laut Weltgesundheitsorganisation sind 26,3 Prozent der deutschen Kinder zwischen 5 und 17 Jahren übergewichtig und lediglich 1,6 Prozent der gleichen Altersgruppe untergewichtig. Übergewicht ist also eindeutig das unterschätzte der beiden Probleme.

Gebt den Kindern Saft

 

Bestimmt habt ihr in eurer Kindheit öfter einmal Orangensaft zum Frühstück bekommen. Er soll ja so gesund sein. Nun, hier kommt die traurige Wahrheit: In Bezug auf die Nährwertangaben ist Saft nicht viel besser als ein Glas Limo oder ein anderes zuckerhaltiges Getränk. Und bei zuckerhaltigen Getränken ist die wissenschaftliche Ansicht ziemlich klar: Eine Studie, die kürzlich im Fachmagazin „JAMA Pediatrics“ veröffentlicht wurde, legt nahe, dass Kinder, die Flüssigkeit ausschließlich in Form von gesüßten Getränken konsumieren, täglich mehr als doppelt so viele Kalorien in flüssiger Form zu sich nehmen wie Kinder, die Wasser trinken.

Saft ist nicht nur kalorienreich (350 Milliliter Orangensaft können schon mal 153 Kalorien haben), sondern lässt auch euren Blutzuckerspiegel in die Höhe schnellen und ihr bekommt höchstwahrscheinlich Heißhungerattacken.

Aber wo bekommt man dann seine Vitamine her und wie kann man seinen Durst löschen? Esst Obst und trinkt Wasser. So einfach sieht die Sache aus. Wobei, so einfach. Wer sich einmal angewöhnt hat, nur süße Getränke zu sich zu nehmen, hat später große Schwierigkeiten, diese Gewohnheit zu brechen. Aber das solltet ihr. Denn aus einer Studie, die kürzlich im Fachmagazin „Circulation“ veröffentlicht wurde, geht hervor, dass Erwachsene, die täglich zwei bis sechs Gläser von gezuckerten Getränken zu sich nehmen, eine 31 Prozent höhere Chance haben, verfrüht an einer Herzkrankheit zu sterben (sorry, die Light-Varianten der Getränke sind nur bedingt besser).

Ohne Milch geht nichts

 

Vielleicht seid ihr alt genug, um den Werbeslogan „Die Milch macht’s“ noch zu kennen. In unserer Kindheit wurde uns eingeredet, dass Milch von Kühen der beste Kalziumlieferant (also gut für die Knochen) und unverzichtbar ist. Nur dass sie das nicht ist, weil zu viel Milch sogar das Gegenteil bewirken und die Knochen schwächen kann.

Blattgemüse, Brokkoli, Bohnen, Sesam und Soja sind ebenso reich an Kalzium und sogar besser für eure Knochen. Und falls ihr noch immer denkt, dass Kuhmilch ein unverzichtbarer Teil der Ernährung ist, dann haltet euch vor Augen, dass 75 Prozent der Weltbevölkerung laktoseintolerant ist. Wir sind also vermutlich gar nicht dafür gemacht, so viel Milch als Erwachsene zu konsumieren.

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