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Bitte mehr Deutsch: Debatte um Englisch sprechende Kellner

dpa-Logodpa 13.08.2017 dpa
Jens Spahn. © Bereitgestellt von dpa-infocom Jens Spahn.

Kellner, die nur Englisch sprechen - das nervt in Berlin so manchen. Nun hat auch CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn (37) seinen Unmut geäußert. Ihn stört, wenn er in der immer internationaler werdenden Hauptstadt mit der deutschen Sprache bisweilen nicht mehr weiterkommt. «Mir geht es zunehmend auf den Zwirn, dass in manchen Berliner Restaurants die Bedienung nur Englisch spricht», sagte der Staatssekretär im Bundesfinanzministerium der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Samstag).

«Auf so eine Schnapsidee käme in Paris sicher niemand.» Generell, also auch über die Gruppe von Kellnern hinaus, findet der 37-Jährige, dass in Deutschland das Zusammenleben nur gelingen könne, wenn alle auch Deutsch sprechen. «Das sollten und dürfen wir von jedem Zuwanderer erwarten.»

Auf Twitter gab es ein großes Echo. «Ja. Dass alle auch Deutsch sprechen oder lernen, das dürfen wir von jedem Zuwanderer erwarten. Von jedem Touristen nicht, @jensspahn», schrieb der Grünen-Bundestagsabgeordnete Volker Beck. Der Chef der FDP in Rheinland-Pfalz, Volker Wissing, twitterte: «Und wie viele Kellnerinnen und Kellner wohl von Jens Spahn genervt sind???» Juliane Seifert, Bundesgeschäftsführerin der SPD, schreibt: «I'm feeling so sorry for him. Poor guy.»

Englisch hört man in der Hauptstadt in vielen Lokalen - vor allem in Trend-Vierteln wie Neukölln, Kreuzberg und Mitte. Der Tourismus boomt, und die Stadt hat viele englischsprachige Neubürger, die «Expats».

Der Berliner «Tagesspiegel» hatte im März geschrieben: «Liebe Kellner, euer Englisch nervt!» Der Autor berichtete, dass ihn beim Frühstücken in einem französischen Restaurant in Neukölln die Kellnerin mit «Hello, how are you?» begrüßt habe. Das Szenario: Der Autor sitzt in einem Café, und alle vier Bedienungen sprechen nur Englisch.

Das englischsprachige Stadtmagazin «Exberliner» titelte schon 2013: «Sorry, no German!». In der Kolumne hieß es, man stelle sich mal vor, zwei Berliner würden in Australien eine rein deutschsprachiges Restaurant öffnen - sie würden in zwei Wochen wieder dicht machen.

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