Durch Nutzung dieses Diensts und der damit zusammenhängenden Inhalte stimmen Sie der Verwendung von Cookies für Analysezwecke, personalisierte Inhalte und Werbung zu.
Sie verwenden eine veraltete Browserversion. Bitte verwenden Sie eine unterstütze Versiondamit Sie MSN optimal nutzen können.

Jeder soll bei der Jagd auf Planet Neun mithelfen

DIE WELT-Logo DIE WELT 16.02.2017

Am Rande des Sonnensystems könnte es einen neunten Planeten geben. Doch bislang konnten Forscher ihn nun theoretisch berechnen. Für einen Beweis brauchen sie die Hilfe normaler Menschen. Wie Sie mitsuchen können.

Die Himmelsmechanik steckt voller Rätsel. Eines davon ist es, ob es am Rande unseres Sonnensystems einen bisher unentdeckten Planeten gibt. Beobachtet wurde dieser potenzielle Himmelskörper bislang nicht. Viele Forscher glauben trotzdem, dass er existieren muss.

Denn kleine Elemente, die sich jenseits von Neptun, dem äußerten Planeten, befinden, verhalten sich nicht so, wie sie eigentlich müssten. Sie scheinen von einer bislang nicht bekannten Kraft in ihrer Bahn beeinfluss zu werden.

Erklären könnte man diese Auffälligkeit, wenn es einen großen Planeten gäbe. Wie genau der allerdings beschaffen sein müsste – darüber gibt es verschiedene Theorie. So könnte es sich nach Überzeugung von Astronomen des California Institute of Technology (Caltech) um einen Eisriesen handeln.

Theoretisch vorhanden – aber noch nicht entdeckt

Michael E. Brown glaubt, dass dieser Planet einen zwei- bis vierfach so großen Radius wie die Erde hat - ähnlich groß wie Neptun also. Er müsste sich sehr weit draußen befinden, eine Umrundung der Sonne würde, so der Wissenschaftler, etwa 15.000 Erdenjahre dauern.

Brown ist optimistisch, dass der theoretisch vorhergesagte Planet innerhalb der nächsten fünf Jahre tatsächlich entdeckt werden wird.

Damit das möglichst schnell passiert, hat die amerikanische Weltraumbehörde Nasa in Zusammenarbeit mit den Caltech-Forschern nun ein neues Projekt vorgestellt. Darin kann jeder bei der Suche nach Planet neun mithelfen. Auf einer Website mit dem Namen "Backyard Worlds: Planet 9" müssen die Bürgerwissenschaftler dazu kleine Videos ansehen, die aus Daten des unbemannten Weltraumteleskops "Wise" (Wide-field Infrared Survey Explorer) zusammengestellt worden sind. Das Teleskop war 2010 von der Nasa in den Weltraum geschickt worden, um den gesamten Himmel in verschiedenen Wellenlängenbereichen aufzuzeichnen. Nach einem Jahr wurde es außer Betrieb gestellt, seit 2013 wieder aktiviert, um nach Asteroiden zu suchen.

Die Freizeitforscher müssen die Videos auf Unregelmäßigkeiten beziehungsweise Bewegungen hin durchforschen. "Die automatische Suche funktioniert in manchen Regionen des Himmels nicht so gut", erklärt Berkeley-Astronom Aaron Meisner. "Das menschliche Gehirn kann Bewegungen wesentlich besser erkennen als Computer."

This artist's concept depicts a system, called KOI-961, that hosts the three smallest exoplanets known so far to orbit a star other than our sun. (Photo by: Universal History Archive/UIG via Getty Images) © UIG via Getty Images This artist's concept depicts a system, called KOI-961, that hosts the three smallest exoplanets known so far to orbit a star other than our sun. (Photo by: Universal History Archive/UIG via Getty Images)

Man kann mit den kleinen Videos also prima die Zeit totschlagen – immer mit dem guten Gefühl, an der Erforschung des Weltalls beteiligt zu sein. Allerdings sollte man sich vorher auch darüber im Klaren sein, dass Planet neun vielleicht gar nicht existiert. Die wissenschaftliche Debatte darüber ist nämlich noch längst nicht abgeschlossen.

| Anzeige
| Anzeige

Mehr von DIE WELT

| Anzeige
image beaconimage beaconimage beacon