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Migräneauslöser: Ist Rotwein ein eigenständiger Trigger oder nicht?

FIT FOR FUN-Logo FIT FOR FUN 23.04.2019 Cover Media
© iStockphoto

Ist Rotwein vielleicht gar kein eigenständiger Migräneauslöser wie bislang häufig angenommen? In einer aktuellen Studie aus den Niederlanden gab nur ein Bruchteil der Befragten an, dass Wein bei ihnen zu Migräneattacken führt.

Im Rahmen der niederländischen 'Leiden University Migraine Neuro-Analysis' (LUMINA) untersuchten Wissenschaftler einmal mehr den Zusammenhang zwischen Alkohol und Migräne und beschäftigten sich dabei unter anderem mit der Frage, ob Rotwein ein eigenständiger Trigger von Migräneattacken ist.

Die Ergebnisse der Studie wurden im 'European Journal of Neurology' veröffentlicht. 

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Für ihre Studie befragten die Mediziner 2.197 Patienten im Alter von 18 bis 80 Jahren, die unter Migräne gemäß der internationalen medizinischen Klassifikation ICHD-3 leiden, webbasiert zu ihrem Trinkverhalten und den Triggern, die bei ihnen die Kopfschmerzattacken auslösen.

Das herausstechendste Ergebnis: Lediglich 8,8% der Studienteilnehmer konnten Rotwein als eigenständigen Trigger, der in jedem Fall und ausnahmslos zu einer Migräneattacke führt, benennen. 

Für die Studienautoren steht deswegen zur Diskussion, ob Rotwein ein wirklicher oder lediglich ein gefühlter Trigger ist. Dazu braucht es den Experten zufolge weitere Untersuchungen.

 

Kein Freifahrtschein

Professor Dr. Hans-Christoph Diener, Pressesprecher der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN), betont mit Blick auf die aktuelle Studie: "Die Studie sollte keinesfalls so interpretiert werden, dass Migränepatienten ruhig Rotwein trinken sollten – Alkohol, insbesondere Rotwein, bleibt ein Migräne-Trigger, nicht geklärt ist nur, wie groß sein Einfluss tatsächlich ist. Migränepatienten sind immer gut beraten, jeden vermeidbaren Auslöser einer Migräneattacke zu umgehen."

Zu vermeidbaren Auslösern zählt im Grunde alles, was der Mensch isst und trinkt – ganz einfach, weil sich jeder von uns frei entscheiden kann, ob er Rotwein, Käse oder Schokolade zu sich nimmt.

Bei nicht vermeidbaren Migräneauslösern sieht das anders aus. "Selten ist nur ein einziger Trigger für den Ausbruch eines Migräneanfalls verantwortlich, meist kommen mehrere Auslöser zusammen. Rotwein kann man leicht umgehen, andere Migräneauslöser, wie z.B. Hormonschwankungen oder Wetterumschwünge, aber nicht.

Deswegen ist es klug, auf vermeidbare Auslöser zu verzichten, um das Risiko für das Auftreten von Migräneattacken geringer zu halten", erläutert Professor Dr. Hans-Christoph Diener weiter.

 

Migräne und Alkohol bleibt heikel

Trotz der niedrigen 8,8%, die Rotwein als eigenständigen Trigger benennen konnten, ergab auch die aktuelle Studie, dass Migräne und Alkohol alles andere als ein Dream-Team sind.

Von den 2.197 Befragten der Studie konsumieren 1.547 Menschen Alkohol. Unter diesen gaben 42,5% an, dass Alkohol bei ihnen Migräne auslöst.

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