Sie verwenden eine veraltete Browserversion. Bitte verwenden Sie eine unterstütze Versiondamit Sie MSN optimal nutzen können.

Nasser «Axel»: Dauerregen in Sicht

dpa-Logodpa 20.05.2019 dpa

Tief «Axel» bringt in den kommenden Tagen immer neue Schauer nach Deutschland. Vielerorts drohen Hochwasser. In Thüringen hat es bereits Überschwemmungen gegeben, die Lage bleibt dort angespannt.

Auch in der Bundeshauptstadt gab es ein heftiges Gewitter. © Foto: Paul Zinken Auch in der Bundeshauptstadt gab es ein heftiges Gewitter.

Die Meteorologen erwarteten heftige Regenfälle von Südniedersachsen über Osthessen, Westthüringen, Baden-Württemberg bis nach Bayern. Es deute sich eine «brisante Dauerregenlage» an, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Montag mit. Besonders viel soll es an den Alpen regnen. Schneeschmelze könnte die Lage noch verschärfen.

Am Montag zog ein kurzes, aber heftiges Gewitter über Berlin. Die Feuerwehr rückte zu zahlreichen Einsätzen aus, es blieb aber bei kleineren Schäden, wie ein Sprecher am Abend sagte. Wegen der zahlreichen Anrufe rief die Behörde aber am späten Nachmittag zeitweise den Ausnahmezustand aus. Das bedeutet, dass Einsätze je nach Wichtigkeit bearbeitet werden, nicht nach der Zeit der eingehenden Notrufe.

Die Feuerwehr bat die Berliner, sich um kleinere Schäden wie voll gelaufene Keller oder Garagen selber zu kümmern, sagte ein Sprecher der Einsatzkräfte.

Am südlichen Stadtrand gerieten durch Blitzeinschlag zwei Einfamilienhäuser in Brand, Verletzte gab es aber nicht, wie ein Feuerwehr-Sprecher sagte. Die Brände waren schnell gelöscht.

Auf einzelnen Straßenbahn- und S-Bahnstrecken führte der starke Gewitterregen zu Verspätungen und Ausfällen. Betroffen waren nach Angaben der Berliner Verkehrsbetriebe mehrere Straßenbahnlinien. Am Flughafen Tegel wurde die Abfertigung kurz unterbrochen. Auf dem Flughafen Schönefeld kam es wegen des Gewitters zu Verzögerungen.

Mehr Top-Nachrichten auf MSN:

Krise in Österreich: Alle FPÖ-Minister verlassen Regierung

Drohnen-Krieg: USA setzten "Ninja-Bombe" ein

Donald Trump: Die Angstmaschine

In Thüringen bereiten sich Einsatzkräfte auf weitere Überschwemmungen vor. Den Höhepunkt beim Hochwasser erwarten die Hydrologen in der Nacht zu Dienstag. «Wir gehen davon aus, dass die Pegelstände gravierend ansteigen», sagte ein Sprecher der Rettungsleitstelle des Ilm-Kreises. Dort liegt Plaue, wo die Lage besonders angespannt ist. Straßen sind überflutet; in einem Ortsteil sicherten Einsatzkräfte einen Gastank, der wegzuschwimmen drohte.

In der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt wurden nach Angaben einer Sprecherin teils an dem Fluss Gera Wassermengen wie beim Hochwasser 2013 erwartet. Damals war die Lage nach starken Regenfällen angespannt, weil ein Deich zu brechen drohte. Bei den jetzigen Regenfällen rechnen die Experten aber auch mit einem schnellen Abschwellen der Flüsse bereits im Laufe des Mittwochs.

Der DWD gab für mehrere Landkreise der betroffenen Bundesländer sowie für Teile Sachsen-Anhalts Unwetterwarnungen heraus und warnte zudem vor Hochwasser. Die größte Hochwassergefahr besteht demnach im Allgäu. Erst im Laufe des Mittwochs soll der Regen nachlassen.

Bis dahin könnten bis zu 80 Liter Regen pro Quadratmeter niedergehen, im Allgäu sogar mehr als 100 und bis zu 180 Liter. Zum Vergleich: Die durchschnittliche Niederschlagsmenge für den gesamten Monat Mai liege in Frankfurt bei etwa 84 Liter Regen pro Quadratmeter, erläuterte ein Meteorologe. In mehreren bayerischen Landkreisen - darunter Mühldorf am Inn, Unter- und Ostallgäu sowie Passau und Bad Kissingen - wurden Hochwasserwarnungen ausgesprochen. Auch bei kleineren Gewässern und Wildbächen seien rasch ansteigende Wasserstände zu erwarten, hieß es.

Sorge auch in Baden-Württemberg: Unter anderem im Schwarzwald sowie im Umfeld der Schwäbischen Alb dürften bis Mittwoch Niederschläge von teils 80 bis 100 Liter pro Quadratmeter niedergehen, so der DWD.

Der DWD erwartet auch noch einige teils schwere Gewitter. Bei Höchstwerten zwischen 13 und 20 Grad regnet es am Dienstag viel, besonders im Süden droht Starkregen. Im Osten sind mit Sonne bis zu 24 Grad drin. Am Mittwoch drohen in der Osthälfte und an den Alpen noch einige Schauer und einzelne Gewitter. Sonst ist es häufig trocken bei 14 bis 22 Grad. Am Donnerstag soll dann ein Zwischenhoch vorerst für Entspannung sorgen - aber: «Eine stabile Hochdruckwetterlage ist derzeit noch nicht in Sicht.»

Mehr auf MSN

Video wiedergeben
| Anzeige
| Anzeige
| Anzeige
image beaconimage beaconimage beacon