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Status der Halbinsel Krim: Apple beugt sich russischer Regierung

ZDNet-LogoZDNet vor 5 Tagen Stefan Beiersmann
Apple-Maps-Icon (Bild: Apple) © DEFAULT_CREDIT Apple-Maps-Icon (Bild: Apple) Der iPhone-Hersteller folgt dem Beispiel Googles. Es zeigt russischen Nutzern die Halbinsel Krim in der Wetter- und Karten-App als Teil der russischen Föderation. Die Ukraine rät Apple indes, sich aus der Weltpolitik herauszuhalten.

Apple hat sich offenbar Forderungen der russischen Regierung gebeugt und zeigt nun die Halbinsel Krim in seinen Karten- und Wetter-Apps als Teil der Russischen Förderation an. Seit der Annexion der Krim im Jahr 2014 ist die völkerrechtliche Zugehörigkeit umstritten. Während Russland die Republik Krim sowie die Stadt Sewastopol als Teil der russischen Föderation ansieht, beharren die Ukraine und die Mehrheit der Staaten weltweit auf eine Zugehörigkeit zur Ukraine.

Das Kartenmaterial, das die Krim Russland zuordnet, wird allerdings nur angezeigt, wenn Maps und Wetter von russischem Territorium aus aufgerufen werden, wie die BBC berichtet. Überall sonst wiesen Apples Karten die Krim als zu keinem Staat zugehörig aus.

Grenzverlauf zur Krim (Screenshot: ZDNet.de)

Grenzverlauf zur Krim (Screenshot: ZDNet.de)
© Bereitgestellt von ZDNet
Apple (oben) und Google (unten) zeigen in seinen Karten einen Grenzverlauf zwischen der Ukraine und der Krim, jedoch nicht zwischen der Krim und Russland. Google nutzt jedoch nicht die für Ländergrenzen übliche Markierung (Screenshot: ZDNet.de)Dem Bericht zufolge gingen der Änderung mehrmonatige Verhandlungen zwischen Apple und dem russischen Parlament voraus. Die Abgeordneten der Duma hatten demnach die Darstellung der Krim in Apples Karten als „Ungenauigkeit“ eingestuft. Der Vorschlag Apples, die Krim als weder zu Russland noch zur Ukraine gehörendes Territorium darzustellen, wurde abgelehnt.

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Laut der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Interfax soll Vasily Piskaryov, Vorsitzender des Anti-Korruptions-Ausschusses der Duma, die Zuordnung der Krim zur Ukraine als Verstoß gegen russisches Recht eingestuft haben. Apple habe sich entschlossen, der russischen Verfassung zu entsprechen. „Es gibt kein Zurück. Die Situation mit Apple ist geklärt. Wir haben alles erhalten, was wir wollten.“ Russland sei immer offen für einen Dialog und eine konstruktive Zusammenarbeit mit ausländischen Unternehmen.

Kritik an der Entscheidung aus Cupertino kommt unter anderem vom ukrainischen Außenministerium. „iPhones sind großartige Produkte“, twitterte Außenminister Vadym Prystaiko. „Im Ernst, Apple, bitte, bitte, bitte, bleiben Sie bei Hightech und Unterhaltung. Die Weltpolitik ist nicht Ihre starke Seite.“

Es ist nicht das erste Mal, dass Apple wegen der politischen Tragweite einer Entscheidung kritisiert wurde. Zuletzt löschte das Unternehmen eine App aus seinem App Store, die Bürgern in Hongkong die Möglichkeit gegen sollte, den dortigen Protesten beziehungsweise Reaktionen der Polizei aus dem Weg zu gehen. Die dortigen Behörden behaupteten jedoch, die App sei für Angriffe auf Polizisten und andere Straftaten benutzt worden, weswegen Apple die App wegen Verstößen gegen seine Richtlinien sperrte.

Im Fall der Krim ist Apple allerdings nicht allein. Wie die BBC anmerkt, zeigt Google Maps, sobald die App von Russland aus genutzt wird, keine Grenze zwischen der Krim und Russland. Wird Google Maps indes hierzulande im Browser geöffnet, erscheint eine gestrichelte Linie zwischen der Krim und ukrainischem Staatsgebiet – Ländergrenzen stellt Google Maps aber eigentlich als durchgezogene Linien dar.

Öffnet man hierzulande Apple Maps auf einem iPhone, erscheint offenbar die „russische“ Kartendarstellung. Zwischen der Krim und der Ukraine ist eine rot gestrichelte Linie zu sehen, die Apple generell als Markierung von Ländergrenzen verwendet – zum russischen Staatsgebiet hin fehlt diese Linie.

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