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Utrecht: Mutmaßlicher Todesschütze gesteht Tat - Motiv weiter unklar

Vier Tage nach den tödlichen Schüssen in einer Straßenbahn in Utrecht hat sich der Tatverdächtige zu dem Angriff bekannt. Ja, er habe es getan, sagte er dem Haftrichter. Die Staatsanwaltschaft wirft Tanis mehrfachen Mord oder Totschlag mit terroristischem Motiv vor. Er habe allein gehandelt, so die Anklage. Das Motiv ist weiterhin unklar. Am Abend fand in Utrecht ein Schweigemarsch für statt. Mehrere tausend Menschen liefen von Hauptbahnhof zum Tatort. Auch der niederländische Ministeroräsident Mark Rutte war dabei. Er sagte: "Ich bin sehr traurig und gleichzeitig stolz, dass wir dies gemeinsam unternehmen können. Wir zeigen, dass wir uns der Gewalt und dem Extremismus nicht ergeben und senden so ein klares Signal, dass wir vereint sind." Auch in niederländischen Moscheen wurde im Freitagsgebet an die Opfer erinnert. Bei dem Angriff am Montag waren drei Menschen getötet und drei weitere verletzt worden. Der anfängliche Verdacht, es habe sich um eine Beziehungstat gehandelt, konnte bisher nicht bestätigt werden. Täter und Opfer kannten sich nicht. Bei dem Verdacht eines terroristischen Motivs stützt sich die Staatsanwaltschaft auf ein Schreiben, das im Fluchtauto gefunden worden war. Das Schreiben war nicht veröffentlicht worden. Auch die Art der Tat könnte auf einen Terror-Anschlag hinweisen, erklärte die Staatsanwaltschaft: Schüsse an einem öffentlichen Ort, viele Opfer und möglichst viel Terror verbreiten. Allerdings untersuchen die Ermittler auch, ob das Motiv in psychischen Problemen des Täters liegt, "kombiniert mit einer radikalisierten Ideologie". Die Staatsanwaltschaft ordnete ein psychiatrisches Gutachten des Mannes an. Der 37-Jährige Gökmen Tanis ist in der Türkei geboren und für die Polizei kein Unbekannter. Er hat bereits zahlreiche Vorstrafen. Zuletzt war er wegen Vergewaltigung und Misshandlung angeklagt worden. Dennoch war er vor gut zwei Wochen vorläufig aus der U-Haft entlassen worden. Bekannte und Angehörige beschreiben ihn als labil und psychopathisch. Vor allem in Perioden, in denen er Drogen nahm, sei er aggressiv gewesen. Hinweise, dass er radikalisiert oder ein Dschihadist war, hatten demnach weder Angehörige noch Bekannte. Die Untersuchungshaft des Hauptverdächtigen wurde um die maximale Dauer von weiteren zwei Wochen verlängert. Ein 40-jähriger Mann, der am Dienstag festgenommen worden war, wurde inzwischen wieder aus der Haft entlassen. Er stehe nicht mehr unter Verdacht, hieß es.
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