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„Der Schlag war unvermittelt, von der Seite und mit voller Wucht“

WELT-Logo WELT 10.12.2019
Am Königsplatz brennen Kerzen und liegen Blumen. Ein Feuerwehrmann war am Freitagabend hier so schwer verletzt worden, dass er noch vor Ort starb © dpa/Stefan Puchner Am Königsplatz brennen Kerzen und liegen Blumen. Ein Feuerwehrmann war am Freitagabend hier so schwer verletzt worden, dass er noch vor Ort starb

In einer Pressekonferenz hat die Polizei nach dem gewaltsamen Tod eines Berufsfeuerwehrmanns in der Augsburger Details zum Tathergang bekannt gegeben. Demnach war der 49-Jährige mit seiner Frau und einem befreundeten Paar unterwegs. Gegen 22.40 trug sich die Tat am Königsplatz in Augsburg zu: Der Mitarbeiter der Augsburger Berufsfeuerwehr war am Freitagabend mit seiner Frau und dem befreundeten Paar auf dem Weihnachtsmarkt unterwegs und anschließend in einem Restaurant.

Auf dem Heimweg gingen die beiden Frauen voraus, der 49-Jährige folgte mit seinem 50 Jahre alten Bekannten. Die Überwachungsvideos des Tatorts zeigen, wie die beiden Männer auf eine Gruppe von sieben Jugendlichen trafen und zunächst an ihnen vorbeigingen. Dann drehte sich das spätere Opfer aus einem noch unbekannten Grund Richtung der Gruppe um. Man sieht daraufhin nach Angaben eines Polizeisprechers, wie die Gruppe gestikuliert, auf den 49-Jährigen zugeht, ihn umringt und ein Schlag fällt.

„Der Schlag war unvermittelt, von der Seite und mit voller Wucht und hat zum Tode geführt“, sagte der Leiter Kriminalpolizei Augsburg, Gerhard Zintl, am Montag.

Die Gruppe der jungen Männer habe sich weiterbewegt und sei auf den 50 Jahre alten Begleiter des Opfers zugegangen, der seinem am Boden liegenden Bekannten zu Hilfe kommen wollte. Der 50-Jährige sei attackiert und im Gesicht schwer verletzt worden. „Der ganze Handlungsablauf hat wenige Sekunden gedauert“, sagte Zintl. Die Frauen blieben körperlich unverletzt. Sieben Verdächtige wurden seitdem festgenommen.

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„Unerträgliche Anfeindungen“

Die Ermittler haben nach der Attacke in Augsburg stets betont, dass man ohne Videoüberwachung so schnell nicht an die Täter herangekommen wäre. „Videoaufnahmen sind ja gut und schön im Nachgang, aber nicht in der Prävention“, sagt WELT-Reporter Paul Willmann. Quelle: WELT © WELT Die Ermittler haben nach der Attacke in Augsburg stets betont, dass man ohne Videoüberwachung so schnell nicht an die Täter herangekommen wäre. „Videoaufnahmen sind ja gut und schön im Nachgang, aber nicht in der Prävention“, sagt WELT-Reporter Paul Willmann. Quelle: WELT

Von den Festgenommenen waren einige polizeibekannt. Der Hauptverdächtige war in den vergangenen Jahren schon mehrfach strafrechtlich in Erscheinung getreten. Es seien jugendtypische Delikte gewesen, unter anderem auch Körperverletzung, sagte der Augsburger Kripochef Gerhard Zintl. Gegen den 17-jährigen Hauptverdächtigen wird wegen Totschlags und gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Den übrigen sechs werde Beihilfe zum Totschlag und gemeinschaftlich begangene Körperverletzung vorgeworfen.

Nach dem Vorfall am Freitagabend waren auch Jugendbeamte unterwegs, die sich in der Szene gut auskennen. Einen wichtigen Hinweis auf die möglichen Täter bekamen die Ermittler in der Nacht von Samstag auf Sonntag. Die Beamten seien in Klubs unterwegs gewesen und hätten dort auch einen Hinweis erhalten, der sich als sehr vielversprechend und richtig herausgestellt habe, sagte Zintl.

Bei ihren Ermittlungen sei die Polizei zahlreicher Kritik ausgesetzt gewesen, vor allem online. „Wir mussten aber auch in den letzten drei Tagen in den sozialen Medien teilweise unerträgliche Anfeindungen entgegennehmen“, sagte Augsburgs Polizeipräsident Michael Schwald. Den Behörden sei Vertuschung vorgeworfen worden.

„Das ist nicht der Fall“, betonte er. „Ich möchte versichern, dass wir überhaupt nichts zu verheimlichen oder zu vertuschen haben.“ Er bat um Verständnis, dass nicht alle Informationen immer gleich an die Öffentlichkeit gegeben werden könnten. Alles werde den Ermittlungen untergeordnet, sagte Schwald.

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