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„Extra“ deckt auf: Tausende Autofahrer illegal durch theoretische Prüfung geschleust

Berliner Kurier-Logo Berliner Kurier 19.09.2018 berliner-kurier
Führerschein_5F9A2C004CCDD9D8: Menschen mit geringen Deutschkenntnissen suchen Hilfe bei den Führerschein-Betrügern. Dabei gibt es die Fragebögen in mehreren Sprachen. © dpa (Symbolfoto) Menschen mit geringen Deutschkenntnissen suchen Hilfe bei den Führerschein-Betrügern. Dabei gibt es die Fragebögen in mehreren Sprachen.

Auf unseren Straßen sind Autofahrer unterwegs, die nicht eine Verkehrsregel kennen. Wie aber konnten diese Fahrer die theoretische Prüfung bestehen?

Ein Jahr lang hat RTL-Reporter Burkhard Kress unter Fahrlehrern recherchiert. Mit einem verheerenden Ergebnis: Skrupellose Betrüger schleusen tagtäglich Menschen Menschen durch die Prüfung. Ausgestattet mit ausgeklügelter Spionagetechnik Bis zu 150.000 Fahrer, so eine Schätzung, sitzen am Steuer, ohne die theoretische Führerscheinprüfung bestanden zu haben. Ein Aussteiger hat gegenüber dem RTL-Reporter für die Sendung „Extra“ ausgepackt.

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TÜV kennt das Problem seit Jahren

Der TÜV kennt das Problem seit einigen Jahren, ist aber oft machtlos. „Wir haben jetzt seit fünf, sechs Jahren intensiver damit zu tun. Vorher war das noch nicht so, weil eben die technische Ausrüstung noch nicht für jedermann so einfach zu bekommen sei“, sagt Arne Böhne vom TÜV-Rheinland.

Es ist ein Millionengeschäft, an dem mehrere Familien-Clans, unter anderem in Essen und Krefeld verdienen sollen. Bis zu 80.000 Euro im Monat, so ein Aussteiger, hätte er verdient. Auch in Rheinland-Pfalz sind die Betrügereien keine Seltenheit. Das berichtet der „SWR“ Extrem sei das Geschäft durch die Flüchtlingskrise gewachsen, heißt es in dem RTL-Bericht. Der Grund: Viele Prüflinge haben Sprachprobleme, verstehen die Fragen nicht. Doch sie arbeiten als Fahrer.

Betrüger kassieren bis zu 5000 Euro 

Ein Führerschein muss daher her – natürlich gegen Bares. Etwa 3000 bis 5000 Euro lassen sie sich das kosten, Bescheinigung für Erste-Hilfe-Kurs und Sehhilfe inklusive. Weitere, dankbare Abnehmer: Menschen mit Prüfungsangst. Das RTL-Team berichtet über einen Mann, der bereits mehrfach durchgefallen sei. Er wird von einer Gruppe Albaner mit Kamera und Minisender im Ohr ausgestattet. Während er beim TÜV die Prüfung absolviert, warten die Betrüger im Wagen vor dem Gebäude und lösen die Aufgaben für ihn. Er besteht ohne Probleme.

Solchen Betrügern das Handwerk zu legen, ist schwer. Denn juristisch ist das Schummeln bei der Führerscheinprüfung nicht strafbar. Fliegt das Täuschungsmanöver auf, erhalten die aufgeflogenen Prüflinge eine Sperre, kann die Prüfung dann beliebig wiederholen. Körperkontrollen oder Störsender dürfen aus juristischen Gründen nicht verwendet werden.

Prüfung kann kurzfristig abgebrochen werden

Beim TÜV Rheinland sucht man nach anderen Lösungen. Doch das ist schwer, zumal es zuletzt immer häufiger zu brenzligen Situationen während der Prüfung gekommen sei. Vermuten Prüfer einen Betrug, kann die Prüfung kurzfristig abgebrochen werden.

Davon sind dann allerdings auch die ehrlichen Prüflinge betroffen, die dann erneut antreten müssen. „Unsere Mitarbeiter haben in den letzten Monaten, seit anderthalb, zwei Jahren etwa, gehäuft mit bedrohlichen Situationen zu tun. Das ist ein echtes Thema, dass uns in der letzten Zeit auch echt beschäftigt“, sagt Arne Böhne. Das korrupte Geschäft mit der Fahrerlaubnis – es läuft weiter. (susa)

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