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„Geschrien vor Schmerzen“: Streit am Gartenzaun endet in völlig irrer Aktion

Berliner Kurier-Logo Berliner Kurier 18.04.2019 berliner-kurier
In Aue schaukelte sich ein Streit am Gartenzaun jahrelang hoch. (Symbolfoto) © picture alliance / Hauke-Christi In Aue schaukelte sich ein Streit am Gartenzaun jahrelang hoch. (Symbolfoto)

Silke S. (54) spricht von „Todesangst“, vor Gericht wirkt die Frau auch anderthalb Jahre nach dem betreffenden Vorfall nervös und aufgewühlt: „Ich schrie vor Schmerz.“

Was im Jahr 2000 in Aue zunächst mit einem kleinen Zwist unter Nachbarn angefangen hatte, schaukelte sich über die Jahre zu einem erbitterten Streit am Gartenzaun hoch – inklusive der jüngsten Gerichtsverhandlung wegen gefährlicher Körperverletzung, nach der Attacke mit einem Elektroschocker.

Nachbar streckt Silke S. mit 500.000 Volt nieder

Auf der Anklagebank sitzt Nachbar Matthias K. (64). Er traktierte seine Nachbarin am 18. September 2017 laut „Bild“ mit dem Taser, streckte sie mit 500.000 Volt nieder. Für Silke S. blieb der Vorfall trotz aller Dramatik zwar ohne langfristige gesundheitliche Folgen, doch noch heute leidet die Frau unter psychischen Problemen. Sie schläft nachts schlecht und klagt über Albträume.

Die Friseurmeisterin berichtet vom schwierigen Verhältnis zum Angeklagten. Er habe eine Akte mit den Verfehlungen seiner Nachbarn angelegt und wiederholt die Polizei gerufen. Am Tag des Übergriffs habe sie Sachen in der Nähe ihres Schuppens holen wollen, weil Matthias K. dort eine zwei Meter hohe Mauer errichten wollte. „Wir waren nicht informiert worden“, bemängelt sie.

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Elektroschocker kommt bei Rangelei zum Einsatz

Doch aus dem Nichts kochten plötzlich die Emotionen hoch. Die beiden Nachbarn standen sich gegenüber, eine Rangelei entwickelte sich. Der Angeklagte zückte einen Elektroschocker, presste ihn der Frau gegen die Brust und drückte ab.

Silke S. fiel wie vom Blitz getroffen zu Boden und blieb regungslos liegen. „Ich habe meine Beine nicht mehr gespürt und einen Asthmaanfall bekommen“, berichtet sie nach „Bild“-Angaben im Zeugenstand.

Angeklagter plädiert vergeblich auf Notwehr

Matthias K. bewertet den Verlauf der Tat anders. Er beklagt, zuvor attackiert worden zu sein. Der Elektroschocker diene dem reinen Selbstschutz: „Ich wurde beleidigt und geschlagen. Deshalb habe ich mich nur noch mit Elektroschocker an die Grundstücksgrenze getraut.“ Mit Blick auf das vorige Gerangel plädiert er auf Notwehr, er habe sich nicht anders zu helfen gewusst.

Richter Detlef Kramer folgt dieser eigenwilligen Interpretation nicht, nach Sichtung der Videoaufnahmen verurteilt er den Angeklagten zu sechs Monaten Haft auf Bewährung und einer Geldstrafe von 1000 Euro.

(bc)

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