Sie verwenden eine veraltete Browserversion. Bitte verwenden Sie eine unterstütze Versiondamit Sie MSN optimal nutzen können.

„Ist es nicht gut, sag es“: CDU-Mann hat kriminellen Nebenjob und steht vor Gericht

Berliner Kurier-Logo Berliner Kurier 09.11.2018 berliner-kurier
Matthias Lloyd (r.) neben dem Mitangeklagten. © Schimkus Matthias Lloyd (r.) neben dem Mitangeklagten.

Der Hamburger CDU-Bezirksabgeordnete Matthias Lloyd (39) hat vor dem Amtsgericht Harburg eingeräumt, dass er sich am 17. Oktober 2017 einem Dealer als Koks-Tester zur Verfügung gestellt hat.

Während die Anklage drei Prüf-Termine aufzählt, räumt der Politiker einen einzigen Fall ein: ausschließlich den, den die Polizei ihm dank eines abgehörten Telefongesprächs ohnehin nachgewiesen hat.

Abgehörtes Telefonat

Der Amtsrichter las die Abschrift der Telefonüberwachung vor. „Das ist super, oder?“, fragte der mitangeklagte Dealer Ömer O. darin. Dann sei die Stimme des Abgeordneten zu hören gewesen: „Ja, definitiv ja.“ Matthias Lloyd habe „langsam und nasal gesprochen“, notierte die mithörende Polizei.

Das könnte Sie auch interessieren

Mutter macht grausigen Fund

Zuvor habe Ömer O. dem Politiker am Telefon erklärt, dass er eine „schöne Lieferung“ bekommen habe und bat: „Sag mir bitte, wie dir das schmeckt. Wenn es nicht gut ist, sag es, sei ehrlich.“ Er habe das Koks auf Kommission gekauft: „Wenn es schlecht gewesen wäre, hätte ich es zurückgeben können.“

Anwalt gibt Erklärung für Lloyd ab

Matthias Lloyd, Abgeordneter in der Bezirksversammlung Mitte, lässt seinen Anwalt sprechen: „Es ist richtig, dass Herr Lloyd Kokain konsumiert hat und mitgeteilt hat , dass es von guter Qualität ist. Und dass er als Lohn für den Testvorgang fünf Gramm erhalten hat.“

Sein Mandant sei zum Tatzeitpunkt „stark kokainabhängig gewesen.“ Der „Kokain-Qualitätstest“ fand in der Wohnung des Politikers in Finkenwerder statt.

Der Abgeordnete selbst schweigt. Er ist als einziger mit Anzug ins Gericht gekommen, vermeidet den Blickkontakt mit seinen vier deutlich jüngeren Mitangeklagten. Ömer O. schilderte dem Gericht zwei weitere Koks-Test-Termine, was Lloyds Anwalt zurück weist.

Nach einem Rechtsgespräch kündigte der Staatsanwalt für den CDU-Mann eine Bewährungsstrafe wegen Beihilfe zum Drogenhandel von „deutlich unter einem Jahr“an. Die beiden „Testtermine“, die ihm nicht nachgewiesen werden können, sollen eingestellt werden.

Fortsetzung folgt am 12. November.

Mehr auf MSN

Video wiedergeben
| Anzeige
| Anzeige

Mehr von Berliner Kurier

Berliner Kurier
Berliner Kurier
| Anzeige
image beaconimage beaconimage beacon