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„Schockierende Bilder“: Polizei zieht Obdachloser Tuch über den Kopf

Berliner Zeitung-Logo Berliner Zeitung 19.01.2019 berliner-zeitung
Die Obdachlose soll die Beamten zuvor angespuckt haben. © taz Die Obdachlose soll die Beamten zuvor angespuckt haben.

Wegen der Räumung eines Obdachlosencamps in Mitte wird die Berliner Polizei derzeit heftig kritisiert. Die Beamten haben einer Wohnungslosen, die sich weigerte, den Platz zu verlassen, ein Tuch über den Kopf gezogen und sie abgeführt. Der Einsatz fand bereits am 9. Januar im Ulap-Park statt, wurde aber erst jetzt durch ein Video und Artikel der taz bekannt.

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„Mich schockieren diese Bilder. Wir werden dem Vorfall nachgehen. In der Koalition gibt es einen Konsens, dass ein menschlicher Umgang mit wohnungslosen Menschen zentral ist“, sagte Grünen-Fraktionschefin Antje Kapek dem Tagesspiegel. „Bei allem Verständnis für nötigen Selbstschutz der Polizei haben auch Menschen, die auf der Straße leben, das Recht auf einen menschenwürdigen Umgang.“ Der Linken-Politiker Nils Schrader bezeichnete das Vorgehen gegenüber dem Tagesspiegel als entwürdigend.

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Obdachlose soll Polizisten bespuckt haben

„Als sie die Mütze verlor, stellten unsere Kollegen schweren Läusebefall fest. Zum Schutz hiervor legten sie der Frau für den Transport ein Tuch über den Kopf“, zitiert der Tagesspiegel die Polizei. Nichtsdestotrotz werde der Fall nun intern untersucht.

Auch Mittes Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel (Grüne) stellte sich hinter die Beamten. „Am Tag vor der Räumung wurde den obdachlosen Menschen die Räumung erneut angekündigt“, heißt es auf der Internetseite des Bezirks. „Dieser Aufforderung folgten bei Einsatzbeginn alle Personen bis auf eine Frau, die aufgrund eines vorliegenden Haftbefehls und extrem aggressiven Verhaltens verhaftet wurde.“ Zudem dankte er allen Beteiligten für den Einsatz.

Die Polizei korrigierte jedoch die Aussage von Dassels. Es habe nie einen Haftbefehl gegeben.

Frau wollte persönliche Sachen retten

Der taz berichtete eine Augenzeugin, dass die BSR das Hab und Gut der Frau und anderer Obdachloser ohne vorherige Durchsicht auf persönliche Gegenstände entsorgt haben soll. Die gefesselte Wohnungslose sei deshalb „völlig verzweifelt“ gewesen. Der Bezirk rechtfertigte auch dieses Vorgehen: „Zur Wiederherstellung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung beseitigte die ebenfalls anwesende Berliner Stadtreinigung die unhaltbaren hygienischen Zustände und entfernte ca. 8 Kubikmeter Unrat.“

Die Obdachlose sei nach ihrer Abführung zu einer Gefangenensammelstelle gebracht und dort erkennungsdienstlich behandelt worden, so die Polizei. Danach durfte sie wieder gehen.

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Nach Angaben der Morgenpost will die Linkspartei den Einsatz am Montag im Innenausschuss behandeln. (fir.)

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