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„Sie wollten sehen, wie ein Mensch stirbt“

WELT-Logo WELT 15.07.2019
Nach Marias Tod standen Kerzen und Blumen vor dem Eingang des Hauses, in dem sie leblos aufgefunden wurde Quelle: pa/dpa/Stefan Sauer © pa/dpa/Stefan Sauer Nach Marias Tod standen Kerzen und Blumen vor dem Eingang des Hauses, in dem sie leblos aufgefunden wurde Quelle: pa/dpa/Stefan Sauer

Vor vier Monaten wurde die 18-jährige Maria aus Zinnowitz (Vorpommern-Greifswald) ermordet - nun hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen zwei junge Männer erhoben. Den 19 und 21 Jahre alten Bekannten des Opfers wird „gemeinschaftlicher Mord aus Mordlust“ vorgeworfen, wie Oberstaatsanwalt Marc Engelhardt in Stralsund sagte. „Sie hatten sich verabredet und genau dieses Opfer ausgesucht, weil sie sehen wollten, wie ein Mensch stirbt“, erklärte der Sprecher der Staatsanwaltschaft zum möglichen Motiv.

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Maria war am 19. März erstochen in ihrer Wohnung in Zinnowitz gefunden worden. Die Obduktion ergab später, dass sie zur Tatzeit schwanger gewesen war, sagte Engelhardt. Die beiden Deutschen aus Zinnowitz und einem Nachbarort hatten die Tote liegengelassen und sich weiter in der Region aufgehalten. Sie waren erst einen Monat später festgenommen worden.

Den Ermittlungen zufolge sollen beide die junge Frau am 18. März besucht und um etwas zu trinken gebeten haben. Daraufhin soll Maria in die Küche gegangen sein. Als sie zurückkam, habe der Jüngere plötzlich auf das Opfer eingestochen, und der Ältere sie festgehalten. Darauf wiesen die Spuren hin, sagte Engelhardt.

Beide belasteten sich gegenseitig

Der Fall hatte weit über die Insel Usedom hinaus für Aufsehen und Anteilnahme gesorgt. Da das Opfer diverse Kontakte zu Bekannten auch außerhalb Mecklenburg-Vorpommerns hatte, wurde auch bundesweit gefahndet. Nach Gesprächen mit rund 120 Zeugen verdichteten sich die Hinweise auf den 21-Jährigen. Bei dessen Festnahme habe dieser eine Äußerung gemacht, die auf den Jüngeren hinwies, sagte damals ein Justizsprecher.

In der Untersuchungshaft seien beide Männer mehrfach befragt worden und hätten sich gegenseitig belastet. Der 19-Jährige habe aber eingeräumt, zugestochen zu haben. Insgesamt seien aber beide Aussagen noch nicht deckungsgleich. In der Wohnung sollen auch Fingerabdrücke, Haare und Hautpartikel der Täter gefunden worden sein.

Die Tatwaffe – ein Messer – ist bis heute verschwunden. Wie der Sprecher erklärte, sollen die Männer ihre Kleidung und dabei auch die Tatwaffe in die Ostsee geworfen haben. Dort an der Seebrücke sei zwar gesucht, aber nichts gefunden worden. Beide Tatverdächtige würden wegen der Schuldfähigkeit noch psychiatrisch begutachtet. Der 21-Jährige sei immer noch in U-Haft, der 19-Jährige wurde von einem Gefängnis in eine forensische Klinik, also ein psychiatrisches Haftkrankenhaus, verlegt.

Auf Mord steht für Erwachsene eine lebenslängliche Freiheitsstrafe. Bei einer Verurteilung nach Jugendstrafrecht dürfen maximal zehn Jahre Haft verhängt werden. Unabhängig davon könnte, je nach Ergebnis des Gutachtens, eine Einweisung in eine forensische Klinik geprüft werden. Ein Prozesstermin steht noch nicht fest.

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