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1 Kilo Reis für 2 Kilo Plastik: Dorfbewohner tauschen Müll gegen Lebensmittel

Für einige Dorfbewohner auf den Philippinen ist Müll nicht einfach nur Abfall, sondern eine Möglichkeit, sich ihr Essen zu verdienen. Bei der Initiative "Rice-for-plastics" können Sammler Plastikmüll gegen Reis eintauschen. Veronica Dolorica wohnt im Bayanan Village am Rande der Hauptstadt Manila und nimmt begeistert an der Aktion teil. Ihre Ausbeute bringt sie zum Sammelplatz. Dort wird das Plastik gewogen. Für je zwei Kilo Müll bekommt Veronica hier ein Kilogramm Reis. Die Mutter von vier Kindern freut sich darüber. Denn für Menschen, die unter der Armutsgrenze leben, ist Reis sehr teuer. "Ich hatte 14 Kilogramm Restmüll, also habe ich 7 Kilo Reis bekommen. Das ist eine große Hilfe für uns. So haben wir ein Kilogramm Reis pro Tag", sagt Veronica. Die gesammelten Abfälle werden der nationalen Regierung zur ordnungsgemäßen Entsorgung oder zum Recycling übergeben. Schon seit Juni läuft die Aktion. Dem Dorfvorsteher Andor San Pedro zufolge wurden im August mehr als 213 Kilogramm Plastikmüll abgegeben. Und, das Interesse steige: Immer mehr Familien würden an dem Programm teilnehmen. Obwohl das Programm vielleicht nicht dazu beiträgt, den Kunststoffverbrauch zu reduzieren, lehrt es die Menschen dennoch, ihre Abfälle ordnungsgemäß zu entsorgen, so San Pedro. "Unsere Umgebung ist wirklich schmutzig. Wenn ich es könnte, würde ich all das Plastik entlang der Straße aufheben, sobald ich draußen unterwegs bin. Wenn es möglich ist, nehme ich meine Tasche mit und sammle den Müll ein. Manchmal, wenn ich herumstreife, sammle ich den Müll ein. Mein Cousin sagt dann: 'Was machst du wieder mit dem Müll, wirf ihn einfach weg'. Aber ich sage ihm, er soll still sein. Der Müll hier ist so ein Schandfleck", erklärt Veronica ihre Motivation. Einer McKinsey-Studie aus dem Jahr 2015 zufolge zählen die Philippinen weltweit zu den drei größten Meeresverschmutzern aufgrund von Plastikmüll - gleich nach Indonesien und China. Das philippinische Gesetz über feste Abfälle wird nur unzureichend umgesetzt und das Land reguliert keine Verpackungen.
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