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18-Jähriger wegen Verbreitung von Live-Video angeklagt

WELT-Logo WELT 18.03.2019

Nach dem Anschlag von Christchurch muss sich ein junger Mann vor Gericht verantworten: Er hatte das Video der Tat online verbreitet. Ihm droht eine lange Haftstrafe. Zudem wird bekannt, wie sich der Attentäter seine Waffen beschaffte.

Blumen an einer Kreuzung nahe einer der betroffenen Moscheen in Christchurch Quelle: AP/Mark Baker © AP/Mark Baker Blumen an einer Kreuzung nahe einer der betroffenen Moscheen in Christchurch Quelle: AP/Mark Baker

Im neuseeländischen Christchurch ist ein 18-Jähriger vor Gericht angeklagt worden, weil er das Live-Video des Anschlag in der dortigen Al-Noor-Moschee verbreitet hat. Der 18-Jährige, dessen Name vom Richter am Montag nicht genannt wurde, muss sich außerdem wegen der Veröffentlichung eines Fotos der Moschee und dem Satz "Ziel erreicht" verantworten. Laut Staatsanwalt drohen ihm 14 Jahre Haft pro Anklagepunkt.

Neuseeland brachte nach dem Anschlag mit mindestens 50 Todesopfern in Christchurch die geplante Verschärfung der Waffengesetze auf den Weg gebracht. In der Hauptstadt Wellington beriet das Kabinett unter Vorsitz von Premierministerin Jacinda Ardern.

In Christchurch, wo ein Attentäter am Freitag Muslime in zwei Moscheen niedergeschossen hatte, sollen an diesem Montag die Beisetzungen beginnen. Drei Tage nach der Tat wurden die ersten Todesopfer den Familien übergeben. Im Islam ist es eigentlich üblich, dass Tote binnen 24 Stunden beigesetzt werden.

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Ardern kündigte an, bei der Verschärfung der Waffengesetze aufs Tempo zu drücken. „Wir wollen so schnell wie möglich damit vorankommen“, sagte die Premierministerin. Der mutmaßliche Täter, ein 28 Jahre alte Australier, besitzt seit 2017 einen Waffenschein. Nach Ermittlungen der Polizei hatte er fünf Schusswaffen dabei. 

Der neuseeländische Online-Waffenhändler Gun City bestätigte am Montag, dass sich der Attentäter mindestens vier Waffen übers Internet bestellt habe. Geschäftsführer David Tipple betonte, alles sei legal vonstatten gegangen. „Wir haben bei diesem Mann, der einen Waffenschein besitzt, nichts Außergewöhnliches feststellen können.“

Der Australier sitzt nach dem rassistisch motivierten Anschlag mit mindestens 50 Todesopfern auf zwei Moscheen in Untersuchungshaft. Ihm droht lebenslange Haft wegen vielfachen Mordes. Vor der Tat hatte er eine Kampfschrift mit rechtsextremen Parolen ins Internet gestellt und auch per Mail verschickt.

Am Montag besuchte eine Delegation aus der Türkei unter Leitung von Außenminister Mevlüt Cavusoglu die Al-Nur-Moschee in Christchurch. Allein dort wurden am Freitag 42 Menschen getötet. Mit hoher Wahrscheinlichkeit sind alle Todesopfer muslimischen Glaubens.

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