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49 Tote in Neuseeland: Was wir bisher über den Terroranschlag in zwei Moscheen wissen

Berliner Zeitung-Logo Berliner Zeitung 15.03.2019 berliner-zeitung
Ein Polizist bewacht das Gebiet um die Moschee. © dpa Ein Polizist bewacht das Gebiet um die Moschee.

Bei einem Anschlag auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch sind Dutzende Menschen getötet worden. Der mutmaßliche Täter, ein gebürtiger Australier, hatte zuvor im Internet ein rassistisches, rechtsextremes Manifest veröffentlicht. Viele weitere Hintergründe sind aber noch unklar. Was bisher bekannt ist:

Was ist geschehen?

Während des Freitagsgebets eröffnet ein Angreifer in der Masjid-al-Noor-Moschee im Zentrum von Christchurch das Feuer auf die muslimischen Gläubigen, 41 Menschen sterben. In fünf Kilometern Entfernung werden bei einem weiteren Angriff auf eine kleine Vorortsmoschee sieben weitere Menschen getötet, davon drei vor dem Gebäude. Insgesamt werden 49 Menschen getötet.

Neuseeland Moschee Polizei © dpa Neuseeland Moschee Polizei

Wo das 40. Opfer starb, teilten die Behörden zunächst nicht mit. Augenzeugen berichteten, dass einige der Opfer in der Hauptmoschee aus nächster Nähe erschossen wurden und unter den Toten auch Kinder sind. Ein Palästinenser, der dem Angriff entkommen konnte, sprach von mehreren in rascher Folge abgegebenen Schüssen, wie dies nur mit einer automatischen Waffe möglich sei. In der Moschee brach Panik aus, blutverschmierte Menschen versuchten, nach draußen zu gelangen.

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Wie haben Polizei und Behörden reagiert?

Die Polizei riegelte die Innenstadt von Christchurch ab und entsandte bewaffnete Beamte an mehrere Schauplätze in der Stadt. An einem verdächtigen Auto wurden zwei selbstgebaute Sprengsätze entdeckt und entschärft. Drei Männer und eine Frau wurden festgenommen. Einer der Männer wurde später des Mordes beschuldigt. Die beiden anderen Männer blieben in Gewahrsam, in welcher Verbindung sie zu den Anschlägen standen, war zunächst unklar.

Im Zentrum von Christchurch fand zum Zeitpunkt des Anschlags gerade eine Schülerdemo für den Klimaschutz statt. Der Stadtrat richtete eine Hotline für besorgte Eltern ein, die nach ihren Kindern suchten. Die Polizei rief Muslime im ganzen Land auf, vorsichtshalber keine Moscheen zu besuchen. In der angespannten Lage sprengte das Militär zwei herrenlose Taschen im Zentrum von Auckland. Ihr Inhalt erwies sich als harmlos.

Wer sind die Opfer?

Bisher ist keiner der Toten identifiziert. In der Masjid-al-Noor-Moschee waren zum Zeitpunkt des Anschlags Muslime aus aller Welt zum Gebet versammelt. Unter ihnen waren nach Angaben des indonesischen Außenministers Retno Marsudi sechs Indonesier. Drei von ihnen waren demnach in Sicherheit, nach den anderen wurde noch gesucht.

Reaktionen Anschlag Neuseeland 2 © dpa Reaktionen Anschlag Neuseeland 2

Unter den Verletzten waren auch ein Saudi-Araber, zwei Malaysier sowie mehrere Jordanier. Insgesamt 48 Verletzte wurden im Krankenhaus von Christchurch behandelt, darunter auch kleine Kinder. Andere Gläubige entkamen knapp dem Angriff. Unter ihnen waren Mitglieder des pakistanischen Kricket-Teams, deren Mannschaftsbus gerade bei der Moschee ankam, als die Schüsse fielen. Seine Spieler hätten gesehen, wie „blutende Menschen aus der Moschee kamen“, berichtete Manager Khaled Mashud. Vorsichtshalber seien alle dann im Bus in Deckung gegangen.

Was ist über den Angreifer bekannt?

Sein Name wurde offiziell noch nicht bekanntgegeben, doch bestätigte Australiens Premierminister Scott Morrison, dass es sich um einen australischen Staatsbürger handle. Er beschrieb den Mann als „extremistischen, rechtsgerichteten, gewalttätigen Terroristen“. Vor seinem Anschlag veröffentlichte der Mann ein umfangreiches Hass-Manifest, aus dem deutlich wird, dass der Angriff Muslimen galt.

Rettungskräfte Moschee Neuseeland © dpa Rettungskräfte Moschee Neuseeland

Überschrieben ist das Hass-Manifest mit „The Great Replacement“ (Der große Austausch). Der Titel geht auf eine aus Frankreich stammende rechtsextreme Verschwörungstheorie zurück, wonach die Bevölkerung in Europa durch Zuwanderer ersetzt werden soll, deren Geburtenrate deutlich höher sei. Auf Bildern von den Waffen des Täters sind darauf handgeschriebene Namen von mehreren historischen Militärvertretern zu erkennen, von denen viele an der Tötung von Muslimen beteiligt waren. (afp)

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