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Amri plante wohl Anschlag auf Berliner Einkaufszentrum

RP ONLINE-Logo RP ONLINE 15.03.2019 RP ONLINE

Berlin. Der Weihnachtsmarkt-Attentäter soll das „Gesundbrunnen-Center“ in der Hauptstadt als Ort für einen Bombenanschlag ausgespäht haben. Das geht aus Unterlagen von Ermittlern hervor, die verschiedene Medien einsehen konnten.

 Der Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz in Berlin. Dort verübte Anis Amri 2016 ein Attentat. © Bernd von Jutrczenka Der Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz in Berlin. Dort verübte Anis Amri 2016 ein Attentat.

Der spätere Weihnachtsmarkt-Attentäter Anis Amri soll 2016 ein Berliner Einkaufszentrum als Ziel für einen Sprengstoffanschlag ausgespäht haben. Das geht aus Unterlagen von Ermittlern hervor, die das ARD-Magazin „Kontraste“, die „Berliner Morgenpost“ und der RBB einsehen konnten.

Dass Amri gemeinsam mit einem französischen Islamisten und dem inzwischen in Deutschland angeklagten Kaukasus-Russen Magomed-Ali C. ein Sprengstoffattentat geplant hatte, ist schon länger bekannt. Neu ist aber, dass der inzwischen in Frankreich inhaftierte Clément B. damals bei Instagram ein Foto des „Gesundbrunnen-Centers“ eingestellt hatte. Amri soll sich einen Tag später länger in dem Einkaufszentrum aufgehalten haben, wie eine Auswertung der Standortdaten seines Handys ergab.

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Das Terror-Trio ließ dann von seinem Plan ab, weil die Polizei dem Islamisten aus Dagestan im Oktober 2016 einen Besuch in seiner Wohnung abstattete. Was aus dem Sprengstoff wurde, ist noch unbekannt. Amri kaperte am 19. Dezember 2016 ein Lastwagen, raste auf den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche und tötete insgesamt zwölf Menschen.

„Es wird einem schon mulmig zumute, wenn man über die potenziellen Auswirkungen eines Sprengstoffattentats am Berliner Gesundbrunnen nachdenkt“, sagte die Grünen-Obfrau im Untersuchungsausschuss, Irene Mihalic. Der Hinweis, dass eine koordinierte Anschlagserie in Berlin, Paris und Brüssel geplant worden sei, zeige zudem, dass gerade die europäische Vernetzung des islamistischen Terrorismus „noch erschreckend unterbelichtet ist“. Der FDP-Innenpolitiker Benjamin Strasser sagte, von der „Einzeltäterthese“, die alle Ermittlungen nach dem Anschlag auf dem Breitscheidplatz dominiert habe, sei nun nichts mehr übrig.

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