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Anti-Terror-Einheit im Einsatz, Schüsse an mehreren Stellen gefallen

WELT-Logo WELT 18.03.2019

Es ist Montagmorgen, plötzlich fallen in Utrecht Schüsse in einer Straßenbahn. Es gibt einen Toten, die Anti-Terror-Einheit ist im Einsatz. Die niederländische Polizei umzingelt ein Gebäude in der Nähe des Tatorts. Die Bewohner sollen ihre Häuser nicht verlassen.

In der niederländischen Großstadt Utrecht sind durch Schüsse in einer Straßenbahn mindestens ein Mensch getötet und mehrere verletzt worden. Das bestätigte die Polizei, die mit einer Anti-Terror-Einheit vor Ort ist. Die Ermittler halten einen "terroristischen" Hintergrund für möglich. Ein Täter ist flüchtig. Die Polizei schließt nicht aus dass es mehrere Angreifer gab.

Vorerst geht die Polizei von einem Täter aus, schließt aber weitere Tatbeteiligte nicht aus. Ein Verdächtiger entkam möglicherweise mit dem Auto. Es wurde nach einem roten Renault Clio gesucht. Die Polizei sperrte eine Straße in Utrecht ab. Mitglieder einer Anti-Terror-Einheit drangen nach Berichten niederländischer Reporter in eine Wohnung ein. Schüsse seien nicht zu hören gewesen. Ob dort der flüchtige Täter vermutet wurde, war zunächst nicht klar.

Der Chef der niederländischen Anti-Terror-Behörde, Pieter-Jaap Aalbersberg, sagte am Montag bei einer Pressekonferenz in Den Haag, es seien an mehreren Stellen in Utrecht Schüsse gefallen. Das konnte die Polizei von Utrecht hingegen nicht bestätigen. Derzeit laufe ein "großer Polizeieinsatz", um den flüchtigen Schützen zu fassen. "Was wir auf jeden Fall wissen, ist, dass ein Täter auf der Flucht ist", sagte Aalbersberg.

Die zuständigen Behörden verhängten die höchste Terrorwarnstufe für die Region Utrecht. Schulen in der Umgebung des Platzes wurden abgeriegelt, die Moscheen im Stadtgebiet geschlossen. Im niederländischen Regierungszentrum, dem Binnenhof in Den Haag, vor dem Parlament und dem Amtssitz des Ministerpräsidenten wurde die Polizeipräsenz verstärkt.Stadtverwaltung und Polizei riefen Bürger dazu auf, drinnen zu bleiben und auf keinen Fall in die Nähe des Tatorts zu kommen. Weitere Vorfälle könnten nicht ausgeschlossen werden.

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Drei Rettungshubschrauber waren im Einsatz. Der Bereich um den Platz des 24. Oktober im Westen der Stadt wurde abgesperrt, der Straßenbahn-Verkehr stillgelegt.

Es ist noch nicht bekannt, was genau passiert ist, auch die genaue Zahl der Verletzten ist unklar. Die Polizei bestätigte bislang einen Vorfall in einer Straßenbahn gegen 10.45 Uhr. Laut Zeugenaussagen schoss ein Mann um sich.

Ein weißes Tuch liegt neben der Straßenbahn

Der Sender RTV Utrecht zitierte einen Zeugen mit den Worten, er habe eine Frau nach einer Auseinandersetzung am Boden liegen sehen. Mehrere Männer seien weggerannt. Die Polizei errichtete ein weißes Zelt an einer Stelle, wo eine Leiche neben einer Straßenbahn zu liegen schien. Ein weißes Tuch war über den Körper gebreitet.

Polizisten strömten in das betroffene Gebiet, darunter auch schwer bewaffnete Beamte.Premierminister Mark Rutte sprach von einer "beunruhigenden" Situation. Er setzte ein Krisenteam ein. Einem Rundfunkbericht zufolge wurden die Sicherheitsvorkehrungen am Regierungssitz in Den Haag verstärkt. Außerdem wurde die Militärpolizei angewiesen, an den Flughäfen des Landes und an wichtigen Gebäuden besonders wachsam zu sein.

Wegen der unklaren Lage in Utrecht setzen alle politischen Parteien den Wahlkampf aus – am Mittwoch finden in den Niederlanden die Provinzwahlen statt.

Kontrollen an der deutschen Grenze

Utrecht liegt südöstlich von Amsterdam und etwa 75 Kilometer entfernt von der deutschen Grenze. Es ist mit rund 350.000 Einwohnern nach Amsterdam, Rotterdam und Den Haag die viertgrößte Stadt der Niederlande. Die Bundespolizei kontrollierte nach den Vorfall an Straßen und in Zügen an der deutschen Grenze. "Wir haben unsere Fahndungsmaßnahmen hochgefahren, nachdem wir informiert wurden", sagte ein Sprecher der Bundespolizei in Kleve, die nahe der Grenze zu den Niederlanden liegt.

Alle verfügbaren Beamten seien im Einsatz, außerdem verstärkten Beamte der Landespolizei Nordrhein-Westfalen. Schwerpunkt sei die Autobahn 3. Aber auch an anderen Autobahnen, an Bundesstraßen und an kleinen Grenzübergängen ständen Beamte. Sie schauten sich die sich nähernden Fahrzeuge an und würden gezielt Fahrzeuge herausziehen aus dem fließenden Verkehr bei Verdacht. Auch bei grenzüberschreitenden Bahnverbindungen gebe es Kontrollen. Beamte gingen durch die Züge.

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