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Auckland: Mann erhält wegen Mordes an Backpackerin Grace Millane lebenslang

DER SPIEGEL-Logo DER SPIEGEL 22.02.2020 Alexander Preker

Eine Rucksacktouristin lernte in Neuseeland einen Mann kennen. Nach dem Date brachte er sie in einem Hotel brutal um. Ein Gericht hat nun das Strafmaß in dem Fall verkündet, der das Land erschütterte.

© Mark Baker/ AP

Der Mord an Grace Millane traf Neuseeland schwer. Im ganzen Land gab es Mahnwachen, Premierministerin Jacinda Ardern entschuldigte sich bei der Familie. Millanes Vater hatte seine Tochter während der tagelangen Suche als "lebenslustige, kontaktfreudige und familienorientierte" Frau beschrieben. Gut ein Jahr nach der brutalen Tat an der jungen Britin hat ein Gericht nun eine lebenslange Freiheitsstrafe gegen einen 28-jährigen Neuseeländer verhängt.

Der Mann war wegen des Mordes an der Rucksacktouristin bereits im Herbst schuldig gesprochen worden. Geschworene in Auckland kamen zum dem Schluss, dass er sein Opfer nach einem Rendezvous vorsätzlich getötet hatte.

Das nun verkündete Strafmaß lebenslang kommt daher nicht ganz überraschend. Strittig war zuletzt jedoch, nach welcher Zeit frühestens eine Entlassung in Frage kommt. Die Verteidigung hatte eine Grenze von zwölf Jahren verlangt, Richter Simon Moore ging darüber nun deutlich hinaus: Er entschied, der Mann müsse mindestens 17 Jahre im Gefängnis bleiben, wie eine Justizsprecherin sagte.

"Grace war verwundbar. Sie war eine junge Frau in einem fremden Land, und Sie waren ein Fremder, dem sie vertraute", sagte der Richter dem Nachrichtenportal Stuff zufolge. Die Mutter des Opfers, Gillian Millane, hatte dem Gericht per Video zuvor gesagt, dass der Täter ihr ein Loch ins Herz gerissen habe "Sie starb verängstigt und allein in einem Raum mit Ihnen", sagte sie dem "New Zealand Herald" zufolge.

Verurteilter hatte von Sexunfall gesprochen

Millane war am Abend vor ihrem 22. Geburtstag in Auckland verschwunden. Sie war erst wenige Tage zuvor in Neuseeland eingetroffen. Die junge Frau wollte nach ihrem Studienabschluss ein Jahr um die Welt reisen. Sie lernte den Mann über eine Dating-App kennen.

Auf Bildern von Überwachungskameras sind die beiden in einer Bar zu sehen - und wie sie gemeinsam das Hotel betreten und mit dem Aufzug fahren. Millanes Leiche wurde erst nach einer Woche in einem Außenbezirk von Auckland gefunden. Der Täter soll sie in einem Koffer versteckt aus dem Zimmer gebracht und verscharrt haben.

Der Mann hatte die Anschuldigungen im Prozess zurückgewiesen. Er gab an, die junge Frau beim Sex versehentlich erwürgt zu haben - und plädierte im Prozess auf nicht schuldig. Er räumte zwar ein, dass die junge Britin in seiner Wohnung gestorben sei. Seine Anwälte erklärten aber, dass Millane den Mann gebeten habe, sie zu würgen. Nach ihrem Tod sei ihr Mandant in Panik geraten und habe die Leiche entsorgt.

Die Anklage wies diese Darstellung als Lügenlabyrinth zurück. Demnach machte der Mann nach Millanes Tod Fotos von der Leiche, schaute Pornos und vereinbarte das nächste Tinder-Date. Gutachtern zufolge würgte er sie minutenlang und hätte bemerken müssen, dass die Frau bewusstlos geworden sei.

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