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Axel Bertram (✝82): Er gab der DDR-Mark ein Gesicht

Berliner Kurier-Logo Berliner Kurier 22.03.2019 berliner-kurier
© Mathias Bertram/Montage

Manche Künstler schaffen Dinge, die aus dem Alltag kaum wegzudenken sind – und doch kennt trotz der sehr bekannten Werke niemand ihr Gesicht. So dürfte es auch bei ihm sein: Axel Bertram war einer der wichtigsten Grafiker der DDR. Wer vor der Wende im Osten lebte, kam mit seiner Kunst in Kontakt. Jetzt starb Bertram im Alter von 82 Jahren.
imago57050567h © imago imago57050567h

Von manchen Kunstwerken gibt es unzählige Kopien und Nachdrucke – aber wie viele von Bertrams Werken täglich durch die Hände der DDR-Bürger gingen, lässt sich kaum abschätzen. Der Grafiker gestaltete unter anderem Briefmarken und Münzen, darunter die Fünf-Mark-Münze und die 20-Pfennig-Münze der DDR.

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Axel Bertram wurde 1939 in Dresden geboren, absolvierte im sächsischen Freital sein Abitur und studierte von 1955 bis 1960 Grafik an der Hochschule für Bildende und Angewandte Kunst in Weißensee. Danach arbeitete er als Grafiker in Berlin. Er gestaltete Zeitungen und Zeitschriften wie die „Neue Berliner Illustrierte“, die „Wochenpost“ und die Modezeitschrift „Sibylle“, für die er 1962 eine neue Titel-Schrift schuf. 

Metropol Theater © picture-alliance / dpa/dpaweb Metropol Theater

„Er war praktisch immer da, aber wir kannten seinen Namen nicht.“

Zudem entwickelte er Buchcover für Verlage wie „Volk und Welt“, „Aufbau“ und „Verlag der Nation“, Logos und Schriftzüge (beispielsweise jenes vom Metropol-Theater in Mitte), Plakate und Schallplattenhüllen. Auch für das DDR-Fernsehen war er tätig – hier entwickelte er zwischen 1982 und 1986 die Bildschirmschrift „videtur“, abgestimmt auf das Lesen auf Fernsehmonitoren. Wer in der DDR groß geworden sei, habe in Bertrams grafischer Welt gewohnt, sagte Verleger Mark Lehmstedt, in dessen Verlag ein Band über Bertrams Arbeit erschien. „Er war praktisch immer da, aber wir kannten seinen Namen nicht.“

1988 wurde Bertram zum Vizepräsidenten des Verbandes Bildender Künstler der DDR gewählt, ein Jahr später trat er jedoch zurück. Nach der Wende arbeitete er weiterhin als Grafiker, unter anderem für Buchverlage und die Staatlichen Museen Berlin. Bekannte beschreiben Bertram als einen Künstler, der nie selbst im Vordergrund stehen wollte – sondern der immer versuchte, hinter seinen Arbeiten zu verschwinden. „Bertram legte keinen Wert auf eine unverwechselbare Handschrift. Er sah sich vielmehr als Diener des Lesers, Betrachters oder Nutzers und suchte stets aufs Neue nach der perfekten Lösung“, heißt es von Seiten des Verlages.

Es ging nicht um ihn als Person. „An erster Stelle steht die Lust am sinnlichen Bild der Buchstaben, die Freude an der lebendig gespannten Form, an der Familiarität von Formnuancen, an der Rhythmisierung der gereihten Zeichen“, sagte er über die Leidenschaft, die ihn antrieb. Am Wochenende verstarb der Grafiker nach langer Krankheit im Alter von 82 Jahren in Berlin. FTH 

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