Sie verwenden eine veraltete Browserversion. Bitte verwenden Sie eine unterstütze Versiondamit Sie MSN optimal nutzen können.

Behördenwahnsinn : Kölner Paar will die Scheidung – aber Gericht schaltet auf stumm

EXPRESS-Logo EXPRESS vor 2 Tagen Carolina Bosch
Sandra (37) und Christian (54) aus Köln-Mülheim © Carolina Bosch Sandra (37) und Christian (54) aus Köln-Mülheim

Es sollte der schönste Tag in ihrem Leben werden: Christian Mergenbaum (54) und Sandra Henkel (37) wollten im September 2019 heiraten. Der Termin im Kölner Standesamt stand bereits fest.

Doch ein Problem gab es: Henkel war noch mit ihrem Ex verheiratet. Aber auch das sollte schnell geklärt werden.

Das Noch-Ehepaar war sich in allen Scheidungs-Angelegenheit schnell einig. Gemeinsames Sorgerecht für die Kinder, keine Unterhaltszahlungen. Eigentlich ein schneller Fall für den Scheidungsrichter.

Scheidung in Köln: So lange braucht das Familiengericht

Nun liegen die Dokumente für die Scheidung bereits eineinhalb Jahre im Kölner Familiengericht. Bereits im April 2019 hatte sich Henkel um noch fehlende Unterlagen gekümmert.

Doch dann passierte – Nichts. Keine Rückmeldung vom Familiengericht und auf telefonische Anfragen erhielt Henkel bloß die Antwort, man könne ihr nur auf dem Postweg eine Auskunft erteilen.

Auch ihr Anwalt erhielt auf seine Nachfrage keine Rückmeldung. Nicht einmal, ob nun alle Dokumente vorlagen, oder noch etwas fehlte.

Kölner Hooligan-Prozess: Staatsanwalt fehlt, Anwalt macht Witz – dann eskaliert alles

Den geplanten Hochzeitstermin musste das Paar absagen. Das Geld, das sie einer Agentur für die Planung bereits gezahlt hatten, war weg.

Kölner Familiengericht: Kein Scheidungsrichter zur Verfügung

Im Februar trat Sandra persönlich im Amtsgericht an der Luxemburger Straße vor. Geschlagene eineinhalb Stunden habe sie dort vergeblich auf die zuständige Sachbearbeiterin gewartet. Schließlich habe sie aufgegeben und es wieder telefonisch versucht.

Dann der Schock: „Sie sagte mir, dass es bis April kein Scheidungsrichter mehr gibt”, erinnert sich Henkel. Weitere Auskünfte erhielt sie wieder nicht.

Kölner Amtsgericht äußert sich

Kein Scheidungsrichter in einer Millionenstadt wie Köln? Das Familiengericht äußerte sich zu den Vorwürfen:

„Natürlich haben wir Vertretungen”, erklärt Wolfgang Schorn, Richter im Kölner Amtsgericht. Die zuständige Abteilungsrichterin gehe demnächst in den Ruhestand und sei derzeitig im Urlaub.

Es könne natürlich sein, dass auch die Vertretungen bis April keinen freien Termin mehr haben, vermutet er.

„Da ist was schief gegangen”

Die Kommunikation in Henkels Fall sei „blöd gelaufen”. Dass es keinerlei Rückmeldung gab, erstaune Schorn sehr. „Da ist offenbar etwas schief gegangen”, gibt er zu.

In Sandra Henkels Fall stehen nun endlich alle benötigten Dokumente zur Verfügung, berichtet Schorn. Sie könne also in der nächsten Zeit endlich mit einer Rückmeldung rechnen. Dann dauere das Scheidungsverfahren im Normalfall vier bis zwölf Wochen.

Mehr auf MSN

Video wiedergeben

| Anzeige
| Anzeige

Mehr von EXPRESS

| Anzeige
image beaconimage beaconimage beacon