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Das macht die Nosferatu-Spinne im Winter

RP ONLINE-Logo RP ONLINE 30.11.2022 RP ONLINE

Düsseldorf. Insekten haben verschiedene Methoden entwickelt, um über den Winter zu kommen. Sie verkriechen sich oder verfallen in Kältestarre und versuchen entweder als Ei, Larve, Puppe oder ausgewachsenes Insekt, die kalte Jahreszeit zu überstehen. Wie verhält es sich mit der Nosferatu-Spinne?

Bei der Nosferatu, wissenschaftlich Zoropsis spinimana, handelt es sich um eine Jagdspinne, sie baut keine Netze, sondern springt ihre Beute an. © Robert Pfeifle Bei der Nosferatu, wissenschaftlich Zoropsis spinimana, handelt es sich um eine Jagdspinne, sie baut keine Netze, sondern springt ihre Beute an.

Werden im Herbst die Nächte kälter, so suchen Insekten, die zu den wechselwarmen Tieren gehören, Schutz vor der Kälte, da mit abnehmenden Temperaturen auch ihre Körpertemperatur sinkt. Die Taktiken, der Kälte zu entfliehen sind vielfältig.

Wie überlebt die Nosferatu-Spinne (Zoropsis spinimana) den Winter?

Vor über 20 Jahren infolge des Klimawandels aus dem Mittelmeerraum eingewandert, fühlt sich die Spinne hierzulande inzwischen sehr wohl. „Bestimmte Tierarten können in manchen Regionen nur dann überleben, wenn sie mit dem Menschen zusammenleben“, erklärt der Insekten- und Spinnenexperte Roland Mühlethaler (48) vom Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU). Synanthropie nennen Fachleuten diese Anpassung einer Tier- oder Pflanzenart an den menschlichen Siedlungsbereich. Die Nosferatu-Spinne gehört dazu. Sie fühlt sich nicht nur in Wäldern, sondern auch in unseren Häusern wohl. “Die Tiere mögen es generell gerne warm. Wir bieten den Tieren in unseren Häusern eine gute Überwinterungsmöglichkeit und sie können dort ihre Kokons bauen“, erklärt Mühlethaler.

Nosferatu-Spinnen paaren sich nach Erkenntnissen der Schweizer Insektenforscher Ambros Hänggi und Isabelle Zürcher im Herbst bis Spätherbst. Die Gelege werden im Winter bis Frühjahr von dem Weibchen abgelegt. 20 bis 50 Eier enthält ein Gespinst aus Kräuselfäden, dem Kokon, der ungefähr Daumennagel groß ist. Dieser wird von der Mutter solange bewacht, bis die Jungtiere schlüpfen. Ungefähr sechs Wochen beträgt dieser Zeitraum. Nach etwa acht Monaten sind die Jungtiere geschlechtsreif. Männchen können ein Jahr alt werden, Weibchen bis zu eineinhalb Jahre.

In wärmeren Gebieten wie im Mittelmeerraum können die Kokons mit den Eiern auch draußen überwintern, hier bei uns aber eher nur in geschützten Bereichen. Es komme natürlich vor, dass die weiblichen Spinnen einen Kokon auch in unseren Breitengraden im Freien bauen, sagt Spinnenexperte Mühlethaler. Haben wir einen milden Winter, so hat das Gelege eine Überlebenschance. Bringt der Winter eisige Temperaturen mit sich, so sterben die Tiere ab. „Kalte Winter dezimieren vermutlich den Bestand südlicher Arten wie der der Nosferatu-Spinne, mehrere wärmere Winter aufeinanderfolgend vergrößern ihn“, sagt Mühlethaler. Eiskalte Winter werden den Bestand der Nosferatu-Spinne hierzulande aber nicht bedrohlich dezimieren. „Dass die Art komplett verschwindet, dafür ist sie hier schon zu weit verbreitet“, erklärt der Experte.

Ritzen im Mauerwerk und geschützte Ecken bieten der Spinne einen guten Ort für den Bau des kugeligen Kokons, ein „Filzgebilde mit Fäden, das nicht so spektakulär aussieht“.

Was für heimische Spinnenarten gilt, trifft auch auf die Nosferatu-Spinne zu. Das nützliche Insekt sollte weder getötet oder der Kokon zerstört werden, wird sie oder das Gelege im Haus entdeckt. Gefährlich ist diese Spinnenart nicht. Ihr Biss führt im schlimmsten und seltenen Fall zu einer allergischen Reaktion, was auch beim Biss einer Wespe oder Biene passieren kann.

Die Nosferatu-Spinne ist zudem keine problematische Art. Sie verbreitet keine Krankheiten wie manch andere eingewanderte Tierart. Es gibt auch keine Hinweise darauf, dass das Insekt andere Arten verdrängt. „Sie sind eine schöne Ergänzung. Ich finde, sie sind schöne Tiere“, sagt Mühlethaler.

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