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„Der Schrei": Geheimnis um berühmtes Kunstwerk endlich gelüftet

EXPRESS-Logo EXPRESS 23.02.2021 express
Eines der wohl berühmtesten Gemälde der Welt: „Der Schrei" von Edvard Munch – nun ist das Geheimnis um den winzigen Schriftzug im roten Himmel gelöst. Unsere Archivaufnahme entstand im Auktionshaus Sotheby's am 27. April 2012 in New York © picture alliance / dpa Eines der wohl berühmtesten Gemälde der Welt: „Der Schrei" von Edvard Munch – nun ist das Geheimnis um den winzigen Schriftzug im roten Himmel gelöst. Unsere Archivaufnahme entstand im Auktionshaus Sotheby's am 27. April 2012 in New York

Ein rätselhafter und kaum sichtbarer Schriftzug auf dem Original des Meisterwerkes „Der Schrei" beschäftigt Experten schon seit Ewigkeiten. Doch nun ist das Geheimnis gelüftet, wer den Satz auf dem berühmten Gemälde hinterließ.

  • Edvard Munchs „Der Schrei" hütete viele Jahre ein Geheimnis
  • Im Himmel des Gemäldes stand ein Satz mit Bleistift geschrieben
  • Nun haben Experten herausgefunden, wer den Satz geschrieben hat

Der Schriftzug ist von Edvard Munch selbst auf das Ölgemälde geschrieben worden! Mit Hilfe von Infrarotaufnahmen fand das norwegische Nationalmuseum in Oslo nun heraus, dass der Satz von Munch persönlich stammt. „Es besteht kein Zweifel, dass die Inschrift Munchs eigene ist", erklärte die Kuratorin Mai Britt Guleng jetzt. Die Handschrift an sich und Ereignisse der Entstehungszeit untermauerten diese Feststellung.

„Der Schrei" ist eines der berühmtesten Kunstwerke der Welt: Es gibt ihn viermal

„Der Schrei" – auf Norwegisch „Skrik" – zählt zu den bekanntesten Motiven der Kunstgeschichte. Er ist zu einem zeitlosen Ausdruck menschlicher Angst und selbst zur Vorlage verschiedener Emojis auf dem Smartphone geworden, die Furcht ausdrücken sollen. Munch hat übrigens insgesamt vier „Schrei"-Versionen gemalt, neben dem besagten Original aus dem Jahr 1893 zählt die spätere Version von 1910 zu den berühmtesten davon.

Der Bleistift-Satz auf der Schrei stammt von Edvard Munch selbst © picture alliance/dpa/The National Museum Der Bleistift-Satz auf der Schrei stammt von Edvard Munch selbst

Doch wo verbirgt sich der Satz, der lange für Kopfzerbrechen sorgte? Das kleine Geheimnis des Originals findet sich im rötlichen Himmel in der oberen linken Ecke des Gemäldes. „Kan kun være malet af en gal Mand!", steht dort auf Norwegisch geschrieben. Übersetzt heißt das: „Kann nur von einem Verrückten gemalt worden sein!"

„Der Schrei" – Satz mit Bleistift im Himmel sorgte für Rätsel

Der für das bloße Auge kaum wahrnehmbare Satz wurde per Bleistift auf die Farbe des Gemäldes geschrieben, nachdem Munch es fertiggestellt hatte. Wie die Anmerkung dorthin kam, darüber wurde seit längerem spekuliert. Eine nun widerlegte Theorie lautete, dass ein empörter Zuschauer das Sätzchen einst in den Himmel des „Schrei"-Originals geschrieben hatte. Andere mutmaßten früher schon, dass der winzige, 1904 erstmals entdeckte Schriftzug vom Maler selbst stammte.

Diese Theorie können die norwegischen Kunstexperten nun bestätigen. Zum einen konnten sie die Handschrift dank der Infrarotaufnahmen mit Notizen und Briefen von Munch abgleichen, zum anderen fußen sie ihre Feststellung auf ein Ereignis 1895, als Munch das Werk erstmals in seiner Heimatstadt Oslo zeigte, die damals noch Kristiania hieß.

„Der Schrei" hat viel Kritik und Spekulationen über Munchs Geisteszustand ausgelöst

„Der Schrei" hatte damals viel Kritik und Spekulationen über Munchs Geisteszustand ausgelöst, was unter anderem dazu führte, dass ein junger Medizinstudent namens Johan Scharffenberg auf einem Diskussionsabend Munchs Werke als Beweis hinzuzog, dass der Künstler nicht ganz bei Verstand sei. Munch verletzte das sehr, wie er nach Angaben des Museums immer wieder in Briefen und Tagebucheinträgen schrieb. Sowohl sein Vater als auch seine Schwester litten demnach unter Depressionen, Munch selbst wurde 1908 nach einem Nervenzusammenbruch ins Krankenhaus eingeliefert.

Das Urteil des Studenten soll somit hinter dem mysteriösen Satz auf dem Meisterwerk stecken. Das Museum hält es für wahrscheinlich, dass Munch seine Worte schon kurz danach auf dem Werk verewigt hat, vielleicht aber auch erst später.

Was das Ganze am Ende sollte? Das liegt im Auge des Betrachters. „Die Inschrift kann als ironischer Kommentar gelesen werden, aber zugleich als ein Ausdruck der Verwundbarkeit des Künstlers", wurde Kuratorin Guleng in einer Museumsmitteilung zitiert. „Dass er auf das fertige Gemälde geschrieben hat, zeigt, dass das Erschaffen für Munch ein kontinuierlicher Prozess gewesen ist." (dpa/dok) 

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