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Deshalb hatte es die Feuerwehr so schwer

RP ONLINE-Logo RP ONLINE vor 2 Tagen RP ONLINE

New York/Paris. Am Morgen nach dem Großbrand in der Pariser Kathedrale Notre-Dame läuft nicht nur die Ursachenforschung. Auch die Löscharbeiten rücken ins Blickfeld. Hätten die Einsatzkräfte das Feuer schneller kontrollieren können?

Dramatische Bilder aus Paris. Die Kathedrale Notre-Dame steht am Abend des 15. April 2019 lichterloh in Flammen. © Bereitgestellt von RP Digital GmbH Dramatische Bilder aus Paris. Die Kathedrale Notre-Dame steht am Abend des 15. April 2019 lichterloh in Flammen.

Die Antwort von Experten ist eindeutig. Eine Kombination aus einem mehr als 850 Jahre alten Bauwerk aus teils schwerem Holz, ein weitläufiges Gelände und ein Mangel an ausgefeilten Feuerschutzsystemen führten dazu, dass die Flammen rasch um sich griffen und die ganze Kathedrale bedrohten. „Wenn man mit so etwas konfrontiert ist, kann man sehr oft kaum etwas ausrichten“, sagt Glenn Corbett, Professor für Brandschutz am John Jay College in New York.

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Tatsächlich schienen die Einsatzkräfte mit ihren Feuerschläuchen überfordert von den Flammen, die sich durch den Holzdachstuhl von Notre-Dame fraßen und über Stunden den Himmel in ein gespenstisches Orange tauchten. Der Spitzturm fiel in sich zusammen, Glutbälle flogen in die Luft. Das Tragwerk samt den ikonischen rechteckigen Türmen konnte die Feuerwehr aber nach Behördenangaben noch retten. Die Brandursache war am Dienstagmorgen noch unklar.

Einige Hingucker von Notre-Dame, die die Kathedrale für Touristen in Paris zwingend zu einem ihrer Hauptziele machen, hätten sie nun zu einem Ort gemacht, an dem sich ein solcher Brand nur schwer bekämpfen lasse, erläutert der Vorsitzende der US-Feuerwehr, G. Keith Bryant, ehemals Präsident der Internationalen Vereinigung der Feuerwehrchefs. Dazu gehörten ihr Alter, die gewaltigen Dimensionen und der gotische Stil des Sakralbaus mit dessen Mauerwerk und baumstammgroßen Holzbalken. Diese Gemengelage habe da praktisch wie Zunder gewirkt.

Bei solch einem Gebäude sei es Feuerleuten zudem nahezu unmöglich, gegen das Feuer von innen heraus vorzugehen, ergänzt Bryant. Sie müssten stattdessen defensiver agieren und „versuchen, das Feuer von außen zu kontrollieren“. Auch Löschwasser an die richtige Stelle zu bringen, sei ein Problem - selbst wenn die Seine gleich nebenan sei. Es gebe einfach nicht genügend Ressourcen, etwa bei Feuerwehrfahrzeugen und Schläuchen, um alle nötigen Wassermassen auf ein so großes Feuer zu bekommen.

Und was ist mit dem Tipp von US-Präsident Donald Trump? Dieser schlug vor, dass doch Löschflugzeuge über Notre-Dame hätten eingesetzt werden können. In Frankreich schüttelten Behördenmitarbeiter da nur den Kopf. Den Rat aus dem Weißen Haus zu befolgen, würde mehr schaden als nützen, twitterte der Zivilschutz. Das ganze Gebäude könne einstürzen, wenn so große Mengen Wasser auf einen Schlag darauf abgeworfen würden.

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