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Dramatische Eichhörnchen-Rettung im letzten Moment

DIE WELT-Logo DIE WELT 07.12.2016

Ein erschöpftes Eichhörnchen haben Tierretter aus einem Kanaldeckel befreit. Vergeblich hatte der Nager versucht, aus der gefährlichen Falle zu klettern – doch auch die Rettungsaktion war extrem schwierig.

Alarmiert durch eine Passantin fanden Münchner Tierretter dieses Eichhörnchen, das sich augenscheinlich mit letzter Kraft an dem gusseisernen Kanaldeckel festzukrallen schien © Tierrettung München e. V. Alarmiert durch eine Passantin fanden Münchner Tierretter dieses Eichhörnchen, das sich augenscheinlich mit letzter Kraft an dem gusseisernen Kanaldeckel festzukrallen schien

Bei einer dramatischen Befreiungsaktion hat die Tierrettung München ein Eichhörnchen aus einer gefährlichen Falle befreit: Der kleine Nager war in einen Kanaldeckel geraten und steckte in einer der Öffnungen fest, konnte weder vor noch zurück.

Als die von einer Passantin alarmierte Wildtierassistentin der Tierrettung am Freitag im Münchner Stadtteil Giesing eintraf, sah sie sofort, dass Eile geboten war: Das Eichhörnchen krallte sich augenscheinlich mit letzter Kraft an dem gusseisernen Gullydeckel fest, war stark unterkühlt und kraftlos. "Seine Vorderkrallen waren durch die verzweifelten Befreiungsversuche stark abgewetzt", teilte der Verein Aktion Tier - Tierrettung München am Mittwoch mit.

Aus eigener Kraft konnte das Hörnchen nicht auf die Straße klettern. Doch auch die Hilfe von außen war schwieriger als zunächst gedacht: "Die Lage schien hoffnungslos", so Wildtierassistentin Franziska Baur, die zum Schutz während der Rettungsaktion dicke Handschuhe trug. Einfach von oben ließ sich der Nager nicht herausziehen – seine Hüfte war für das schmale Loch zu breit.

Also musste ein anderer Weg gewählt werden, der von unten: Zusammen mit der Passantin, die das Tier entdeckt hatte, stemmte die Tierretterin den schweren Kanaldeckel ein paar Zentimeter hoch und schob vorsichtig eine Pfote nach der anderen durch die Öffnung. Als nach gut einer Stunde auch das Köpfchen durchrutschte, war es geschafft, das Eichhörnchenmännchen befreit. Völlig erschöpft und durchnässt zwar, aber ansonsten wohlbehalten.

"Solche Fälle häufen sich"

Gewickelt in ein warmes Handtuch kam der Nager in eine Auffangstation des Vereins Eichhörnchen Schutz in München-Trudering. "Wegen ihres Schockzustands sollten Eichhörnchen nach so einer Rettung auf keinen Fall sofort freigelassen werden", erklärt Evelyne Menges von der Münchner Tierrettung. "Sie brauchen professionelle Hilfe, um sich in Ruhe zu erholen." So wie das Eichhörnchen in der Truderinger Auffangstation.

Alles wieder gut: Nachdem das Eichhörnchen aus dem Kanaldeckel befreit worden ist, kam es in eine Münchner Auffangstation, um sich von dem Stress zu erholen © Tierrettung München e. V. Alles wieder gut: Nachdem das Eichhörnchen aus dem Kanaldeckel befreit worden ist, kam es in eine Münchner Auffangstation, um sich von dem Stress zu erholen

Wie das Tier unter den Kanaldeckel geraten war, ist unklar. Doch: "Solche Fälle häufen sich im Stadtgebiet", sagt Menges. Deshalb würden Eichhörnchen auch nicht mehr in Städten ausgewildert, sondern in nahen Waldstücken, wo es keine gefährlichen Gullydeckel gibt.

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