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Durchsuchung von Epstein-Anwesen in der Karibik

SZ.de-Logo SZ.de 13.08.2019 dpa/mpu
Die Insel Little Saint James gehört zum Außengebiet der Amerikanischen Jungferninseln und war seit 1998 in dem Besitz des Multimillionärs Jeffrey Epstein. © REUTERS Die Insel Little Saint James gehört zum Außengebiet der Amerikanischen Jungferninseln und war seit 1998 in dem Besitz des Multimillionärs Jeffrey Epstein.

• Zwei Tage nach dem Tod von Jeffrey Epstein soll dessen Privatinsel im Zuge von Ermittlungen durchsucht werden. Das berichten US-Medien.

• Epstein soll Dutzende minderjährige Mädchen missbraucht und einen illegalen Sexhandelsring aufgebaut haben.

• Die Umstände seines Todes im Gefängnis sind bisher nicht geklärt. Bislang geht man von einem Selbstmord aus.

• Der Justizausschuss des US-Kongresses verlangte die Beantwortung drängender Fragen durch US-Gefängnisse.

Bei Untersuchungen zum Tod von Jeffrey Epstein in einer New Yorker Gefängniszelle hat die US-Bundespolizei nach Medienberichten das Anwesen des Unternehmers auf den Amerikanischen Jungferninseln durchsucht. Wie der TV-Sender NBC und andere Medien am Montagabend unter Berufung auf Sicherheitskreise berichteten, stellten die Beamten auf Epsteins Privatinsel Ermittlungen an. Weitere Details wurden nicht bekannt.

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Der in der US-Elite bestens vernetzte Geschäftsmann Epstein, der zeitweise auch Kontakte zum heutigen Präsidenten Donald Trump, zu Ex-Präsident Bill Clinton und zu Prinz Andrew aus Großbritannien pflegte, starb am Wochenende in einem New Yorker Gefängnis. Er soll sich umgebracht haben. Epstein wurde von Mitarbeitern der Haftanstalt gefunden und in ein Krankenhaus gebracht, wo er schließlich für tot erklärt wurde.

Epstein war von der Staatsanwaltschaft in New York vorgeworfen worden, Dutzende minderjährige Mädchen missbraucht zu haben. Der 66 Jahre alte Geschäftsmann habe zwischen 2002 und 2005 in New York und Florida einen illegalen Sexhandelsring aufgebaut, hieß es in der Anklageschrift. Einige Mädchen seien erst 14 Jahre alt gewesen und mit großen Summen Bargeld angelockt und dazu verleitet worden, weitere Mädchen heranzuschaffen.

Unterdessen tauchen immer weitere Hinweise auf Nachlässigkeiten bei Epsteins Überwachung in dem Gefängnis auf. Wie die New York Times berichtete, hatten die beiden Wachen in der Nacht zum Samstag stundenlang nicht nach dem Gefangenen geschaut, obwohl eine Prüfung alle 30 Minuten vorgesehen gewesen wäre. Auch habe nur einer von ihnen die notwendige Ausbildung als "vollwertiger Justizvollzugsbeamter" gehabt. Näheres dazu war zunächst nicht zu erfahren. US-Justizminister William Barr beklagte "schwere Unregelmäßigkeiten" in der Haftanstalt und kündigte eine gründliche Untersuchung des Falls an.

23 Fragen an die Bundesgefängnisse

Der Justizausschuss des US-Kongresses verlangte die Beantwortung drängender Fragen. Die führenden Mitglieder schrieben am Montag an die für Bundesgefängnisse zuständige Behörde und verlangten Aufklärung. Aufgelistet sind 23 Fragen - unter anderem zum allgemeinen Umgang mit psychisch instabilen Insassen in der betroffenen Haftanstalt, aber auch zu den genauen Abläufen in Epsteins Fall kurz vor dessen Tod.

Der Ausschussvorsitzende, der Demokrat Jerry Nadler, und der führende Republikaner in dem Gremium, Doug Collins, beklagten in dem Brief, der Fall offenbare schwere Versäumnisse beim Umgang mit Häftlingen. Sie verlangten Antworten auf ihre Fragen bis zum 21. August.

Einige Demokraten-Politiker, darunter die Präsidentschaftsbewerber Cory Booker und Beto O'Rourke, kritisierten auch den Umgang von Präsident Trump mit dem Fall. Trump hatte am Samstagabend auf Twitter eine Verschwörungstheorie verbreitet, die Bill Clinton in die Nähe von Epsteins Tod rückt und mit Pädophilie-Vorwürfen in Verbindung bringt. Booker bezeichnete das Vorgehen Trumps als "gefährlich".

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