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Eklat an KVB-Linie 13: Kölner will mit Krücken in Bahn, dann wird's gefährlich für alle

EXPRESS-Logo EXPRESS 21.11.2019 Thomas Werner
Jan Garich beim Treffen mit EXPRESS an der Haltestelle Gleueler Straße/Gürtel. © Thomas Werner Jan Garich beim Treffen mit EXPRESS an der Haltestelle Gleueler Straße/Gürtel.

Jan Garich hat es derzeit alles andere als einfach: Über Jahre hat sich der 58-Jährige mit starken Knieschmerzen herumschlagen müssen, bevor er Anfang November in einer Kölner Klinik operiert wurde. Jetzt ist der selbstständige Marketing-Experte im Alltag komplett auf seine Krücken angewiesen. Doch was dem Kölner am Dienstag an der KVB-Haltestelle Gleueler Straße/Gürtel passiert, macht ihn fassungslos.

KVB-Linie 13: Krücke steckt in Tür und die Bahn fährt plötzlich los

Gegen 14.10 Uhr wartet Garich auf eine KVB-Bahn der Linie 13 in Richtung Ehrenfeld. Als eine kommt, will er sich gerade mit Mühe in die Bahn quälen. Die Linie 13 ist an der Stelle nur über drei Stufen am Fahrzeug zu erreichen. Das kann mit frisch operiertem Knie und zwei Krücken in der Hand schon mal dauern. Als Garich einsteigen will, schließen sich die Türen bereits wieder.

Um das zu verhindern, hält der 58-Jährige kurzerhand eine Krücke in die Tür, doch der Sensor reagiert nicht. Die Tür schließt sich. Auch der Fahrer bemerkt nicht, dass an der hintersten Tür – dort spielt sich die Szene ab – etwas nicht stimmt. Das System meldet: Tür zu, Fahrt kann weitergehen. Und das tut sie, mit der Krücke eingeklemmt in der KVB-Tür. „Die Krücke stand waagerecht aus der Tür heraus. Das ist extrem gefährlich für alle Beteiligten”, wettert Garich, der sich besonders um die Sicherheit von Fußgängern und Autofahrern sorgte. „Ich war schon geschockt.”

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Aber auch er steht plötzlich hilflos da, als die KVB-Bahn mit der Krücke in Richtung Dürener Straße/Gürtel „verschwindet”. „Mit einer Krücke ist es in meinem Zustand nicht besonders toll”, erklärt er. Zunächst wartet er auf die nächste Bahn in Richtung Zülpicher Straße/Gürtel. Vielleicht wurde die Krücke ja von Fahrgästen befreit, die den Vorfall gesehen hatten. Und vielleicht sogar dem Fahrer der nächsten Bahn in die andere Richtung gegeben? Aber Fehlanzeige.

Krücke in Tür der KVB-Bahn: an der Dürener Straße wieder gefunden

Schließlich quält sich Garich in eine der nächsten Bahnen – und findet seine Krücke tatsächlich wieder. „An der Dürener Straße stand sie an einem Mülleimer. Als sich die Tür an der Haltestelle geöffnet hat, wurde sie wahrscheinlich von jemandem zur Seite gestellt”, so Garich. Immerhin: Passiert ist trotz der akuten Gefahr offensichtlich niemandem etwas.

Kruecke_KVB2 © Thomas Werner Kruecke_KVB2

Bei der KVB kennt man die Fälle bereits zu Genüge, wie Sprecher Stephan Anemüller erklärt: Unser Appell ist immer, diese Aktionen mit Regenschirm oder Krücke in der Tür sein zu lassen.” Das Sensor-System in neuen KVB-Bahnen könne derart dünne Gegenstände erfassen und öffne dann wieder. Bei älteren Modellen – wie in diesem Fall – allerdings reagieren die Sensoren erst ab einer Dicke eines Unterarms.

HIER lesen: Kind steigt aus KVB-Bahn – Fahrerin mit Schock-Aktion

Auch den Fahrer der Linie 13, der den Vorfall offensichtlich nicht bemerkte, nimmt der KVB-Sprecher ausdrücklich in Schutz. „Wenn er das Signal bekommt, dass die Türen zu sind, ist der Fahrgastwechsel für ihn abgeschlossen.” Vorher seien die Fahrer angehalten, den Wechsel der Fahrgäste über die äußeren Spiegel zu beobachten, was allerdings durch andere ein- und aussteigende Gäste an Stationen wie der Gleueler Straße/Gürtel erschwert wird.

Krücke in Tür der KVB-Bahn: Kölner hat aus Vorfall gelernt

„Wenn aber das Signal kommt, dass alles in Ordnung ist, steht die Verkehrssicherheit nach vorne im Mittelpunkt. Wenn der Fahrer das also sieht, wäre das ein absoluter Glücksfall”, so Anemüller.

Garich jedenfalls hat aus dem Vorfall gelernt: „Es geht offenbar nur, wenn ich als Erster in die Bahn steige und alle anderen warten. Oder ich bitte jemand anderes, sich in die Tür zu stellen, während ich einsteige.”

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