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Elon Musks Rakete: Wetter stoppt SpaceX-Flug 15 Minuten vor dem Start

EXPRESS-Logo EXPRESS 28.05.2020 express
© dpa

Hatte da eine höhere Macht ihre Hände im Spiel, oder war es einfach nur Pech? Ein historischer Tag für die USA fiel regelrecht ins Wasser: Ein aufziehendes Gewitter stoppte eine Viertelstunde vor dem geplanten Start den ersten bemannten Flugtest der US-Raumkapsel „Crew Dragon“ seit knapp neun Jahren.

Im Vorfeld hatte die Nasa noch eine 60-prozentige Chance auf geeignete Wetterbedingungen gesehen. Doch als es dann ernst wurde, zogen dunkle Wolken über dem Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida auf und es regnete immer wieder leicht, zudem gab es Sorge vor Blitzen.

Raumfahrer verließen „Crew Dragon“ nach drei Stunden

Nach rund drei Stunden verließen die Raumfahrer Robert Behnken und Douglas Hurley ihre Sitzplätze im „Crew Dragon“ wieder und begaben sich zurück in ihr Quartier in Quarantäne. Weltweit war der Start mit Spannung erwartet worden.

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Ein nächster Startversuch könnte am Samstag unternommen werden. Dann sollen Behnken und Hurley erneut versuchen, mit einer „Falcon 9“-Rakete in einer „Crew Dragon“-Raumkapsel zur ISS zu starten. Die Sicherheit der Astronauten sei die oberste Priorität der Nasa, kommentierte Nasa-Chef Jim Bridenstine per Kurznachrichtendienst Twitter nach der Verschiebung.

Cape Caneveral: US-Präsident Donald Trump und Vize Mike Pence live vor Ort

US-Präsident Donald Trump und Vizepräsident Mike Pence waren in den US-Bundesstaat Florida gereist, um den Start live vor Ort zu verfolgen. Wegen der Coronavirus-Pandemie war der Zugang zu dem Gelände des Weltraumbahnhofs, wo normalerweise Besucher bei Starts zuschauen dürfen, ansonsten aber stark eingeschränkt.

SpaceX  gegründet von Unternehmer Elon Musk

Es handelt sich um den letzten Flugtest für den vom privaten Raumfahrtunternehmen SpaceX entwickelten „Crew Dragon“. SpaceX wurde gegründet vom Unternehmer Elon Musk und hat bislang nur Fracht zur ISS transportiert. Trump dankte der Nasa und Space X. Er kündigte per Twitter an, am Samstag erneut nach Cape Canaveral zu reisen, um dem Start beizuwohnen.

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Nasa mottete Space-Shuttle-Flotte 2011 aus Kostengründen ein

Zuletzt waren im Sommer 2011 Astronauten mit der Raumfähre „Atlantis“ zur ISS geflogen. Danach mottete die US-Raumfahrtbehörde Nasa ihre Space-Shuttle-Flotte aus Kostengründen ein und war für Flüge zur ISS seither auf Russland angewiesen. Das war mit rund 80 Millionen Euro pro Flug in einer russischen Sojus-Kapsel nicht nur teuer, sondern kratzte auch mächtig am Ego.

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Eigentlich waren eigene Flüge aus den USA zur ISS von der Nasa schon für 2017 angekündigt gewesen - im Zuge technischer Probleme, Finanzierungsschwierigkeiten und Umstrukturierungen nach der Wahl von US-Präsident Trump wurde das Projekt aber immer weiter aufgeschoben.

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„Viele Menschen haben gesagt, dass das nicht möglich ist“, hatte Nasa-Chef Bridenstine in einem Interview vor dem verschobenen Startversuch gesagt. „Aber SpaceX kann Sachen tun, die die Nasa in ihrer Geschichte noch nicht gemacht hat.“ Das Ganze sei eine „herkulische Aufgabe“. Er hätte sich nie träumen lassen, dass dieser Tag wirklich kommen würde, sagte Musk. „Das ist das Ergebnis davon, dass 100.000 Menschen unglaublich hart gearbeitet haben.“

Europäische Raumfahrtbehörde Esa auch aktiv

„Kommerzialisierung ist richtig und wichtig“, sagte Europas Raumfahrtchef Jan Wörner der Deutschen Presse-Agentur. Deshalb sei auch die Europäische Raumfahrtbehörde Esa sehr aktiv in dieser Richtung. Mit dem US-Raumschiff könnte es nun künftig eine weitere Reisemöglichkeit in den Kosmos geben - neben zum Beispiel dem russischen „Taxi“ Sojus. „Redundanz ist ein wichtiges Element in der Raumfahrt und speziell in der astronautischen Raumfahrt.“

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„Gleichzeitig war die Situation der Angewiesenheit auf eine Transportfähigkeit ein Ansporn zur internationalen Zusammenarbeit auch in Zeiten von politischen Krisen“, erinnerte der Esa-Chef. Genau vor sechs Jahren, am 28. Mai 2014, war der deutsche Raumfahrer Alexander Gerst mit dem Russen Maxim Surajew und dem US-Amerikaner Reid Wiseman zur ISS geflogen. Die gemischte Besatzung galt inmitten der Ukraine-Krise auch als wichtiges politisches Signal. (dpa)

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