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Erst entkleiden, dann Prüfung: Lehrer zwingen zwei Muslimas, ihre Gewänder auszuziehen

Hamburger Morgenpost-Logo Hamburger Morgenpost 06.12.2018 mopo
Wie auf diesem Symbolfoto wird die Abaya von vielen Muslimas getragen. © picture alliance / dpa Wie auf diesem Symbolfoto wird die Abaya von vielen Muslimas getragen.

Empörung um Vorgänge an der Berliner Volkshochschule Tempelhof-Schöneberg: Weil muslimische Frauen ihre Gewänder dort nicht ausgezogen haben, durften sie keine Deutschprüfung ablegen, berichtet der „Berliner Kurier”.

Die Schule beruft sich auf die Prüfungsordnung: In Jacken und Taschen kann man zum Schummeln Spickzettel und Handys verstecken.

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Der Verein „Moabit hilft“, der regelmäßig Flüchtlinge unterstützt, machte den Fall vom 24. November öffentlich. Demnach haben sich zwei Frauen beim Verein beschwert. Sie seien von den Prüfern in der Volkshochschule gezwungen worden, ihr Gewand auszuziehen.

„Darunter tragen sie oft nur ein T-Shirt”

Laut Verein haben sieben Frauen, die sich weigerten, so nicht die Deutschprüfung ablegen können. Nach Aussage von „Moabit hilft“ trugen die Frauen eine Abaya, die dann für Ärger sorgte. Eine Abaya ist ein langes muslimisches Überkleid. „Darunter tragen sie oft nur ein T-Shirt oder eine kurze Hose, wie zu Hause“, erklärt Diana Henniges vom Hilfsverein.

Sie sagt weiter: „Das Verhalten der Prüfer ist diskriminierend und es ist gegen die Religionsfreiheit, eine Prüfungsordnung durchzudrücken, die überhaupt nicht kommuniziert wurde.“

Frauen dürfen Prüfung nachholen

Die Volkshochschule dementiert diese Anschuldigungen vehement: Bei den Gewändern habe es sich nicht um die muslimische Abaya gehandelt, sondern um „normale Jacken und Mäntel“, heißt es in einer Stellungnahme.

Nur zwei Frauen seien betroffen. Aufgrund der Häufung von Täuschungsversuchen wurden die Richtlinie zur Durchführung von Prüfungen verstärkt. Taschen und Jacken gehörten an eine Garderobe. 

„Traditionelle Kleidung“ könne in einem abgelegenen Raum auf unerlaubte Hilfsmittel überprüft werden, steht in der Stellungnahme. Warum genau das am 24. November nicht passierte, bleibt offen. Die ausgeschlossenen Frauen dürfen jetzt die Prüfung nachholen. „Wir diskriminieren keinen“, so Bildungsstadträtin Jutta Kaddatz (CDU).  (red)

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