Sie verwenden eine veraltete Browserversion. Bitte verwenden Sie eine unterstütze Versiondamit Sie MSN optimal nutzen können.

Erweiterung des Lüders-Hauses: Parlamentsbau wird Millionengrab

Berliner Kurier-Logo Berliner Kurier 13.11.2018 Ulrich Paul
Blick auf die Dauerbaustelle: Im Jahr 2010 begannen die Arbeiten, 2014 sollten sie abgeschlossen werden. Nun soll es 2021 werden. © Markus Wächter Blick auf die Dauerbaustelle: Im Jahr 2010 begannen die Arbeiten, 2014 sollten sie abgeschlossen werden. Nun soll es 2021 werden.

Der Deutsche Bundestag steht vor einem Bau-Debakel. Wegen Pfuschs bei den Betonarbeiten wird die Erweiterung des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses im Parlamentsviertel nicht nur sehr viel später fertig als gedacht – die Kosten steigen zudem auf eine bislang noch nicht bezifferte Höhe.

Das geht aus einem internen Bericht des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (BBR) an die Bundestags-Baukommission hervor, der dem KURIER vorliegt. Immerhin: Das Bundesamt geht in dem Papier davon aus, dass der Anbau fertiggestellt werden kann. Denn Bundestags-Vizepräsident Wolfgang Kubicki (FDP) hatte in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ noch dafür plädiert, den Bau im Zweifel lieber abzureißen.

Im Lüders-Haus befinden sich die Bundestagsbibliothek, Sitzungssäle und 600 Büros. Im Erweiterungsbau sollen weitere 300 Büros entstehen. Hauptgrund für die Bauverzögerungen ist eine undichte Bodenplatte. Sie muss saniert werden.

Das könnte Sie auch interessieren:

Halbleiterhersteller: Infineon wagt sich nun zurück nach Europa – und geht damit ein gewaltiges Wagnis ein

Mit dieser Seilbahn-Idee greift der Europa-Park Disneyland an

Baukosten steigen weiter

Laut dem BBR-Bericht kann der Erweiterungsbau nicht wie von den Parlamentariern gewünscht im ersten Halbjahr 2021, sondern erst Ende des dritten Quartals 2021 an den Bundestag übergeben werden – sieben Jahre nach dem zu Baubeginn im Jahr 2010 avisierten Termin. Die Kosten, die zwischenzeitlich von 190 Millionen auf 223 Millionen Euro gestiegen waren, belaufen sich laut dem Bericht bereits jetzt auf rund 249 Millionen Euro.

Und es ist schon klar, dass die Ausgaben weiter steigen. Derzeit werde ein „erforderlicher 3. Nachtrag“ aufgestellt, heißt es in dem Papier. Notwendig werde der Nachtrag wegen Planungsänderungen, zusätzlicher Kosten aus der Bauzeitverlängerung und Schadensersatzansprüchen von Firmen sowie wegen einer Anpassung an den Stand der Technik. Weitere Kosten entstehen durch eine EU-Verordnung, die schärfere Grenzwerte für den Schadstoffausstoß von Heizanlagen vorsieht, die nach dem 20. Dezember 2018 in Betrieb gehen. Weil die Technik im Anbau des Lüders-Hauses die Vorgaben nicht erfüllt, muss nachgebessert werden. „Dazu wird voraussichtlich ein 4. Nachtrag erforderlich“, heißt es. Wie hoch die erwarteten Nachträge ausfallen, wird nicht beziffert. „Der Bau steht für jahrelange Misswirtschaft“, kritisiert die Berliner Bundestagsabgeordnete Gesine Lötzsch (Linke).

Mehr auf MSN

Video wiedergeben
| Anzeige
| Anzeige

Mehr von Berliner Kurier

Berliner Kurier
Berliner Kurier
| Anzeige
image beaconimage beaconimage beacon