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Flieger-Tragödien in Hamburg: Als ein Flugzeug auf der A7 zerschellte

Hamburger Morgenpost-Logo Hamburger Morgenpost 17.05.2018
1971 1: Flieger-Tragödien in Hamburg: Als ein Flugzeug auf der A7 zerschellte © MOPO-Archiv Flieger-Tragödien in Hamburg: Als ein Flugzeug auf der A7 zerschellte

Am vergangenen Freitag sorgte ein Pilot der spanischen Fluggesellschaft Vueling für einen kuriosen Zwischenfall: Beim Anflug auf Hamburg nahm er versehentlich Kurs auf die Landebahn des Firmengeländes von Airbus – mit glimpflichem Ausgang. Er landete letztlich wie vorgesehen in Fuhlsbüttel. Doch nicht immer gab es in Hamburg ein glückliches Ende für Zwischenfälle am Himmel. Die MOPO erinnert sich an schlimme Unglücke und skurrile Landungen.

Am 31. Mai 1967 ereignete sich einer der größten PR-Flops der Luftfahrtgeschichte – und zwar in Hamburg. Als der Spantax-Firmengründer Rodolfo Bay Wright mit einer „Coronado“ nicht auf dem Flughafen Hamburg-Fuhlsbüttel, sondern auf der damals noch viel zu kurzen Werkslandebahn von Messerschmitt-Bölkow-Blohm (MBB) in Finkenwerder landete, weil er die Flughäfen verwechselt hatte. Eigentlich wollte er zeigen, wie gut seine Flotte ist.

Kollegen gratulierten Bay seinerzeit zu diesem fliegerischen „Meisterstück“. Die Bahn war nur 1000 Meter lang - eigentlich zu kurz für ein 60 Tonnen schweres Flugzeug mit 155 Menschen an Bord.  Damals kam niemand an Bord zu Schaden. Allerdings vermutete die Flugsicherung ein Unglück, als die Maschine vom Radar verschwand.

Am 6. September 1971 explodierten beide Triebwerke des vollbesetzten Charterflugzeugs vom Typ British Aerospace 1-11 kurz nach dem Start in Fuhlsbüttel. 42 Sekunden blieben bis zum Aufsetzen der Maschine auf der A7. Dann zerschellte das Flugzeug an einem Brückenpfeiler.

Flieger-Tragödien in Hamburg: Als ein Flugzeug auf der A7 zerschellte © MOPO-Archiv Flieger-Tragödien in Hamburg: Als ein Flugzeug auf der A7 zerschellte

22 Menschen starben, die anderen 99 überlebten wie durch ein Wunder. Schon wenige Tage nach der Katastrophe zeichnete sich der Grund für den Absturz der Maschine ab: Offenbar waren irrtümlich auf dem Flughafen Düsseldorf fünf Behälter an Bord genommen worden, die eigentlich destilliertes Wasser für die Wassereinspritzanlage enthalten sollten, in Wirklichkeit aber mit Kerosin gefüllt worden waren. Und so wurde in Hamburg das Flugbenzin, das eigentlich destilliertes Wasser sein sollte, in die Zusatztanks gefüllt – und explodierte.

Am 2.Juli 2006 stürzte das Wasserflugzeug „Möwe Jonathan” wenige Minuten nach dem Start ab und krachte in eine Gleisanlage auf der Veddel. Fünf Menschen starben, darunter der in Hamburg als „Himmelsschreiber" bekannte Pilot Jörg Steber, der 51 Jahre alt wurde. Das 44 Jahre alte Flugzeug vom Typ „Beaver DHC-2 de Havilland" stürzte zwei Minuten nach dem Start ab.

Flieger-Tragödien in Hamburg: Als ein Flugzeug auf der A7 zerschellte © dpa Flieger-Tragödien in Hamburg: Als ein Flugzeug auf der A7 zerschellte

Wie sich später herausstellte, war eine Kraftstoffleitung am Vergaser gerissen. Das Flugzeug prallte auf den Güterbahnhof nahe dem Spreehafen im Stadtteil Veddel. Vier der sechs Insassen starben, darunter ein zwölfjähriger Junge. Pilot Jörg Steber rettete sich aus dem Wrack, er erlag allerdings 16 Stunden später seinen schweren Verbrennungen. Nur der Stiefvater des Jungen überlebte. Besonders tragisch: Der Rundflug war ein Geburtstagsgeschenk für den verstorbenen Jungen.

Orkan-Landung und Todesflug vom Baakenhafen

131 Passagieren eines Lufthansa-Fluges kamen am 1. März 2008 mit dem Schrecken in Hamburg davon. Während des Orkantiefs „Emma“ war der aus München kommender Airbus A320 kurz vor dem Aufsetzen auf dem Flughafen Fuhlsbüttel von einer Böe erfasst worden. Die Maschine war bei einer Geschwindigkeit von 250 Stundenkilometern ins Schlingern geraten.

Der Airbus schwebte teilweise quer zur Landebahn und die Tragfläche berührte sogar den Boden. Dank eines Durchstart-Manövers konnte der Pilot den Airbus wieder unter Kontrolle bringen. Nach einer 60 Kilometer langen Schleife um die Hansestadt konnte das Flugzeug schließlich doch noch sicher landen. Alle Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder blieben unverletzt. Sie wurden danach von einem Team der Lufthansa betreut. Der Wind soll zum Zeitpunkt der Landung mit 90 Stundenkilometern geweht haben. Das völlig verbogene Endstück der linken Tragfläche wurde ausgetauscht.

Am 22. August 2009 verunglückte ein Wasserflugzeug im Baakenhafen, ein Ehepaar starb, der Pilot konnte sich retten. 

Flieger-Tragödien in Hamburg: Als ein Flugzeug auf der A7 zerschellte © dpa Flieger-Tragödien in Hamburg: Als ein Flugzeug auf der A7 zerschellte

Das Paar (52,57) aus Ganderkesee nahe Bremen wollte einen Rundflug über Hamburg machen, buchte die Cessna. Am Steuer: Pilot Nikolaj von W. (44). Beim Landen im Baakenhafen überschlug sich die Maschine auf dem Wasser. Der Pilot hatte vergessen, das Fahrwerk einzufahren, das auf dem Wasser wie Bremsklötze wirkte. Das Ehepaar wurde in 2,5 Meter Tiefe kopfüber in der Kabine eingeschlossen und ertrank. Der Pilot konnte sich aus dem Flugzeug befreien und wurde anschließend vom Amtsgericht Hamburg-Mitte wegen zweifacher fahrlässiger Tötung zu neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt

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