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Flugschreiber der Unglücksmaschine von Kuba gefunden

dw.com-Logo dw.com 20.05.2018 dw.com

Die kubanischen Behörden haben nach dem Absturz einer Passagiermaschine die Zahl der Toten mit 110 angegeben. Die Ermittler hoffen, dass die Auswertung der Flugschreiber Erkenntnisse über die Unglücksursache bringt.

Experten suchen im Wrack der abgestürzten Boeing 737-200 nach dem zweiten Flugschreiber © picture-alliance/AP/dpa/R. Espinosa Experten suchen im Wrack der abgestürzten Boeing 737-200 nach dem zweiten Flugschreiber

Die sogenannte Blackbox sei in einem guten Zustand, sagte Verkehrsminister Adel Izquierdo Rodriguez im Staatsfernsehen. Experten arbeiteten intensiv an der Absturzstelle, um auch den zweiten Flugschreiber zu finden.

Über die Unglücksursache gibt es bislang keine offiziellen Angaben. Die Behörden des Karibikstaates bestätigten den Tod von 110 Menschen. Drei Frauen hätten schwer verletzt überlebt, schwebten aber weiterhin in Lebensgefahr. Sie befinden sich demnach in einem Krankenhaus in der Hauptstadt Havanna.

Ex-Pilot spricht von "Missständen"

Ein früherer Pilot der mexikanischen Fluggesellschaft Global Air, der die Unglücksmaschine gehörte, hat nach dem Absturz über Missstände bei dem Unternehmen berichtet. Der Zeitung "Milenio" sagte Marco Aurelio Hernández, er habe 2013 bei der mexikanischen Verkehrsbehörde Beschwerde wegen Sicherheitsmängeln bei der Airline eingereicht. Dabei sei es um mangelnde Wartung der Flugzeuge gegangen.

Eine Sprecherin von Global Air bestätigte, dass Hernández von 2005 bis 2013 in dem Unternehmen beschäftigt gewesen sei. Zu den Vorwürfen und der damaligen Beschwerde sagte sie nichts.

Behörden wollen prüfen

Mexikos zivile Luftfahrtbehörde erklärte am Samstag, Global Air werde einer "neuen operativen Prüfung" unterzogen. Diese außerordentliche Prüfung solle zur Aufklärung des Flugzeugabsturzes in Kuba beitragen.

Global Air hatte die Maschine mitsamt der mexikanischen Besatzung an Kubas staatliche Fluggesellschaft Cubana de Aviación vermietet.

Angehörige trauern um Opfer des Flugzeugabsturzes nahe der kubanischen Hauptstadt Havanna © picture-alliance/dpa/E. Aponte Angehörige trauern um Opfer des Flugzeugabsturzes nahe der kubanischen Hauptstadt Havanna

Die fast 40 Jahre alte Boeing 737-200 war am Freitagnachmittag (Ortszeit) kurz nach dem Start vom Flughafen José Marti abgestürzt und auf einem Feld zerschellt. Von den 113 Menschen an Bord waren 102 kubanische Staatsbürger, zwei kamen aus Argentinien, zwei ursprünglich aus Afrika stammende Passagiere lebten auf Kuba. Eine weitere Frau und die sechs Crewmitglieder stammten aus Mexiko.

Staatstrauer bis Sonntagnacht

Kubas Regierung rief eine bis Sonntagnacht dauernde offizielle Trauerzeit aus. Auch der ehemalige kubanische Präsident Rául Castro drückte sein Beileid aus, wie das Staatsfernsehen berichtete. Aus Deutschland sendete Bundeskanzlerin Angela Merkel ein Kondolenz-Telegramm an Präsident Miguel Díaz-Canel. Darin teilte sie mit, die Nachricht vom Absturz einer Passagiermaschine habe sie "mit tiefer Trauer erfüllt". Der mexikanische Präsident Enrique Peña Nieto schrieb auf Twitter, Mexikos Gedanken seien bei den Familienangehörigen und Opfern.

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