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Foto ging um die Welt: Merkels Selfie-Flüchtling verklagt Facebook

Berliner Kurier-Logo Berliner Kurier vor 5 Tagen berliner-kurier
K10-12_71-110686185_RGB_ori: Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem Syrer Anas Modamani in Spandau. © Getty Images News/Getty Images Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem Syrer Anas Modamani in Spandau.

Das Selfie machte Anas Modamani berühmt. Frech schnappte sich der Flüchtling die Bundeskanzlerin, hielt Angela Merkel sein iPhone vor die Nase. Das Foto ging um die Welt. Die Kehrseite: Es wird vor allem in den sozialen Medien als rechte Hetze missbraucht. Jetzt zieht Modamani vor Gericht – gegen Facebook.

Die Flucht aus Syrien war hart, aber Anas Modamani hat es gepackt. Er fand eine Unterkunft bei einer Karlshorster Tierärztin, einen Job in der Gastronomie, bekam eine Aufenthaltsgenehmigung bis 2020. Eine Friede-Freude-Eierkuchen-Geschichte. Aber denkste!

Sein Selfie im September 2015 in der Flüchtlingsunterkunft in der Spandauer Schmidt-Knobelsdorf-Kaserne wurde für Merkel zwar zum Symbolbild für „Wir schaffen das“, für den 20-jährigen Flüchtling allerdings begann eine Tortur. „Das Foto wurde für Fake-News missbraucht“, so Modamanis Anwalt Chan-jo Jun aus Würzburg gegenüber dem KURIER.

Im Netz kursiert unter anderem eine Fotomontage, bezugnehmend auf den Berliner Kriminalfall betitelt mit „Obdachlosen angezündet. Merkel machte 2015 Selfie mit einem der Täter!“ Verbreitet wurde es vor allem von Rechtsextremen, Parteien wie NPD und AfD mischten ebenfalls mit.

Jun, Fachanwalt für IT-Recht, ist empört, greift vor allem Facebook an. „Es gibt keinen deutlicheren Verleumdungsfall. Das Bild muss nicht nur gelöscht werden, der Konzern muss endlich seinen Verpflichtungen nachkommen und seine Möglichkeiten ausschöpfen.“ Was er meint: Facebook nutzt in Frankreich bereits eine Software, die es ermöglicht, dass gesperrte Fotos nicht mehr hochgeladen werden können. Das fordert Jun auch für das Merkel-Selfie. Das Landgericht Würzburg wird laut „Spiegel Online“ den Antrag am 6. Februar verhandeln.

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