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Geliebte täuscht Entführung vor: Bonner „Sugardaddy“ um Millionen betrogen

EXPRESS-Logo EXPRESS 24.07.2019 express
Der Liebhaber wurde durch zahlreiche Erpressungen um 1,6 Millionen Euro betrogen. © picture alliance/dpa Der Liebhaber wurde durch zahlreiche Erpressungen um 1,6 Millionen Euro betrogen.

Ein reicher Geschäftsmann suchte sein großes Glück und glaubte es im Sommer 2014 schließlich gefunden zu haben. Auf der Plattform „Sugardaddy“ lernte er eine attraktive Frau aus Bonn kennen, zu der er sich sofort hingezogen fühlte.

Ein Jahr lang genossen der Mann und seine Gespielin die „luxuriösen Seiten des Lebens“. Dabei schenkte sie ihm ihre Aufmerksamkeit - und er entlohnte die gewünschten Dienste großzügig.

Geliebte findet neuen Mann und erpresst „Sugardaddy“

Im Sommer 2015 jedoch verliebte sich die Frau in einen jüngeren Mann; gemeinsam entwickelten das Paar und ein Komplize ein infames Erpressermodell, mit dem sie den 50-jährigen Geschäftsmann zu ihrem regelmäßigen Zahlmeister machten.

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Nach zwei Jahren hatte das Trio über 1,6 Millionen Euro herausgepresst. Dass seine Gespielin mit von der verbrecherischen Partie war, hat der „Sugardaddy“ erst viel später erfahren.

Prozess in Bonn: Geliebte wegen räuberischer Erpressung angeklagt

Davon jedenfalls geht die Bonner Staatsanwaltschaft aus, die die heute 30-jährige Geliebte und ihre beiden Komplizen - 26 und 36 Jahre alt - wegen räuberischer Erpressung angeklagt hat, wie Gerichtssprecher Edgar Panizza am Dienstag bestätigte.

Demnach soll das Trio im Juli 2015 dem Geschäftsmann per Kurznachrichten vorgetäuscht haben, seine Geliebte sei entführt worden, befinde sich in den Händen der Hells Angels und sei Vergewaltigungen sowie Misshandlungen ausgesetzt.

„Ich bin mitgenommen worden,“ schreibt sie in WhatsApp.  „Tu, was sie sagen.“ Oder: „Mir wurde die Nase gebrochen. Mach nichts Falsches.“ Später behauptete sie, man wolle ihr das Handy wegnehmen. 80.000 Euro zahlte der 50-Jährige für die fingierte Entführung. Danach sei erst mal Ruhe gewesen.

Angeklagten bitten Geliebten immer wieder zur Kasse

Aber dem Trio gelang es, die offenbar millionenschwere Quelle weiter für sich sprudeln zu lassen: So wurde dem gutgläubigen Geschäftsmann immer wieder mit der erneuten Entführung von „Sugarbabe“ gedroht, wenn er nicht weiter zahle. Schließlich sei auch er gefährdet, Opfer einer Gewalttat zu werden.

Laut Anklage soll er zudem mit angeblich kompromittierenden Fotos oder Filmen erpresst worden sein. Das meiste Geld sollen sich die beiden Männer geteilt haben, in die Tasche der betrügerischen Frau seien nur 30.000 Euro geflossen.

„Sugardaddy erpresst und mit Waffe bedroht“

Aber die 30-Jährige gab nicht auf: Mit einem weiteren Lover, 32 Jahre alt, versuchte sie Januar 2018 das erpresserische Modell fortzusetzen. Diesmal hat sie den 50-Jährigen unter einen Vorwand in eine Falle gelockt. In ihrer Wohnung warteten nicht sie, sondern zwei fremde Männer, die ihm eine Pistole vorhielten, 250 000 Euro forderten und ihm drohten, einen Finger abzuschneiden.

Als der Fall kurze Zeit später aufflog, hat die 30-Jährige umfassend gestanden - und damit auch ihre einstigen Komplizen schwer belastet. Der Prozess findet demnächst vor der 3. Großen Strafkammer des Bonner Landgerichts statt.  

(ucs)

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